Als die Frauen noch Schwänze hatten


‘Everything You Always Wanted To Know About Cave Women But Were Afraid To Ask’


Originaltitel: Quando le donne avevano la coda (1970)
Regie: Pasquale Festa Campanile Drehbuch: Marcello Coscia, Pasquale Festa Campanile, Ottavio Jemma & Lina Wertmüller
Darsteller: Senta Berger, Giuliano Gemma, Frank Wolff FSK: 16


Huaaaaah! Bei aller Liebe. Es gibt Grenzen des Schwachsinns, die ein Mensch jenseits des Bubu/Kaka/Pipi-Alters von ... sagen wir 5 Jahren einfach in seiner Geschmacksumlaufbahn abgesteckt haben sollte.
’Als die Frauen noch Schwänze hatten’ schwirrt in Sphären jenseits dieser Grenzen herum. Im Orbit der quatschophilen Schwachmatei, der debil-freundlichen Synchronisation und haudraufiger Slapstick-Schenkel-mit-
Keule-klopf-Komik.

Spähen...
Die ’Geschichte’ des Films handelt von einem YX-Only-Neanderthaler-Zirkel, die als Kinder auf einem überdimensionalen Reiskeks von der Mutterleine flutschen und den Fluß hinab auf einer einsamer Insel stranden, wo sie dann zu ’erwachsenen’ Höhlenstrolchen heranwachsen. Als eines Tages das Feuer kommt, halten sie es erst für einen Feind, dann für einen Freund, den sie auf ihrem gesamten Eiland verteilen, was sie natürlich dazu zwingt, eine neue Heimat zu finden. Gesagt, getan, auf einer anderen Insel macht man schließlich die Bekanntschaft mit dem ’Tier’ Frau (Senta Berger), das vor allem Ulli (Giuliano Gemma), den ’Kopf’ der Rotte interessiert. Der will sie zwar zuerst verspeisen, doch dann erklärt sie ihm, dass sie eine Frau ist:

“Eine Frau? Was soll das sein?“
“Das musst du doch wissen!“
“Nein.“
“Ich bin kein Tier. Ich bin nicht zum Essen!“
“Ulli macht auf und sieht nach.“
“NEIN! NEIN! Nicht aufschneiden! Eine Frau ist nicht zum Essen da. Sie ist für andere Sachen gemacht. Sachen mit Mann. Schöne Sache. Schönes Spiel. Viel besser als Essen.“
“Was, besser als Essen? Nein, besseres Spiel gibt es nicht!“
“Doch! Doch, das Pimmelspiel!“

Und so entdeckt Ulli den Sex. Doch jeder will bald mal ran an die süße Filli und das deckt sich gar nicht mit dem Platzhirschgehabe der Gruppe…

“Macht Ei?“
“Macht Kaka!“

... Schnappen...
Ich geb ja zu, dass ich mich zu Hause auch hin und wieder so aufführe, wie die hier dargestellten Eimerköppe, aber das bleibt unter mir, meiner Freundin und unserem Vogel und geht keinen anderen was an, schon gar nicht ein Film- und Fernseh-Publikum.
Die dargestellten Gebärden (Zappeln, Hampeln, Grinsen, tonnenweise Uga-Uga-Moves) werden nur noch von der deutschen Vertonung übertroffen (bei der Christian Brückner und andere Koryphäen der deutschen Synchron-Szene zu Gange waren), die sich womöglich die Popularisierung der Worte ’Schmackofatz’, ’Ficki Ficki!’, ’Schawuli, Schawuli!’ und ’Pomfe’ zum Ziel gesetzt hatte.
Einmal mehr ’Nicht zu fassen, dass…’ man Ennio Morricone überreden konnte, hierfür die Musik zu komponieren. Die ist dann aber auch wirklich die einzig professionelle Zutat dieser urzeitlichen Deppen-Klamotte, die ’Spencer & Hill’-Filme im Vergleich als intelektuelles Kulturgut dastehen lässt und einmal mehr aus den Wirrköpfen italienischer Spaß-Künstler entsprang.

“Hach, keiner will mit mir fegen, immer muss ich allein. Das macht mich ganz töff töff.“

...Poppen!

Fazit: Deutsche Synchron-Asse labern sich debilen Sprühstuhl von der Seele. Kamele kacken Höhlenmenschen an. Guiliano Gemma fasst Senta Berger an die Brüste und das trashigste Bärenkostüm aller Zeiten fängt Feuer. Für wen das einigermaßen ulkig klingt, der denkt lieber nochmal drüber nach. Für wen das total crazy und toll kling, dem ist nicht mehr zu helfen. Und wer soviel peinlich-plumpe Doofheit auf einen Haufen nicht ertragen kann, der hat wahrscheinlich recht.


Hudson