Future Kill


‘In the future, the Mutants rule!’


Originaltitel: Future-Kill (1985) Regie: Ronald W. Moore
Drehbuch: John Best, Kathleen M. Hagan, Ronald W. Moore & Edwin Neal
Darsteller: Edwin Neal, Marilyn Burns, Gabriel Folse FSK: 18


“Ich werde das nicht länger dulden! Ich bin der Führer einer gewaltlosen Bewegung und du bist ein gewalttätiges Individuum … Splatter, wir brauchen dich! Du bist der einzige in unserer Bewegung, der absolute Kenntnisse der Nuklear-Technologie besitzt.“

Meet ’Splatter’...
Banden-Chef Eddie ist mächtig sauer auf seinen verstrahlten Kumpel, weil dieser schon wieder jemanden umgelegt hat. Splatter ist das egal, er strebt die Herrschaft in seinem dreckigen Viertel nach dem atomaren Knall im Jahre 1988 an.
So sagt es jedenfalls des Cover. Doch groß war meine Überraschung, als ich danach eine Szene vorgesetzt bekam, die direkt aus ’Animal House’ oder ’Rache der Eierköpfe’ stammen könnte. Eine House-Party? In der Post-Apokalyse? Mich wunderte ja schon, dass in den Wolkenkratzern noch Licht brannte, aber ist eine solche Sause inklusive Assi-Anmachen (“Hey ich bin der schöne Greg. Fertig zum Abflug?“) nicht zu viel des Guten? Nein, es ist nur eine Party der ’Frats’, quasi die schönen, jungen und reichen College-Knaben der Endzeit (nur dass es in der Endzeit ja keine Colleges gibt). Nachdem die Jungs dem Chef einer ’feindlichen Verbindung’ den klassischen ’Teeren und Federn’-Streich gespielt und ein leichtes schweres Mädchen vernascht haben, schickt sie ihr eigener Vorstand in eine berüchtigte Gegend. Dort hausen allerdings die Freaks aus Szene Eins oder wie sie ein Nachrichtensprecher im Film nennt:

... ’Splatters’ Ische...
“Hunderte von Anti-Nuklear-Mutanten, wie sie sich selbst bezeichnen, haben sich in diesem unbewohnten Stadtgebiet eingenistet und bilden eine Subkultur von ungeheurem Ausmaß.“ Eine dieser Gestalten sollen die Fratboys kidnappen, um sie auf einer Themen-Party (’Protest gegen Nuklear-Protest’) zu präsentieren.
Dass die Dödel dabei an unseren Freund Splatter geraten und dieser erneut in seine schlechte Angewohnheiten als ’gewalttätiges Individuum’ verfällt, ist so sicher wie das Spray in der Frisur…

’Future Kill’ fängt humorig debil an und geht einfältig düster weiter. Das passt alles nicht wirklich zusammen, zumal man hier auch nicht wirklich sicher ist, ob der Film denn nun tatsächlich nach der atomaren Katastrophe spielt oder eben nicht. Letztlich tut das aber wenig zur Sache, denn ’Future Kill’ ist eigentlich nur als ein weiterer Abklatsch von Walter Hills grandiosem Gang-Reißer ’The Warriors’ einzuordnen und klaut auch noch musikalisch bei John Carpenters Synthie-Stimmungskeulen. Im Vergleich zu diesen großen Vorbildern kann der Film natürlich nur abstinken, doch muss man Regisseur/Ko-Autor Ronald W. Moore ein gewisses Gespür für Exploitation-Entertainment zugestehen. In Unterhaltungsbelangen punktet der absurde Ghetto-Runner sowieso. Schickes Eighties-Makeup (ja, die Art von schick!) und groteske Kostüme (Nutten, die alte Sybil Danning-Brustpanzer zur Schau tragen) paaren sich mit dummen Sprüchen (“Spaß muss sein sprach Frankenstein und schob auch noch die Eier rein!“). Und Ober-Freak ’Splatter’, dessen Name Programm ist, gibt den mutierten Cyper-Punk im Stil eines Axt schwingenden Slasher-Villains. Was ja nicht weiter verwunderlich ist, da Darsteller Edwin Neal nebst Marilyn Burns ja schon im ’Texas Chainsaw Massacre’ zu sehen war.

“Du meinst, weil wir Frats sind, sind wir automatisch einverstanden mit dem Nuklear-Scheiß?!“

und ’Splatters’ Droogs

Fazit: College-Bratzen und Strahlen-Freaks beim Ghetto-Standoff. Klingt ruppig, sieht tuffig aus, unterhält auf ’Bratwurst & Bier’-Ebene, läuft aber ins Leere. Next please!



PS: Das deutsche Tape (ja, das mit dem Aufdruck ’Super Kino Hit’) ist geschnitten wie ’ne grobe Bratwurst.

Hudson