Galaxy Invader


‘It Came From A Galaxy Far, Far Away. An Alien Explorer -- It's Mission ... TO KILL!’


Originaltitel: The Galaxy Invader (1985) Regie: Don Dohler
Drehbuch: Don Dohler, Anne Frith & David W. Donoho
Darsteller: Richard Ruxton, Faye Tilles, George Stover FSK: unbekannt


Local Yokel Movies Presents

“Well we found the green man in the woods and Paw shot at it and it dropped this white thang.”
“Shut up, J.J.! I don’t want nobody knowin’ about that!”

Zu spät. Der grüne Mann, von dem Mr. Gun Totin’ Redneck (mit bürgerlichem Namen heißt er Joe ’Paw’ Montague) da redet, ist niemand anderes als der titelgebende ’Galaxy Invader’, der in einem Feuerball auf die Erde krachte. Genauer gesagt in die tiefsten Hinterwälder, Marylands, US of A. Wo später die Blair Witch ihr Unwesen treiben soll, juckelt jetzt ein außerirdisches Wesen, gejagt von den dümmsten Cotton Mouth Yokels jenseits von Kentucky. Das weiße Ding, von dem anfangs die Rede war, ist das Lieblingsspielzeug des Aliens und wird diesem zu Beginn des Films von Joe Montague mit einem jauchzenden “Hot damn’!“ von der Brust geschossen.

FX-travaganza, Don Dohler Style

Der alte Kauz ist sich sicher, dass mit der leuchtenden Kugel, die von einem dumpfen Sirenen-artigen Rauschen begleitet wird, der große Reibach zu machen ist. Als er seinem Kumpel Frank von der Begegnung mit dem grünen Mann erzählt, fasst Frank (der zwar auch ein dummer Redneck, aber ein noch geschäftstüchtigerer und besser gekleideter als ’Paw’ ist) den Entschluss, das Monster selbst zu fangen. Während ein Uni Professor/Hobby-Alienologe und sein Student den wahren Motiven des Wesens auf der Spur sind, versammeln Joe und Frank eine Gruppe von Backwood-Deppen und röhren zur Jagd…

“I bet he came to see that thing from the green man.”
“Annie Montague, I told you, there is no such thing as a green man!”

Wer würde den Montagues den Blödsinn mit dem grünen Mann aus dem Weltall auch glauben? Die Capulets haben sich seit der Sache mit dem roten Blob ja endgültig nach Verona Valley verpisst. Zurück blieben nur Billy Bob Hicks, Joe Bob Moonshine und Billy Chick’n’ Shit und es grenzt schon an ein Wunder, dass diese unfähigen, strunzdummen Protagonisten es wirklich schaffen, dass Titelmonster zu fangen.
Und wenn ich ’strunzdumm’ sage, dann mein ich das im positivsten Sinne. Die Leutchen sind keinesfalls uninteressant. Sie haben mehr abgedrehte Ticks, persönliche Schwächen, emotionale Makel und intellektuelle Unzulänglichkeiten, kurz mehr ’Charakter’ als die Protagonisten von zehn Achtziger Jahre Standard-Video-Schoten zusammen, aber sie sind eben auch strunzdumm.

"Komm schon, Bubba, jeder darf mal!"
"Neihän! Das is meine Schubkarre!"
In einem Film, in dem es eigentlich um ein Monster gehen sollte, ist dies ein ziemlich großes Kompliment (das mit dem ’Charakter’, ’strunzdumm’ ist ja eher Standard).
Man möchte meinen, hier wurden Original Hillbillies aus dem Outback akquiriert und mit einer Ladung Moonshine und Biberfellmützen dafür bezahlt, eine Woche lang das zu tun, was sie am besten können: Ganz sie selbst sein.
Wenn die Jungs für den Apfelsinen-großen und federleichten MacGuffin (das weiße Ding), den sie mitten im Wald finden, extra eine Schubkarre aus dem Schuppen holen, um das Ding nach Hause zu karren, wird die Fassungslosigkeit zum Grinsespaß (erst denkt man, die Schubkarre wäre als Schutzmaßnahme gedacht, aber keine zwei Minuten später fassen sie die Kugel natürlich mit bloßen Händen an).
Nachdem Don Dohler, Wegbereiter für No Budget Horror Angelegenheiten der kauzigen Art, seine drei ersten Filme ’Fiend’, ’The Alien Factor’ und ’Nightbeast’ noch auf Film drehen konnte/durfte/wollte, nutzte er für ’Galaxy Invader’ das damals vor allem in der Pornobranche populäre und ungleich preiswertere Medium Video. Dementsprechend billig schaut der Quatsch natürlich auch aus. FX-technisch werden hier einige der Trash-Register gezogen, die auch schon ’Alien Factor’ zum Spaß machten. Das bedeutet: Sausende Toon-FX und eine Kreatur, die aussieht, als hätte jemand Skeletor, Moss-Man und das ’Star Trek’-Monster Gorn gekreuzt.

“J.J. please go after your father. He’s acting crazy and he’s gonna hurt your sister.”
“What can I do, ma? He’s got a gun! You know, how he gets.”

Galaxy invaded

’Galaxy Invader’ ist nach dem unglaublich trashigen ’Alien Factor’ erst der zweite Film von Don Dohler, den zu begutachten ich das Glück hatte, aber ich fange jetzt schon an, den Kerl zu lieben. Wer mit so wenig Möglichkeiten, so viel Blödsinn anstellt, der hat sich das Prädikat ’So very very very fuckin’ bad, it’s good’ redlich verdient. Dass es hier eigentlich um ein außerirdisches Kautschuk-Monster geht und wir trotzdem wissen wollen, was die superdämlichen Charaktere als nächstes machen, dafür gibt’s ein kleines Chapeau mit ’nem anschließenden Vorschlaghammer auf den Hut.


Hudson