Flotte Teens und heiße Jeans


‘Pauker - Penne - Sex nach Noten’


Originaltitel: La liceale (1975) Regie: Michele Massimo Tarantini
Drehbuch: Francesco Milizia, Marino Onorati & Michele Massimo Tarantini
Darsteller: Gloria Guida, Giuseppe Pambieri, Gianfranco D'Angelo FSK: 16


Dies ist er, der erste Teil der riesigen 'Flotte Teens'- Reihe, die ’75 angefangen hat und noch über 5 Jahre und mehr als 10 Filme weiter gelaufen ist. Die “mehr als 10“-Filme beschränken sich allerdings zu einem Großteil auch einfach auf den deutschen Titel 'Flotte Teens', der nach dem Erfolg des ersten Films bei italienischen Sexy Comedys aller Art übernommen wurde - das Phänomen hat sogar Fred Olen Rays 'Evil Toons' mit dem deutschen Alternativ-Titel 'Flotte Teens im Geisterhaus' heimgesucht.

Loredana - The Cocktease
Doch nun zum Film selbst. Er erzählt die Geschichte der jungen Loredana (Gloria Guida), die nicht nur wunderschön (und definitiv die heißeste Braut ihrer Schulklasse) ist, sondern auch ein verdammtes Luder. Für einen Großteil der Laufzeit sehen wir zu wie Loredana alle männlichen Wesen in ihrem Umfeld heiß macht. Das geht vom schmierigen Schul-Nerd bis zum amerikanischen Austausch-Schüler Billy (und gilt natürlich auch für das männliche Publikum). Loredana genießt es, dass ihr alle Jungs zu Füßen liegen, aber ranlassen möchte sie dann doch keinen. Mit ihrem unschuldigen Aussehen und ihrem fiesen Verhalten bringt die natürlich bald die ersten paar Leute in Schwierigkeiten. Das alles ändert sich aber, als sie sich tatsächlich in einen Geschäfts-Partner ihres Vaters verliebt und am eigenen Leib erfahren muss, dass Liebe und Schmerz dicht zusammen liegen.

Nerd Alert!
So viel zur Story. Diese ist einfach, aber ein wenig komplexer als hier wiedergegeben - definitiv komplexer als die vieler anderer Italo-Klamotten gleicher Art. Und schon hier finden wir eines der größten Probleme des Films: Unschlüssigkeit. Auf der einen Seite kann man sich vor Blödeleien und Klamauk kaum retten, auf der anderen Seite will der Film gegen Ende doch noch mal in Richtung Drama steuern und die Gefühlswelt der Hauptfigur erläutern. Sicherlich ein löblicher Ansatz, dem Film etwas mehr Tiefe zu verleihen, aber dennoch ein bisschen deplaziert. Auch die vereinzelten ernsten Töne können nicht darüber hinweg täuschen, worum es hier vorrangig geht: Den Spaß. Und da kommt einiges auf uns zu. In Sachen Komik wird hier nicht mal vor einem (übrigens gar nicht mal sooo miesen) Sergio Leone-Spoof oder einem nerdigen Lehrer, der sich bei einem Überfall als Martial Arts Kämpfer (Spencer & Hill Style) entpuppt, halt gemacht. Das ganze natürlich ständig begleitet vom entsprechenden Italo-Soundtrack, ordentlichem Over Acting der üblichen Fratzen und heißen Sprüchen (der Klassiker: "Da geht einem ja der Hut hoch- wenn man ihn auf den Knien hat!"; "Lauf zum Mond und pflück Sterne, du dumme Zimtziege.").

Der flinke Billy aus Amerika
Nun gut, kommen wir zum wichtigen Teil. Ein Film mit Namen 'Flotte Teens und heiße Jeans' wird schließlich nicht bloß wegen seines geistreichen Humors angesehen. Und in Sachen Sex macht der Streifen seinem englischen Titel 'The Teasers' alle Ehre. Denn obwohl wir schon in der allerersten Szene eine wohltuende Auswahl von Gloria Guidas körperlichen Talenten zu sehen kriegen, wird hier wesentlich mehr ’geteased’ als geliefert. Vor allem in der ersten Hälfte, in der es darum geht, die Hauptdarstellerin möglichst oft nackt zu zeigen, ohne ihre Jungfräulichkeit zu gefährden. Von der spannenden Intro-Szene abgesehen gibt es solche Gelegenheiten übrigens zuhauf, sei es beim (nackt) schwimmen im See, oder beim (nackt) Modell stehen. Gloria Guida (die sich übrigens in sämtlichen namhaften Teens-Filmen rumtreibt) ist wahrlich eine Augenweide und verfügt über die nötige Ausstrahlung, die flotte, verdorbene Schulmieze auch glaubhaft zu spielen.

Uns wurden heiße Jeans versprochen!

Fazit: Bei diesem Film steht ganz klar 'Cheese & Sleaze' auf dem Programm. Noch mal fürs Protokoll: Wir haben Brüste, Blödel Fu und Sprüche in Bestform. Was mehr könnte man sich also wünschen? Schließen wir mit einem Zitat vom Klassen-Nerd, als dieser Gloria nackt malen möchte - und ich bin mir sicher Regisseur Tarantini hat das gleiche gesagt - "Ich bin doch kein Lustmolch, ich bin Künstler!".


Spooner