Gangland L.A.

aka

Action War



Originaltitel: Gangland (2000)
Regie: Art Camacho Drehbuch: David DeFalco
Darsteller: Costas Mandylor, Sasha Mitchell, Vincent Klyn FSK: 18


Nukleare Superpower macht Bumm, L.A. kaputt, Staub legt sich, Post Apokalypse ist da.

THAT’S ARMAGEDDON!

Nein, es ist ’Action War’ oder ’Gangland L.A.’ oder einfach ein weiterer Film aus unserer Reihe ’Gestern ging die Bombe hoch und der ganze Abschaum blieb auf der Erde heften’.

Boooooooooooooooooooooo-
ooooooooooooooooooooring
Hier haben wir es mit einem besonders spaßigen Szenario zu tun. Nicht nur, dass es immer noch Fernsehen und eine Regierung gibt, es dauert auch keine fünf Minuten, bis zwei populäre Ghetto-Persönlichkeiten in Polizei-Uniform (nämlich Coolio und Ice-Motherfuckin-T) sich gegenseitig abgekanllt haben. Way to go, brothers.
Das, werte Leser, ist allerdings nur der Vorgeschmack, denn L.A. steht komplett unter der Kontrolle der Ganglanders unter der Fuchtel ihres teuflischen Anführers Lucifer (teuflisch!). Zu allem Übel grassiert auch noch eine Ebola-Epidemie (ausgelöst durch den nuklearen Niederschlag, Prost!), gegen die nur Wissenschaftler Adams (Tim Thomerson) etwas ausrichten kann. Der ist dummerweise in Lucifers Gefangenschaft, wo ihn eine handvoll netter Leute (u.a. Costas Mandylor) rausboxen wollen. Aber Lucifer (Vincent Klyn) ist auf Zack, macht seine Meute scharf und hat auch noch ein As in Form einer grunzenden Steroid-Kampfmaschine im Ärmel…

Das haben wir gerne…
Erst im zweiminütigen Vorspann das Ende der Welt mit Hilfe von ollen Archiv-Bildern diversen Atom-Explosionen abfertigen und dann ’War nur Spaß’ sagen und uns eine Gangster-Mauke aus halbverlassenem L.A.-Turf vor’s Knie kotzen.

Tim Thomerson als Nerd. Jetzt
kann nur noch eins kommen:
’Action War’ (der Titel stimmt schomal, denn mit guter Action stehen die Macher auf Kriegsfuß) ist ’Post Millenium’-Müll der schlimmsten Sorte und gehört in jede gut sortierte Müllzerkleinerungsanlage.
Was liegt an? Brutale Gewalt am nächsten Mann, ein paar billige Effekt-Shots und Explosionen, eine handvoll endzeitliches Lokal-Kolorit (halb nackte Männer auf rasenden Vehikeln) und eine Darstellerschar, die einem fast Leid tun kann.
’Tatort Gartenzaun’-Bulle Costas Mandylor schaut meist tranig aus den Textilien und das eigentlich vorhandene Potential von ’Trancer’-Jäger Tim Thomerson wird völlig verschenkt. Genau das gleiche gilt für Genre-Glatze Nils Allen Stewart (’Skeleton Man’) und Hackfresse Vincent Klyn, der genau die gleiche Rolle spielt, wie einst in Albert Pyuns Endzeit-Trash-Klassiker ’Cyborg’ (ihr wißt schon, der Film mit den bescheuerten Namen und Jean Claude am Kreuz). In einer Nebenrolle ist ’Terminator 3’-Babe Kristanna Loken zu sehen. Soll ich mich jetzt freuen oder was?

“Was ist aus dieser Welt geworden?“
“Die Hölle. Und ihr Anführer heißt Lucifer.“

Nämlich postapokalyptische Balletttänzer!

Fazit: Pardon my french, aber gestapelte Scheisse ist schöner anzusehen. Wenn ihr L.A. in der P.A. wollt, dann schaut euch lieber das ’California Love’-Musikvideo in der Endlosschleife an, als auch nur eine Minute eures kostbaren Lebens mit diesem Dreck zu verschwenden.


Hudson