Forbidden Warrior


‘In The Soul Of A Woman Beats The Heart Of A Hero.’


Originaltitel: Forbidden Warrior (2004)
Regie: Jimmy Nickerson Drehbuch: Glen Hartford
Darsteller: Marie Matiko, Sung Kang, Karl Yune FSK: 16


Ok, dann schauen wir mal, was wir hier haben...

Obi van Yoda - The Blind Warrior
Ein Amerikaner - Jimmy Nickerson - dachte sich, was die Asiaten können, das kann ich schon lange. Kurzum, er hat nicht lang gefackelt und drehte einen zusammengewürfelten asiatisch designten Abenteuerfantasyklumpatsch. Alles dreht sich um ein geheimes Buch - die Gaia Za - welches nur von einem vorherbestimmten Sprössling gelesen und kontrolliert werden kann. Dieses Kind trägt den Namen Seki und muss erstmal beschützt werden, damit die Bösen nicht merken, dass das Balg, das getötet werden sollte eben doch nicht so ganz tot ist. Denn der Oberfieswurz, der böse Kahn fürchtet um seine Macht und beauftragt AL LEONG höchstpersönlich mit der Eleminierung von Mutter und Kind. Letzendlich werden beide verletzt, Mutter tödlich, Kind nur angekratzt.
Flugs herbeigeeilt kommt Andrew Divoff himself als eine Art Zaubermönch (klar, er hat natürlich 'nen Predator'schen Tarnmodus) mit dem wohlklingenden Namen Ujis-Aka (Gesundheit?) und gibt dem enttäuschten Daddy erstmal zu verstehen dass er nur einen von beiden retten kann. Dumm gelaufen denkt er sich und lässt sein geliebtes Weib dahinsiechen um wenigstens Seki zu retten. Die kommt bei einem westlich aussehenden Schamanen (Tony Amendola) unter der eine lustige, vorsintflutliche Sonnenbrille trägt und dazu noch schweben, heilen und diverse andere Zaubertricks beherrscht... so far the story...

Asian Badguy Prototype:
AL LEONG
Yep, es klingt nicht nur nach Trash, es IST Trash. Dennoch scheint es fast so, als wollte Nickerson einen ernsthaften Versuch unternehmen auf der Asiafantasywelle ein wenig mitzureiten, nunja... Versuch missglückt! Allerdings ist das hier Gebotene wiederum so unglaublich behämmert, dass es schon wieder mucho FUN ist dem kunterbunten Treiben auf der Mattscheibe zuzuschauen. Ich meine, wo sonst bekommt man ein beklopptes Trio mit den klangvollen Namen Kauderwelsch, Lulatsch und Maus (Yeah, right!)? Oder Choreografien die einen Yuen Wo-Ping in schallendes Gelächter ausbrechen lassen würden? Ein wilder, wenn auch nur fünfköpfiger Piratenhaufen mit Musetta Vander als steiler Piratenqueen? Grausam hirnverbrannt erscheint unfreiwillige Komik hier am laufenden Band, man möchte gelegentlich den Kopf so fest gegen eine Wand schlagen, dass er für die verbleibende Zeit doch bitte jegliche Aktivitäten einstellen möchte. Twists die eigentlich keine sind, eine Heilung nach der anderen, Schauspieler, die in ihrem nächsten Leben vielleicht mal welche sind und Dialoge, die sich jeglicher Logik galant entziehen. Hier wird eigentlich gekonnt, ein im Vorraus zum Scheitern verurteiltes Drehbuch bravourös in den Sand gesetzt, jedoch nicht ohne einiges an wohlig trashigem Sand aufzuwirbeln (wow...). So schön fotografiert sind billige Kostüme übrigens selten.

Die Bösen haben die geilsten Hütten.

Aua aua, was hab' ich da grad gesehen?! Der Streifen fängt mal wirklich grandios edeltrashy an, aber dann... Well, ich sag' mal so, ich habe selten einen Plot gesehen, der dermaßen glorious durch den Lokus gespült wurde wie hier. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich das als negativ oder positiv mies bezeichnen soll, denn dieser Mumpitz hat durchaus seine Momente. Es gibt derer nicht viele, aber immerhin gibt es sie, besonders im Bezug auf die unfreiwillige Komik, und davon birgt der Streifen 'ne ganze Menge.

Nie was von der Schwertflöte gehört?

Kurz gesagt, alle, die beim Anblick des Covers ein High-Budget Fantasy Abenteuer erwarten, kriegen schon nach wenigen Sekunden die bittere B-Movie-Wahrheit mitten ins Fressbrett getrümmert. Diejenigen aber, für die Trash nicht nur ein Schlagwort ist um alles was kein Multimillionenbudget verfeuert hat ins Abseits zu verdammen, diese unverbesserlichen Freunde des schlechten Geschmacks, könnten durchaus noch den einen oder anderen Kracher aus dieser dünnen Zelluloidbrühe herausfischen. So isses!


Goatscythe