Future City - Stadt der Überlebenden



Originaltitel: Island City (1994) Regie: Jorge Montesi
Drehbuch: Jonathan Glassner
Darsteller: Kevin Conroy, Brenda Strong, Eric McCormack FSK: 12


Was? Is’ schon wieder Endzeit? Tatsächlich: 2035 und das Ozonloch ist verdammt groß geworden.

Botox und du
Aber schön bunt hier. Erweiterte Technologie (u .a. ’Virtual Reality’ und automatische Türen) ist vorhanden und Menschen wohnen in einer geschützten Metropole namens Future City, deren auf Leinwand gemalte Mauern sie vor den Widrigkeiten der Außenwelt beschützen. Widrigkeiten? Ach je, lange Geschichte. Da gab es diese Wunderdroge, die allen ewige Jugend bescheren sollte. Dummerweise bewirkt sie bei 90 % der Testsubjekte ärgerliche Mutationen, welche die Menschen zu zwar körperlich perfekten, muskulösen Supertypen werden lässt, ihre Hirne jedoch auf Minimalfunktionen reduziert. Die daraus resultierenden ’Lou Ferrigno meets Neanderthal’-Lookalikes machen natürlich jede Menge Ärger, streunen im solarverseuchten Ödland umher und greifen hin und wieder dort lebende Siedler und Patrouillen der Future City-Spezialeinheit an. Bei einer dieser Attacken wird Andy Sealle, ein Mitglied der Einheit, durch die Rezessiven (so nennt man die Hulk-Mutanten) von seinen Kameraden getrennt und im Ödland zurückgelassen. Der Einheit bleiben nun 48 Stunden Zeit, um Sealle aus dem Ödland zurückzuholen, bevor er unumkehrbar kontaminiert ist. Während sich die Spezialeinheit mit dem Oberkommando um Richtlinien streitet, wird dem Team ein Halb-Rezessiver zugeteilt, was die Stimmung erst recht aufheizt…

Mittachszeit @ Musclebeach
’Future City’ aka ’Island City’ ist ganz offensichtlich der Pilot einer nie realisierten Endzeit/SciFi-Serie aus den tiefsten Neunziger Jahren.
Obwohl der Einfallsreichtum in Sachen Sets und Ausstattung zu wünschen übrig lässt (’Future City’ selbst sieht aus wie ein riesiges, mit Gadgets zugestelltes Einkaufszentrum) und viele der Ideen aus anderen Genre-Filmen gemopst wurden (beispielsweise die Stadt der ewigen Jugend und Kristalle, die genetische Kompatibilität erkennen aus ’Flucht ins 23. Jahrhundert’ bzw. ’Brave New World’), könnten Science Fiction-Fans Gefallen an der facettenreichen Geschichte finden.
Die Cast ist vornehmlich aus zukünftigen TV-Stars zusammengestellt (’Batman’-Stimme Kevin Conroy, Eric McCormack aus ’Will & Grace’ und ’Desperate Housewife’ Brenda Strong) und, abgesehen von den schrecklichen 90er-Kostümen und einem ’Westley Crusher für Arme’ (ja, noch ärmer), recht brauchbar.
Der Film bezieht seine besten Momente aus der Kombination von genre-typischen Scherereien und zwischenmenschlichen Konflikten, mit denen sich seine Protagonisten herumschlagen müssen, ohne dabei den Sinn für Humor und das Gefühl für Spannung einzubüßen.

“Wenn ein Computer dich interagiert ist das nicht wie die Realität.“
“Aber wieso denn? Ich habe ungefähr 150 Gigabyte von Major Sealles Sprachmustern und Erinnerungen.“

Commander Headset vs Steinzeit Junior

Fazit: ’Logans Run’ meets ’Carvers Gate’ im TV-Format, mit funktionierenden Charakteren, einem einigermaßen interessanten Setup und der Extraportion Science Fiction-Hubbub. Kein großer Wurf, aber ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Hudson