Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn


‘Expect Japan's Greatest Foe Delivers an Heir!’


Originaltitel: Kaijûtô no kessen: Gojira no musuko (1967)
Regie: Jun Fukuda Drehbuch: Shinichi Sekizawa & Kazue Shiba
Darsteller: Tadao Takashima, Akira Kubo, Bibari Maeda FSK: 16


’Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn’ ist nicht nur ein irre hahnebüchener Titel, sondern auch der allererste Godzi-Streifen, den ich sehen durfte. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass es eine Sternstunde der cineastischen Entdeckung für den zehnjährigen Piefke war.

Willkommen auf Monster Island!
Unser Personal erwartet sie bereits...

Auf einer tropischen Südseeinsel hat sich ein japanisches Forschungsteam niedergelassen, um Wetterexperimente durchzuführen. Dummerweise tauchen bald riesige Insekten auf und jagen den Wissenschaftlern einen ordentlichen Schrecken ein. Zu allem Unheil landet auch noch der Fotoreporter Goro auf dem Eiland und wittert die große Story. Zu Recht: Nachdem die Forscher ein Super-Experiment durchführen, das die Insel für kurze Zeit in Sturm und Regen schlägt, sind die Rieseninsekten noch riesiger geworden und buddeln aus einem Hügel nahe der Forschungsstation ein gewaltiges Ei. Als monströse Chitin-Scheren die Schale des Eies zerhackt haben, schlüpft Minya (aka Minilla) Godzillas Sohn, aus selbigem. Bevor die Riesen-Gottesanbeterinnen den Kleinen auch noch zerhacken können, erhebt sich auch schon Papa selbst aus den Fluten der Südsee und rettet sein Junges. Daraufhin knöpfen sich die Monster-Insekten die Forschungsstation vor und scheuchen die Japaner in eine Höhle, in der Reiko, die Tochter eines japanischen Archeologen seit Jahren haust. Während Godzilla seinem Nachwuchs das Feuerspucken beibringt und ihn den Weg des Riesenmonsters lehrt, befällt die Wissenschaftler ein geheimnisvolles Fieber, welches nur durch das geheimnisvolle ’rote Wasser’ geheilt werden kann. Reiko kennt den Weg dorthin, doch er führt nicht nur an Papa und Sohnemann Big-G vorbei, sondern auch am Nest der Riesenspinne Spiga…

Im Netz der Spiga. Jetzt hilft nur noch Spidex.

Ganz groß… auch noch nach 20 Jahren!
Minyas Strahlen-Ringe, die Felsbrocken-Fussball-Matches, das quäkige “Gwagwa!“, die tolle Synchro mit den witzigen Sprüchen (Danneberg und Hoffman am Start!), die großartigen Monster, die abenteuerliche Athmosphäre… ’Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn’ hat nichts, aber auch gar nichts von seinem grandios kitschig-kindischen Charme eingebüßt. Trotz spannender Momente ist hier zwar kein allzu großes Drama angesagt, doch dank der guten Darsteller, der humorvollen Inszenierung und der Location-Beschränkung auf der Insel bleibt uns dieses Mal eine allzu langweilige ’Menschen-Story’ erpart, ohne dass die ökologische Botschaft dabei flöten geht.
Godzilla und Minya mögen etwas arg putzig dargestellt worden sein, dafür wurden ihre Antagonisten umso fieser designt. Hier bediente man sich entgegen dem klassischen Prinzip nicht etwa Männern in Gummi-Anzügen, sondern beeindruckend detailreicher Marionetten. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die ’Spiga’ und die Gottesanbeterinnen (auch ’Kamakiras’ genannt) zu den besten Kaiju Eiga Monstren schlechthin gehören. Die Kämpfe sind ebenfalls Klasse, wenn auch freilich keine japanischen Hafenstädte zu Bruch gehen, da nur an Stränden oder im Dschungel gefochten wird.

“Das müssen Frankensteins Ungeheuer sein, die sich hier rumtreiben!“

Da isser, Big G aus der Kiste!

Jun Fukuda (’King Kong gegen Godzilla’) hat einmal mehr ein großartiges, quietschbuntes und, ja, familienfreundliches Riesenmonster-Spektakel auf die Beine gestellt. Was mich angeht, der amüsanteste ’Godzilla’-Film schlechthin.


Hudson