Future War


‘Past Predator, Present Alien, Future Terminator’


Originaltitel: Future War (1997) Regie: Anthony Doublin
Drehbuch: David Huey & Dom Magwili
Darsteller: Daniel Bernhardt, Robert Z'Dar, Travis Brooks Stewart FSK: 16


“Sir! Ich seh hier nen Riesenblutfleck.“
“Und es ist sicher kein Ketchup?“
“Nein Sir, echtes Blut!“

Ähhhm, ja...

Raumschiff of the evil Cyborg Herrenrasse

Wahnsinn. Ich bin noch ganz benebelt von dieser zelluloiden Irrsinnsapocalypse.
Daniel Berhardt, seines Zeichens Bloodsport-Sequel-Veteran und leidlich erfolgreicher Hintergrunddarsteller in Big Budget Filmen wie den beiden Matrix Sequels, durfte hier zum ersten Mal vor die Kamera. Dass er nach diesem Geschwurbel hier noch für Bloodsport II gecastet wurde, grenzt entweder an ein Wunder oder - ganz simpel - die Verantwortlichen haben DIESEN Film hier nicht gesehen... yep, so wird's gewesen sein.

“Mom said i'd look great
if i'd grow a moustache...“
Wenn ich mir Gedanken über ein eventuell vorhandenes Script zu "Future War" mache, dann muss ich zwangsläufig immer an eine Simpsonsfolge denken... ihr wisst schon, jene in der Mr. Burns eine Horde Affen an Schreibmaschinen zwingt ein Script für ihn zu schreiben... Dann wollen wir mal einen Blick auf die "Storyline" dieses Meisterwerks werfen.
Außerirdische Cyborgs züchteten Menschen aus der Vergangenheit der Erde um diese als Sklaven für sich arbeiten zu lassen. Um Menschen zu jagen benutzt diese Cyborg Master Race sogenannte Tracker - und jetzt kommt's - abgerichtete DINOSAURIER die natürlich ebenfalls in der Frühzeit der Erde gefangen wurden! Wow, whatta plot!
Irgendwann schafft's ein starker Sklave (Daniel Bernhardt) auf die Erde zu entkommen, die die Sklaven nur aus Fragmenten der Bibel kennen. Sie nennen diesen mythischen Ort "Heaven" (Aua...)... Überhaupt scheint der Schöpfer (huahaha) dieser Videoeinbahnstraße sehr viel von eben jenem Buch zu halten, anders könnte ich mir sonst das anfänglich andauernde Bibelgeschwurbel nicht erklären. Noch dazu ist die 2. Hauptdarstellerin ein ehemaliges gefallenes Mädchen ("Ok, du hast im Knast gesessen... und das mit den Drogen war auch scheiße"), die als Nonne zu neuem Seelenheil gelangte. Gequirlte Kacke sagt ihr? Recht habt ihr! Naja, die USA halt... ein Land, das solch kranke Kinderserien wie "Bible Man" fabriziert und in dem jeder seine eigene, ganz persönliche abgesägte Schrotflinte im Kleiderschrank haben darf.

CYBORG... need i say more?
Zurück zu "Future War", dem Film, den wirklich jeder zuhause selbst drehen kann, sofern er ein paar grenzdebile Kumpels hat und über ein leerstehendes Lagerhaus verfügen kann.
Genug Pappkartons und reichlich Abdeckplane sind ebenfalls ein dringendes Muss um die entsprechende "Atmosphäre" zu erzeugen. Ähnliches kann man auch in C-Streifen wie "Webs" mit Richard Grieco sehen...
Weiterhin ist es von Vorteil jemanden zu kennen, der wiederum jemanden kennt, dessen Kumpel 'nen guten Draht zum Onkel des besten Freundes eines ehemaligen Schulfreundes irgendeines x-beliebigen C-Stars hat. Anthony Doublin, seines Zeichens Regisseur und FX Wizard dieser kongenialen, vor anmutiger Ästhetik strotzenden Videoproduktion, kannte wohl so jemanden. Das Ergebnis war die Mitwirkung von Robert Z-Dar himself. Der hat zwar wirklich schon einiges an Abfall gedreht, aber das hier stammt wohl direkt aus dem Müllschlucker der Filmwirtschaft. In "Future War" liefert er noch dazu die wohl lächerlichste, komischste Version eines hochentwickelten Cyborgs ab, die die Menschheit jemals erblicken wird/kann/muss/sollte. So eine Cyborg Herrenrasse sollte sich dann doch nicht im Eighties Robodance Style fortbewegen... oder ist das nur meine Meinung???

Unglaublich... der kann
ja Pappkartons stemmen!
Dabei ist er selbstverständlich nicht die Ausnahme, allen voran glänzt hier Daniel Bernhardt als Runaway Slave mit dem Talent eines durchschnittlichen 9-jährigen, den seine Eltern dazu gezwungen haben an der Theater-AG der 4. Klasse teilzunehmen. Grandios und unvergessen und auf ewig ins Hirn gebrannt bleiben wird mir seine Darstellung des verstörten Runaway (nen Namen hat er nicht...) mit einer Prise Amnesie wie er auf dem Sofa kauernd an einem Radio herumdreht. Groß, ... ganz groß!
Noch mehr gelacht habe ich allerdings beim Anfangsfight, bei dem ein fieser Vokuhilacyborg mit Schwarzweiß-Schminke und Rotzbremse den Runaway jagt und dabei von selbigem mit Pappkartons beworfen wird. Grandios famos!
Habe ich eigentlich schon die nahezu perfekten Sauriertricks erwähnt? So erhaben und fantastisch in Szene gesetzt wie nur irgend möglich, so grandios wundervoll gemeistert und nur mit Effektmeisterwerken wie "Mighty Gorga" vergleichbar. Rick Baker & Stan Winston (RIP Meister...) wären stolz.

Braaaaaves Hündchen...

So, mehr will ich zu diesem, ähm, Film nicht schreiben. Ganz ehrlich habe ich selten so viel hohles Geschwurbel gepaart mit unterirdischen schauspielerischen Leistungen und horriblen Tricks in einem Film gesehen... und ich habe schon 'ne Menge mieser Streifen gesehen, aber das hier ist der Brüller. Hier 'ne leckere Synchro brandt'scher Prägung drüberrotzen und fertig wäre der PERFEKTE Partystreifen. Nichtsdestotrotz ist "Future War" fast uneingeschränkt als ebensolcher zu empfehlen. Einzige Vorraussetzung für den "Genuss" dieses einzigartigen Filmerlebnisses sind 'n Kasten Bier, wenn möglich auch was härteres, und ein bis drei ähnlich geartete Kumpels. In diesem Sinne... let the madness begin!



PS: Wer sich dieses Meisterwerk nicht blind zulegen möchte, der kann bei youtube den kompletten Film als MST3K Version anchecken ;-)


Goatscythe