Gefangene des Universums


‘Unglaubliche Abenteuer in einer anderen Welt.’


Originaltitel: Prisoners of the Lost Universe (1983) Regie: Terry Marcel Drehbuch: Terry Marcel & Harry Robertson
Darsteller: Richard Hatch, Kay Lenz, John Saxon FSK: 16


Durch einen Zwischenfall im Labor von ’Mad Scientist’ Dr. Hartmann, der einen Dimensions-Transporter gebaut hat (ohje), landen er, Reporterin Claire und Reperatur-Fritze Dan (dem Claire kurz zuvor bei einem Autounfall das Kendo-Schwert zerbrochen hat… klingt albern, stimmt aber!) in einer fremden Dimension oder einem Paralleluniversum oder meinethalben auch Booßen (Brandenburg). Der Doc ist nirgends zu finden, an seiner statt taucht eine Horde fremd-universaler/paralleldimensionaler/Booßener Trash-Mutanten auf, deren Augen so rot leuchten wie ein Ampelmännchen und die den Protagonisten an die Gurgel wollen. Die Rettung erfolgt in letzter Sekunde durch einen anderen Bewohner dieser absonderlichen Gegend (dieser wirft die Mutanten eine Klippe herunter, wozu ein comic-haftes Fallgeräusch eingespielt wird).

Sexy Saxon hat
die Frauen im Griff
Nun müssen sich die beiden Schnuckel alleine durch die wilde Flora und Fauna (u.a. auch vorbei am kleinen, dürren Bruder vom ’Schrecken des Amazonas’) kämpfen und kommen sich gerade näher (Küsschen, Küsschen!), als ein bärtiger Reitersmann ihren Weg kreuzt, der sich auch bald als Bösewicht herausstellt. Er wird nämlich nicht nur von John ’Sador’ Saxon gespielt, sondern mukst auch gleich einen abtrünnigen Henchman ab (das gehört bei richtig fiesen Baddies ja zum guten Ton). Auch Dan wird schnell unschädlich gemacht, kann aber später entfliehen, während Blondi Claire von Kleel (Saxon) in dessen Festung/Harem entführt wird. Natürlich hat Dan jetzt nur noch einen Gedanken: Save the Girl & get out! (ok, das sind zwei). Da er das (trotz Klempner-Ausbildung) alleine nicht schafft, werden unterwegs natürlich allerlei Gefährten aufgesammelt, die dem tolkienschen Phantastik-Glossar (vorlauter Zwerg, maulfauler Elf, Hüne mit Keule) entspringen, und uns durch eine Story bar jeder Überraschung begleiten…

Hawk - Hüter des magischen Schwertes’-Regisseur Terry Marcel kratze scheinbar alles zusammen, was von Gewinn, Ideen und Talent noch übrig war (inklusive der beiden Darsteller Ray Charleson und Peter O’Ferell, die hier genau die selben Rollen spielen wie in ’Hawk’) und bastelte daraus dieses nölige Sci-Fi Vehikel der Marke ’Die haben uns um die Kulissen beschissen!’.

Hautfarbe neu, Figur alt!
'Hawk' lässt grüßen.
Stereotype Fantasy-Charaktere plus einer der Hauptdarsteller von ’Kampfstern Galaktika’ und John Saxon in der Rolle des Tyrannen, mehr gibt’s nicht zu den Darstellern und ihren Figuren nicht zu sagen.
Als sich kaum 15 Minuten im Film herausstellt, dass die Erdlinge zeitversetzt in die Dimension geboxt wurden, wird auch noch ein potentiell astreiner Twist versuppt (wie ihn zum Beispiel das grandiose und story-technisch ähnliche Computer-Spiel ’Outcast’ hatte). In die Abteilung ’dumm durchdacht aber dusselig gelacht’ fallen nicht nur die etlichen Trash-Monster (wie man sie beispielsweise aus ’Sinbad - Herr der Sieben Meere’ kennt), sondern auch eine nicht zu unterschätzende Anzahl von beachtlichen Dämlichkeiten. Da zieht sich auch schonmal ein Grobschlächter mit einer Kombi-Zange den faulen Zahn aus der Kauleiste, ein Geier versucht sich als sprechendes Papageien-Imitat und eine riesige Pulverspur wir (gaaanz unauffällig) durch die hellerleuchteten Gänge der bösen Festung gelegt. Auch ulkig, als John Saxon’s Charakter sich der Erden-Blondine mit folgenden Worten vorstellt: “Du bist wirklich ein sehr sehr ausgefallenes Gewächs. Ich habe hier noch nie jemanden mit sonnenfarbenen Haaren gesehen.“ während direkt hinter ihm ein Komparse auf einem Pony hockt, der so blond ist, dass es für die Ausleuchtung der gesamten Szene gereicht hätte. Nunja, wer kennt schon alle seine Angestellten?!

"Junge, bist du blau!"

Sowohl thematisch, als auch qualitativ irgendwo zwischen ’Flash Gordon’ und ’Mutan Bestien gegen Roboter’ ist ’Gefangene des Universums’ eine leichtherzige Phantastik-Trash-Jux Mische mit unübersehbaren Schwächen. Nur dem Science Fiction Freak in mir ist es zu verdanken, dass er hier die Durchschnittswertung bekommt. Für Fans… aber wirklich nur für Fans!

Hudson