Flucht von Galaxy 3

aka

Star Crash 2



Originaltitel: Giochi erotici nella 3a galassia (1981)
Regie: Bitto Albertini Drehbuch: John Thomas
Darsteller: Sherry Buchanan, Milt Jamin, Don Powell FSK: 16


Moment mal... das kenn ich doch!

Hilfe, italienische Science Fiction im ’Star Wars’-Fahrwasser!
Was… Niemand will helfen? Also schön, dann muss ich da wohl ganz alleine durch.

“Booster at 5000 Mega-Degrees!“ schreit jemand aus seinem Cockpit, da steht der Weltraum schon in Flammen. Der böse Lord Oraclon, König der Nacht, ist in die 3. Galaxie eingefallen und attackiert den friedlichen Planeten von Prinzessin Belle Star.

Oh, this bloke!
Dieser gelingt in letzter Minute die Flucht im Raumgleiter des Spacejockeys Lithan. Nach weiteren Raumschlachten preiswerter Machart, landen die beiden auf einem primitiven Planeten, genauer auf einem Landstrich der später einmal als ’Italien’ bekannt werden soll. Hier leben in Togen gehüllte Vorfahren der Römer in primitiven Zelten auf dem Steinbruch und sind bei Ankunft der außerirdischen Besucher erst einmal erschrocken. Nach ein paar Kabbeleien haben sich Belle Star und Lithan jedoch als freundliche Humanoide entpuppt, die bei den Italienern erst einmal lernen müssen, wie man tanzt, zecht, säuft und sich lustvoll befummelt. Gerade als die Sexytime eingeläutet ist, muss ausgerechnet Oraclon mit seiner Flotte aufkreuzen…

“Now then, what has happened?“
“I saw a giant flying monster come down from the sky.“
“It landet over there. And two people with strange clothes came out, they come to destroy us!”

Zirkus Krone inda House

’Herkules, Schrecken der Hunnen’ Regisseur Bitto Albertini (klingt, als ob man in einem italienischen Restaurant etwas bestellen würde) knallt mit ’Escape from Galaxy 3’ ein echtes Trashfeuerwerk ab, das von vorn bis hinten nach Unterbelichtung aussieht, nach Schwachsinn klingt und sich wie kunterbunte Zeiverschwendung anfühlt.
Gleich in der ersten Szene gibt es miese FX-Raumschlachten zu sehen, die sehr stark nach Stock-Footage aus dem ähnlichen ’Star Wars’-Abklatsch ’Star Crash’ aussehen (in Deutschland ist ’EfG3’ u.a. auch als ’Star Crash 2’ bekannt). Dazu gibt’s einen farbigen Bösewicht mit Glitter im Bart, einem 2 Meter breiten Pappkragen und dem dazugehörigen Superschurken-Kostüm (Blitze auf den Leggings!). Gerade als man beginnt, sich über den Schmarren schlapp zu lachen, verwandelt sich der Film in ’Zweie die auszogen, das Poppen zu lernen’.

It's time for sexytime.
In bester ’Blaue Lagune’-Manier entdecken die beiden gestrandeten Raumfahrer auf dem italienischen Stiefel die Liebe, zuerst, als sie zwei Römer beim Küssen beobachten (“May be it’s their way to communicate.“), später bei ganzen Orgien, mit denen Regisseur Albertini ja schon so seine Erfahrungen hatte (’Black Emanuelle’, nich, nich?). Wer hierbei darstellerische Finesse erwartet, sollte lieber vor dem Spiegel Grimassen schneiden.
Ein Highlight des Schwachsinns ist eine Szene, in der Lithan (dessen Name in der englischen Fassung des Filmes ausgesprochen klingt, als ob ihn ein lispelnder Jemand bittet, zuzuhören) ein kleines Mädchen rettet, das ihm und Belle Star kurz zuvor in den Reihen eines wütenden Mobs mittels “DEATH! DEATH! DEATH!“-Geschrei den Tod an die Kiepe wünscht, in der Euphorie aber von der Klippe kippt und an einem Busch hängen bleibt (muss man selber sehen!). Was übrig bleibt sind Softsex-Einlagen zum Abwinken, Gelaber von 15 Dimensionen, Disco-Musik, Lichtblitze, Zeichentrick-Effekte und Toga-Träger, die tatsächlich die Nerven haben, unsere Protagonisten als ’people with strange clothes’ zu bezeichnen.

Ähm...

Fazit: ’Star Crash’ meets ’Die blaue Lagune’ vs. Geschmack minus Ausstattung mal Pi. Ganz ehrlich? Finger weg! Nur eine kleine Botschaft schleicht sich leise durch das All, an alle Supertrash-Raumfahrer von der dunklen Seite des Mondes: For your Eyes only!


Hudson