‘In the 31st Century Man finally created a machine...
with feelings !’


Originaltitel: Galaxina (1980) Regie & Drehbuch: William Sachs
Darsteller: Stephen Macht, Dorothy Stratten, J.D. Hinton FSK: 12


1980: Die Science-Fiction-Welle war von George Lucas’ ’Star Wars’-Saga gerade zu neuem Überschwappen gebracht worden, da dachten sich ein paar bierlaunige Knallköppe, dass es nun an der Zeit wäre, diesen ganzen Sternen-Roboter-Weltall-Kram ein wenig zu verhohnepipeln. Aber lest selbst…

Die Frau der Zukunft:
Sitzmöbel und Fingernägel perfekt aufeinander abgestimmt.

Das 31. Jahrhundert:
Da der Verkehr im All zunahm, mussten Polizei-Truppen in die Weiten der unendlichen Leere entsandt werden. Eines dieser Schiffe ist der Polizeikreuzer ’Infinity’, dessen Crew sich aus den unterschiedlichsten Eumeln zusammensetzt. Da ist zum Beispiel der ’Sarge’, der am liebsten paffend an der Ruder-Maschine pumpt; Captain Butt, der Freude daran hat, ein eingelochtes Pelz-Alien mit schlechten Witzen zu foltern und natürlich Galaxina, die titelgebende Robter-Dame mit “…hochgradiger Intelligenzstufe 11..“, die meist stumm und breitbeinig auf einem seltsamen ’Akku-Ladegerät-Thron’ sitzt (von dem alten Chinesen-Zausel mit ’R-Defizit’ und dem Afro-Amerikaner mit Fledermausflügeln fang ich gar nicht erst an).

Na klar: Dr. Fu Man Chu
& Hagrid sind auch dabei
Dieses illustre Space-Ensemle wird vom intergalaktischen Polizeichef auf eine 27-jährige Reise in den Alpha-Quadranten entsandt, wo sie den ’Blauen Stern’ finden sollen. Am Ziel angekommen, hat Galaxina nicht nur aus Liebe zum Sarge das Sprechen gelernt, sondern wird auch prompt beordert, ganz allein die Suche nach dem Objekt der Begierde aufzunehmen.
So führt sie der Weg durch eine rot/gelb-ausgeleuchtete Westernstadt, die lediglich von Aliens bevölkert wird und in deren Saloon leckere Menschen-Häppchen (’People-Pie’ & ’Lady-Fingers’) serviert werden. Schließlich findet sie den ’Blauen Stern’ in den Händen einer ’Hells Angels’-Kommune (“Oh Harley Davids Sohn! Unser Herr und Meister, unser Allergrößter im All. Bitte beschütze uns! Krawumm, Krawumm.“). Und es hätte mich stark gewundert, wenn nicht auch ein außerirdischer Superschurke (hier im Weihnachtmann-Kostüm) an dem Ding interessiert wäre…

Meine erste Reaktion war: ’Hmmmmm…’
Die zweite folgte bald: ’Pffffffffffffffffffffffffft…’
Doch erst die dritte besiegelte mein Urteil: ’PRUUUUST!’

Böser Knecht Robo-Ruprecht
’Galaxina’ ist eine ausgiebig bescheuerte und auch seltsame Mischung aus Science-Fiction, Verarsche und Travestie, die mich zwar anfänglich verwirrte, dann aber gebührend belustigte. Der Film hat alle Zutaten einer Genre-Parodie (und ähnelt nicht nur in einigen Punkten dem 7 Jahre älteren ’Spaceballs’), doch kommt das Gesamtergebnis extrem trashig rüber. Wenn der Film also funktioniert, dann nur als ’Far-Out-Trash-Posse’, mit dutzenden Background-Witzchen, Running Gags und Gimmicks, bekloppten Sprüchen (“Sie ist nicht nur ein Roboter, du saures Schokoladen-Eis!“), irre Masken und Spoofs so manch populärer Szene aus ’Krieg der Sterne’ (Stichwort: Cantina, sogar zweimal!), ’Alien’ (Stichwort: Abendbrot), ’Star Trek’ (Stichwort: ’Mr. Spot’) und ’2001’ (kein Stichwort).
“Intrducing Dorothy Stratten, Playboys Playmate of the Year as your favourite Gal ’Galaxina’!” sprach der Mann im Trailer. Schauspielerische Konsequenzen hatte das für den Film natürlich nicht. Tragischerweise blieb es auch bei diesem einen Hauptrollen-Versuch; Frau Stratten wude nämlich noch vor der Kinopremiere von ihrem Ehemann ermordet. In weiteren Rollen sind Stephen Macht (bekannt aus ’Monster Busters’ & ’Trancers 2010’) und Tad Horino (’Destroyers’, Bill & Ted's verrückte Reise in die Zukunft’) zu sehen.

Zitat: “Wir sind die legitimen Nachkommen
der ’Terror-Rocker-Banden von der Erde’!“

Fazit: Knackalbernere Space-Farce, deren Macher eindeutig zuviel abgebissen haben, als sie kauen können. Für einen ’Film Rein-Hirn Raus-’Abend mit ein paar Spaßgesellen bestimmt nicht verkehrt. Spätestens, als auch noch Szenen aus dem DDR-Science-Fictioner ’Der schweigende Stern’ mit in die Grütze gerührt werden, bekamen zumindest wir ollen FilmFlausen-Ossis das richtig grobe Kichern.

Hudson