Frogs - Killer aus dem Sumpf


‘Cold green skin against soft warm flesh...a croak...a scream.’


Originaltitel: Frogs (1972)
Regie: George McCowan Drehbuch: Robert Hutchison & Robert Blees
Darsteller: Ray Milland, Sam Elliott, Joan Van Ark FSK: 16


’Frogs’ - Abteilung: Wie bescheuert kann Tierhorror werden?

Was könnte diese Idylle trüben?
Pickett Smith (Sam Elliot), ein freiberuflicher Fotograf im Paddelboot, der einem Umwelt-Skandal auf der Spur ist, wird in den Sümpfen Floridas vom Motorboot des ungestümen Millionärssohn Clint Crockett (Adam Roarke) und dessen Schwester Karen (Joan an Ark) unbeabsichtigt zum Kentern gebracht. Schuldbewusst laden die beiden den durchnässten Natur-Paparazzi in ihr Herrenhaus ein, wo das Familienoberhaupt Jason (Ray Milland) eine große Geburttagsparty ausrichtet. Opa Crocketts Bagage hat schon genug Probleme miteinander, doch als plötzlich FRÖSCHE aus dem Unterholz hüpfen und bedrohlich an die Scheiben des Hauses grapschen, geht der Terz erst richtig los. Zwar hat Großvater kurz zuvor einen Bediensteten mit Eimern voller Pestizide in die Gegend um das Haus geschickt, um das elende Ungeziefer mit drastischen Mitteln des Geländes zu verweisen, doch hat er die Rechnung ohne Mutter Natur gemacht. Die fährt nämlich ihre Aggro-Hormone aus und schickt alles Gefleuch in Richtung des Crockett-Anwesens…

Noch Jahre vor dem durch ’Jaws’ neu entfachten Tierhorror-Boom produzierte B-Movie Legende Samuel Z. Arkoff diesen gut besetzten und ansprechend fotografierten Horrorfilm, in dem (und darauf läuft’ hinaus) Frösche Menschen angreifen. Sicher bietet ’Frogs’ auch ein paar Schlangen, Spinnen, Eidechsen und seltsam synthetische Audiosequenzen zur musikalischen Untermalung, die ebenfalls aus dem Tierreich stammen könnten. Die Stärke des Films sind seine Schauspieler. Mit Ray Milland, Adam Roarke und Sam Elliot kann man auch kaum etwas falsch machen, wenn man sie richtig in Szene setzt.

Vielleicht Frogzilla?
Milland gibt einen herrlich ekelhaften Patriarchen im Rollstuhl ab, vom Unmut auf alles und jeden zerfressen und mit dem steten Willen, eben jenen durchzusetzen, komme was wolle. Roarke spielt den durchtriebenen, geldgeilen, verwöhnten Sohn, blüht angesichts des Materials jedoch kaum zu voller Größe auf und ein junger Sam Elliot ist ohne seinen Schnurrbart zwar für den ’handsome leading man’ geeignet, doch legt der Drehbuchautor auch ihm meist nur Platitüden in den Mund.
Was machen die Tiere? Die hängen vorerst rum. Frösche hängen auf Wurzeln, Schlangen auf Ästen, Leguane auf Brettern. Keine zehn Minuten vergehen, ohne dass nach einem Füller-Dialog eine Frosch-Meute gezeigt wird, die sich über den Rasen wälzt. Sind sie Rache-Boten der Natur? Sind sie die warzigen Killer des Vorgartens? Sind sie irgendetwas anderes als lächerlich quakende Amphibien?
Als es nach all dem Draufhalten auf harmlos plusternde Froschbacken endlich zur Sache geht, wird es richtig albern. Die dämlichen Menschen begeben sich hinaus in die Natur, um *dämlichen Grund, die Natur zu besuchen, der aber nichts mit dem Plot zu tun hat bitte hier einfügen* und werden vom Ungeziefer ’angefallen’. Sohnemann wird von Schlangen gelockt, von Spinnen umgeschubst und von Moos eingewickelt. Oma jagt einen Schmetterling, fällt in die Moddergrube, hat ein paar Egel-Broschen auf der Bluse und wird schließlich von einer Klapperschlange gebissen. Einen anderen erwischt es im Gewächshaus, als ein Leguan Gläser mit der Aufschrift POISON vom Regal schmeißt und wenn ihr meint, DAS sei der Gipfel, dann wartet mal auf die Szene, in der eine Blondine im knöcheltiefen Wasser von einer Schildkröte ’attackiert’ wird.

Ähm... im Ernst, Leute...

Fazit: Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Sehr. Und zwar zu sehr! Für Tierhorror-Fetischisten, französische Feinschmecker und Naturburschen vielleicht ganz amüsant. Für alle anderen gilt: Wenn die Natur ruft, einfach nicht antworten!


Hudson