Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht


‘He rolled the Seven Wonders of the World into one!’


Originaltitel: Furankenshutain tai chitei kaijû Baragon (1965)
Regie: Ishirô Honda
Drehbuch: Reuben Bercovitch, Takeshi Kimura, Mary Shelley & Jerry Sohl
Darsteller: Tadao Takashima, Nick Adams, Kumi Mizuno FSK: 12


Ach du lieber Affe!
Diesen Film hatte ich schon beinahe aus dem Gedächtnis gestrichen. Alles was an Erinnerungen bezüglich des japanischen Frankensteins noch in meinem Oberstübchen umhermurmelte, war: Ein alles zertrampelnder Riesenmensch mit hervorstehender Unterlippe, plattem Kopp und ’Furankenshutaiiiiiiiiin!“ - schreiende Japaner!


Genau der!

Und so fing alles an:
Der 2. WK, 1945. Deutsche Schergen stürmen die Festung von Dr. Frankenstein und bringen das Herz des berühmten Monsters nach Japan. My brain hurts…
Dummerweise ist das Institut für Frankensteinsche Herzplantationen ausgerechet in Hiroshima. Und wer im Geschichtsunterricht oder wenigsten bei den nächtlichen History-Dokus aufgepasst hat, weiß: Morgen geht die Bombe hoch… und Frankies Herz geht mit. 15 Jahre später wuselt eine seltsame Gestalt durch die Gassen der Stadt und macht die Gegend unsicher (Hunde aus der Nachbarschaft zum Abendbrot, Kaninchen aus dem Bio-Raum der örtlichen Schule zum Frühstück, etc.). Das Ding wird schließlich gefangen und erweist sich als Jugendlicher mit eingangs erwähnten Körper-Merkmalen. Scheinbar (and my brain hurts again) ist diese Kreatur aus dem alten Herz entstanden und wächst nun immer weiter. Bald hat er Riesen-Größe eingenommen, kann also nicht mehr in Laboren gehalten werden und zieht sich in die Wildnis zurück, wo er Wildschwein-Puppen jagt und sich ein Bett aus Tannen bereitet. Doch die vermeintliche Ruhe hält nicht lange an, denn ein anderes Monster kraucht aus dem nächstbesten Stollen: Baragon (nicht zu verwechseln mit Barugon!). Dieser ulkige Urzeit-Drache sorgt für allerlei Unheil, dessen Resultate die unwissenden, unwissenden Menschen zunächst Big Frank in die Schuhe schieben. Dieser muss die Sache letztendlich ausbaden und den Kampf mit dem feuerspeienden Riesen-Saurier aufnehmen…


Nein das ist nicht BarUgon, aka Gotschilla,
sondern BarAgon! So viel Zeit muss sein!

’Frankensteins Riesenmonster gegen Gummisaurus Rex’… ’Affengesicht vs. Flügelöhrchen’ ... ’Atomic Lower Lip Django against the horned Chinchilla Giant from down below’…
Ach, mir fielen noch ein paar mehr ein, aber ich denke, ihr habt’s schon kapiert. Denn, wie bekloppt der Plot auch sein mag, am Ende läuft es ja doch immer auf das Eine hinaus.
Atom-Kritik, resultierende Supermonster, schreiendes Volk, alles beim Alten also.
Selbst die Schauspieler sind aus anderen Kaiju-Streifen bekannt. So spielte Hauptdarsteller Tadao Takashima auch die erste Geige in ’Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn’ (my favorite!), Nick Adams war ’Astronaut Glenn’ in ’Befehl aus dem Dunkel’ und Kumi Mizuno kennt man aus so vielen TOHO-Streifen, dass das Aufzählen alleine schon drei Zeilen in Anspruch nehmen würde…
(’Ufos zerstören die Erde’, ’Matango: Fungus of Terror’, ’Der Löwe des gelben Meeres’, ’Befehl aus dem Dunkel’, ’Frankenstein - Zweikampf der Giganten’, ’Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer’, ’Godzilla Against MechaGodzilla’ und ’Godzilla: Final Wars’ Seht ihr?!)

Extended Rubber Action

Ebenfalls an Bord: Takashi Shimura, der Anführer jener legendären ’Sieben Samurai’ als Wissenschaftler, aber wen interessieren schon Schauspieler, die eine sowieso hanebüchene Story glaubhaft machen wollen? Wir wollen Monstah-Mash und den gibt es natürlich erst wieder zum Finale, als Frank (oder ’Furank’) mit Baragon eine bewaldete Berg-Gegend unsicher macht. Da gibt’s Feuersbrünste, Erdbeben, Rubber-on-Rubber-Action, Spaß für Groß und Klein von Toho-Meister Ishiro Honda höchstpersönlich.
Alles ganz klassisch, also nicht allzu aufwändig, aber doch sehr, sehr amüsant und einmal mehr genau das richtige für einen verregneten Sonntag Nachmittag.



PS: Ursprünglich basierte der Film auf einem Sript von ’King Kong’ Special FX-Maestro Willis O’Brien, in dem das Frankenstein Monster eigentlich auf Skull Islands Riesenaffen treffen sollte. Das Drehbuch wurde von Produzent John Beck an TOHO verkauft, die schließlich zwei Filme draus machten: ’Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht’ und ’Schlachtfest der Giganten’ (1962).


Hudson