Freitag der 13. Teil 2


‘The body count continues...’


Originaltitel: Friday the 13th Part 2 (1981)
Regie: Steve Miner Drehbuch: Ron Kurz
Darsteller: Amy Steel, John Furey, Adrienne King FSK: SPIO/JK


Nach dem immensen Erfolg des 1. Teils war es nur eine Frage der Zeit, bis die ’Mächte Hollywoods’ ein Sequel planten, verfassten und drehten. Die Floskel ’Frage der Zeit’ beschränkt sich hier auf gerade mal ein Jahr und Steve Miner (’Deep Star Six’), Co-Produzent des ersten Teils übernahm gleich selbst die Regie.

Begrüßt uns einmal mehr mit
Gelaber of Doom: Crazy Ralph
Nach extra ausführlichem Re-Run der Ereignisse aus Teil 1 (inklusive des Schock-Endings) aus der Perspektive der letzten Überlebenden, wird der Zuschauer Zeuge des ’neuen’ Killers. Noch bevor wir dem Irrglauben verfallen können, Alice sei die Hauptfigur … na ja, ihr könnt euch den Rest denken. Eine unnütz verschwendete Viertelstunde später setzt der eigentliche Film dann ein. Es geht, ihr habt es sicher schon erraten, wieder um eine Horde lebenslustiger junger Leute, die nahe des ’Camp Chrystal Lake’ einen Sommerjob als Betreuer antreten wollen.

Muster:
Jason schlitzt. Darum geht’s auch in den etlichen Fortsetzungen, aber hier passiert wirklich fast gar nix anderes. Jugendliche isolieren sich, geraten in eine missliche Lage, die der Killer (hier noch ohne Hockey-Maske, dafür mit Lumpensack auf der Rübe) ausnutzt und sie auf möglichst drastische Art und Weise aus dem Leben scheiden lässt (Eispickel ins Ohr, Machete in die Rübe, menschliches Schaschlik, Hammer in der Fontanelle). Um zu zeigen, dass er ein wirklich böööser Irrer ist, lassen die Macher ihn auch nicht vor einem Knaben im Rollstuhl halt machen.

Just the lame old facts, ma'am.

Ich dachte, der Blitz trifft mich, als tatsächlich Crazy Ralph aus dem Original in Szene Eins wie aus dem Nichts erscheint und schon wieder seinen Standard-Spruch: “Ihr seid verdammt. Ihr alle seid verdammt.“ aus der Lippe fallen lässt. Genau so fängt man eine Parodie an, aber doch keine Fortsetzung.
Mittel:
Jasons Opfer sind einigermaßen sympathisch, aber alles andere als geforderte Schauspieler. Keiner von ihnen wird genügend charakterisiert, um die Bezeichnung Hauptdarsteller zu tragen. Dieses Manko, welches in den kommenden Teilen durch die Zentralisierung des Killers wett gemacht wurde, stößt hier besonders sauer auf. Der Film wirkt zu größten Teilen leblos und lieblos.

Nein, Sackgesicht-Sprüche sind
nicht unter unserem Niveau!
Die subjektive Kamera aus Teil 1 kommt auch hier inflationär zum Einsatz. Die angeblich längste Precredit-Sequenz der Geschichte des Kinos ist schlichtweg überflüssig. Harry Manfredinis gelungener Score und die Effekte von Steven Krishoff (’Day of the Dead’) sind die professionellsten Ingredienzien dieses insgesamt unnötigen Aufgusses eines von vornherein lediglich netten Genre-Films. Dass ’Freitag der 13. Teil 2’ dann auch noch den komplettem Schlussgag aus seinem Vorgänger kopiert, ist einfach nur noch unverschämt und lässt ihn als einen der miesesten Vertreter seiner Reihe und seines Subgenres dastehen.


Hudson