Gefangene der Bestien


‘The Most Endangered Species Is Now Man’


Originaltitel: Savage Harvest (1981) Regie: Robert E. Collins
Drehbuch: Ralph Helfer, Ken Noyle, Robert Blees & Robert E. Collins
Darsteller: Tom Skerritt, Michelle Phillips, Shawn Stevens FSK: 12


Abt.: Tierhorror aus der Wüstenei.

Heute kochen der Hausherr und
die Frau Gemahlin eigenhändig...

Löwen greifen Menschen an! Hat denn keiner einen Hocker und/oder ’ne Peitsche bei der Hand?
Scheinbar nicht. Die Dürre scheucht die Biester raus aus der Savanne und rein in den Hof weißer Landbesitzer.
Aha! Reiche Weißbrote! Die sind doch sicher selbst an der Misere Schuld! Nicht wirklich. Jedenfalls wird auf eventuelle meteorologische Delikte von Seiten der Herrschaften nicht näher eingegangen. Bleiben wir beim eigentlichen Problem: Raubkatzen aller Couleur belagern eine Ranch im tiefsten Afrika. Hilfe muss herbei. Am besten ein richtiger Mann. Möglichst einer mit Schnurrbart. Tom Selleck ist gerade beschäftigt, also bemüht sich Tom Skerritt herbei. Der erweist sich bald als leidlich guter Löwenbändiger, doch die Bestien finden immer wieder Wege, die Verteidigung der Ranch zu durchbrechen …

... die Belegschaft dient nämlich selbst als Mahlzeit.

Man, man, man.
Da spielt die weiße Tochter der Gutsbesitzer ein paar Ründchen Probe-Tennis auf ihrem Privatplatz, als die schwarze Haushälterin (die direkt neben ihr steht) von einem Löwen angesprungen und aufgefressen wird. Kurz darauf sitzen die weißen Herrschaften schon wieder im Salon und singen ein paar Beatles-Songs… während ein weiterer schwarzer Angestellter von den Löwen aus seiner Kammer geschnappt wird. Kolonialismus wow.
Viel Schockierenderes gibt es über ’Gefangene der Bestien’ aka ’Savage Harvest’ (Harharharvest) nicht zu berichten. Zugegeben, die Szenen in denen die Löwen auf ihre Zweibeiner-Beute zurasen, sie packen und einsacken haben einen atemberaubenden, ja geradezu lebensmüden Touch. Da waren ganz offensichtlich ein paar verdammt fähige Tiertrainer oder suizidgefährdete Komparsen am Werk.

Achtet auf das PS!
(Und jetzt schaut euch das Bild nochmal an!)
Darüber hinaus herrscht hier jedoch eher banges Fiebern bezüglich der sich ziehenden Laufzeit, die u.a. romantisch unpassende Küchenkuscheleien beheimatet.
Highlight des Films ist das Finale. Der Rückzug der Protagonisten in einen beweglichen Käfig durch eine Horde wild brüllender, tatzender und schmatzender Riesenkitties rettet den Film zwar nicht aus der der Unterdurchschnittlichkeit, dürfte Tierhorror-Fans aber das Geld wert sein. Alle anderen lassen ihre Aufmerksamkeit lieber von ein paar Bestien gefangen nehmen, die in einem effektiver inszenierten Szenario herumtollen.


PS: Natürlich basiert die Story auf Tatsachen…


Hudson