Gappa – Invasion der fliegenden Bestien


‘Even mightier than 'King Kong'!’


Originaltitel: Daikyojû Gappa (1967)
Regie: Haruyasu Noguchi Drehbuch: Ryuzo Nakanishi & Gan Yamazaki
Darsteller: Tamio Kawaji, Yôko Yamamoto, Yuji Okada FSK: 12


Japanischer Riesenmonster-Trash der nicht aus dem Hause Toho stammt? Na, da wollen wir doch mal schauen, ob der auch den genre-üblichen Qualitäts-Standards entspricht!

STOMP... nicht das Musical sondern die Monster-Lieblingsbeschäftigung!

Ein japanischer Verlag schickt zwei seiner Reporter und einen Wissenschaftler auf eine abgelegene Insel, um ’Frag den Teufel was’ zu tun. Jedenfalls befindet sich ein Eingeborenen-Stamm, angeführt von einem Nippon-Moses, bereits auf der Insel, der die Zivilisations-Knippsköppe freundlich empfängt.
Eine Expedition durch den Dschungel, führt in eine Höhle, in welcher nach einem Erdbeben (dargestellt durch heftiges Kamera-Wackeln) ein riesiges Wesen (zu je einem Drittel Echse, Vogel und Kautschuk) aus einem bunten Ei schlüpft. Was macht man nun, als sensibler Naturfreund mit wissenschaftlich-journalistischen Ambitionen? Na klar: Einpacken und Abdampfen!

“Ich sagte, wir treffen uns beim
Teehaus, nicht auf'm Teehaus!“
Die Warnungen des alten Zausel (“Ihr habt ihn genommen. Gappa straft uns alle!“) schlägt man in den Wind, schließlich kann das Ding in Japan auf diversen Wissenschafts-Kongressen jede Menge Eindruck schinden und danach noch an den Zoo oder an Nintendo als neues Maskottchen verscherbelt werden.
Kaum sind die Ungläubigen mit ihrem Teufes-Fang auf hoher See, entdecken Mama und Papa Gappa das leere Ei und laufen im Eingeborenen-Dorf Amok. Selbstverständlich war das erst das Hors d'oeuvre. Zum Hauptgang geht es dank elterlichem Riesenvogel-Spürsinn flugs nach Tokio, wo die Kindesentführer um die Zukunft von Little Gappa feilschen. Dort angekommen wird der Ausnahmezustand ausgerufen, die Spielzeugpanzer vorgefahren und die Sirenen angeschaltet. Per Riesenpranken, gewaltigen Schwingen und heißem Feuer-Atem beginnen Mom und Dad nun, die Stadt zu Klump zu hauen.

Ursache und Wirkung

Wem das bis hierher alles bekannt vorkommt, der kann sich auch den Rest denken.
’Gappa – Invasion der fliegenden Bestien’ beschreibt nämlich ein reichlich durchschnittliches Kaiju-Handgemenge, dessen größtes Manko wohl ist, dass die Titelbestien lediglich Häuserschluchten und ’Toys ’R Us-Militärvehikel’ vermöbeln, und nicht etwa sich gegenseitig oder andere Riesenmonster.
Auch die Darsteller sind nicht das Gelbe vom Ei (Nicken, Fingerzeigen, ungläubig Starren) und eine Plot-Kritik brauch ich wohl gar nicht erst anzusetzen (das Drehbuch liegt sicher immer noch unter der Eierschale in Gappas Höhle).
Auf der Habenseite des Amüsements stehen bzw. wanken die grottig designten Monster, die so irre bematscht aussehen, das einem die ebenfalls schlecht gestalteten Sets gar nicht mehr auffallen. Zudem werden uns mal wieder (ganz ähnlich wie in ’Gotschillas Todespranke’) dunkel angemalte Japaner als Eingeborene verkauft und Glückskeks-Weisheiten a la “Die Größe des Menschen hat nichts mit seiner Länge zu tun!“ hinterher geschmissen.

“Ich bin kein Eingeborener!
Die haben mich bemalt und mir Gappas Schamhaare auf den Kopf geklebt!!!“

“Lass uns zurück gehen. Es ist unheimlich hier unten!“
“So ein Unsinn! Du willst Presse-Reporterin sein?“
“Ja, aber…“
“Fahr nach Tokio zurück und lerne Kochen. Heirate einen Bankbeamten, schaff dir Kinder an, bleib zu Hause und verschwinde hier!“

Riesenmonster-Durchschnitt, dein Name ist ’Gappa’. Teuflisch trashige Monster treffen auf tranig tranchierte Action und abwesende Darsteller, die nach der ebenfalls abwesenden Story suchen. Wenn ihr schon ’Godzilla’ schlapp fandet, dann findet ihr ’Gappa’ zehn mal schlapper.

Hudson