Future Project


‘We must not destroy the world.’


Originaltitel: My Science Project (1985) Regie & Drehbuch: Jonathan R. Betuel
Darsteller: John Stockwell, Danielle von Zerneck, Fisher Stevens FSK: 16


“Michael, ich möchte, dass du dir dieses Nerz-Lenkrad an den Hut steckst.“

Dennis the Menace/Mad Scientist
Da hat der Knabe eine ordentliche Abfuhr von seiner Schicki-Micki-Mieze bekommen. Um sich an ihr zu rächen, datet Michael nun das Nerd-Girl Sawyer, die er beim ersten Date auf den Militär-Schrottplatz führt, wo er etwas brauchbares für sein Wissenschafts-Projekt sucht. Nach kurzer Suche und Ärger mit dem Nachtwächter, finden die beiden ein seltsam leuchtendes Gebilde.
Als Michael die Kugel seinem Lehrer (ein grandioser Dennis Hopper im ’Hippie-Modus’) zeigt, drückt dieser den falschen Knopf (ja, die Kugel hat Knöpfe) und wird augenblicklich hinfort geschlonzt. Nun gibt’s außer dem obligatorischen Trouble mit der Obrigkeit auch ein Problem, das die ganze Welt in Gefahr bringt. Denn die aktivierte Kugel verbindet auf mysteriöse Art und Weise die Vergangenheit mit Zukunft und Gegenwart. Die Schule wird zum Zeit-Tunnel, in ihren Gängen tummeln sich Nazis, Gladiatoren, Vietcongs, Neandertaler, ein T-Rex; das ganze Programm. Michael, Sawyer und zwei Freunde (ein Rowdie und ein Nerd) müssen sich ins Chaos stürzen, um ihre Schule und die ganze Welt zu retten…

“Das ist genau wie damals, als sie uns sagten, man könne Bananenschalen rauchen.“
“Du kleines, ungläubiges Ding.“

’Future Project’ aka ’My Science Project’ ist hierzulande eher unbekannt und das obwohl der Film echtes Zeug zum Kult-Hit hat. Der amüsante Genre-Jux bietet nicht nur eine vergleichsweise originelle Handlung (hey, wir sind beim B-Film, lasst Gnade walten!) und jede Menge Witz, sondern auch eine vernünftige Prise Action, abgedrehte Szenerien und eine engagierte Cast.

Die Schule IST der Dschungel!
Ein sympathisch verpeilter John Stockwell (‘Radioactive Dreams’) gibt sich mit den Genre-Haudegen Richard Masur (‘The Thing’), Fisher Stevens (‘Nummer 5 gibt nicht auf’) und Al Leong (AL LEONG!) die Klinke in die Hand und ein wunderbar aufgedrehter Dennis Hopper darf sogar noch mal sein ’Easy Rider’- Kostüm auftragen.
Ausstattung und Effekte verlieren zwar den Vergleich mit den teureren Produktionen ihrer Zeit, können sich aber trotzdem noch 25 Jahre später sehen lassen und beschämen selbst viele Genre-Vetter aus den Neunzigern. Ein stattlich designter, lebensgroßer Gummi-T-Rex, wabernde Spuk-Effekte im Stile von ’Jäger des verlorenen Schatzes’ und ein schicker Dimensionstunnel a la ’Evil Dead 2’ lassen die Herzen von Liebhabern klassischer Eighties FX höher schlagen.
Zur musikalischen Unterstützung schickt uns der Gott der Titelsongs einen jener klassischen Tracks, die den Titel des Films im Refrain immer wiederholen, eine Kunst die heutzutage fast ausgestorben zu sein scheint.
’Future Project’ hatte das Pech, im gleichen Jahr in die Kinos zu kommen wie das thematisch nicht unähnliche, jedoch um einiges höher budgetierte ’Zurück in die Zukunft’.
Unnötig zu erwähnen, dass ’ZidZ’ jegliche Konkurrenz von der Bildfläche fegte und in Vergessenheit geraten ließ.

RUBBER REX ROFL

Aber genau dafür sind wir ja da. Um euch vor den schlimmsten Stinkern zu bewahren und euch unentdeckte Delikatessen eurer Lieblingsbeschäftigung schmackhaft zu machen.
’Future Project’ = ’Timesweep’ plus ’Bill & Ted’ minus die Super-Badness von ’Timesweep’ plus Achtziger Jahre Flair vom Feinsten. Will sagen: Ein effektgeladener SciFi-Trip mit putzigen Darstellern und jeder Menge Schabernack. Schmackhaft genug?


PS: Laut den Eltern eines Freundes kann man Bananenschalen (getrocknet) tatsächlich rauchen. Gerade deswegen sollen sie in der ehemaligen DDR so beliebt gewesen sein. But please don’t try this at home!


Hudson