Gate of Darkness


‘Now you see them, now you don't...now you die.’


Originaltitel: Don't Be Afraid of the Dark (1973)
Regie: John Newland Drehbuch: Nigel McKeand
Darsteller: Kim Darby, Jim Hutton, Barbara Anderson FSK: 16


Als kleiner Junge hatte ich einen wiederkehrenden Alptraum. Ein seltsam aussehender Zwerg verfolgte mich überall hin und zeigte mit dem Finger auf mich, während er ununterbrochen “Doof, doof, doof!“ kreischte. Ich schrie und zeigte auf den abnormen Gnom, den keiner wahrzunehmen schien. Der Gnom und sein Feixen verfolgte mich in diesem Traum sogar bis in mein Bett.
Ihr lacht jetzt vielleicht, aber für mich ist dieser Traum ein Highlight unter den Alpdrücken, die mich seither heimsuchten.
Warum ich euch das erzähle? Ganz einfach: ’Gate of Darkness’ ist der Film zu diesem widerlichen Alptraum. Das hat für euch nun möglicherweise keine Bedeutung, schon gar nicht bei dem ulkigen Cover, das eher ’Kleine Monster’-Trash andeutet, aber ich fühlte mich während ’Gate of Darkness’ zurückversetzt in den kleinen Hosenscheisser, der Angst vor dem Einschlafen hatte.

Don't go in the house!

Das Ehepaar Alex und Sally ziehen in das alte Haus von Sallys Familie. Während Alex sich auf seinen Job konzentriert, kümmert sich Sally um den Haushalt und entdeckt einen zugemauerten Kamin in einem bis dato abgeschlossenen Zimmer. Als sie den alten Hausmeister Mr. Harris bittet, den Kamin freizuräumen, weigert der sich, gibt seine Gründe jedoch nicht preis. Also legt Sally den Kamin schließlich selbst frei. Ein ganz dummer Fehler, denn dort hausen kleine Teufelgnome, die auf der Suche nach frischen Seelen sind. Zu allem Unglück ist die junge Hausfrau die einzige Person, die die Dämonen sehen kann, sodass ihre scheinbar unerklärlichen Ausraster zuerst ignoriert werden. Als die Wesen jedoch das erste Menschenleben einkassieren, weiß Sally, dass sie sich in einen tödlichen Strudel dämonischer Mächte befindet…

Schlimme Sachen werden passieren!

Mein Alptraum-Gelaber von Paragraph eins kommt bei der Beurteilung von ’Gate of Darkness’ entscheidend ins Spiel. Für manche mag der Film aufgrund der leicht trashigen Monster und ihrer lockenden Ausrufe (“Sally, Sally, Sally!“) albern wirken. Anderen hingegen dürfte der kalte Schweiß auf der Stirn stehen. Und obwohl er manchmal etwas plump geschnitten ist und stellenweise (besonders im ersten Drittel) langatmig wirkt, spielt der Film auf beängstigende Weise mit visuellen Reizen der ’Habe ich da etwas gesehen?’-Art. Wenn die Assoziationen von den kleinen Monstern abgelöst werden, wird das Grusel’vergnügen’ meines Erachtens keinesfalls geschmälert, da sie ansprechend unheimlich gestaltet sind. Die Schauspieler leisten ganze Arbeit, wobei Kim Darby hin und wieder ihre Furcht ein wenig überspitzt darstellt. Das lähmende Finale rundet diesen kleinen, aber feinen 70er-Titel ab.

Fazit: Routiniert inszenierter, keineswegs perfekter, aber spannender TV-Horror, der einem je nach Typ kräftig an die Nerven gehen kann. Dazu sollte man sich jedoch an den Originaltitel halten und ’Gate of Darkness’ unbedingt im Dunkeln schauen. Allein!


Hudson