Fire Syndrome



Originaltitel: Spontaneous Combustion (1990)
Regie: Tobe Hooper Drehbuch: Howard Goldberg & Tobe Hooper
Darsteller: Brad Dourif, Cynthia Bain, Jon Cypher FSK: 16


Spontane Selbstverbrennung. Da könnt ich euch Geschichten erzählen… aber bleiben wir mal lieber bei ’Fire Syndrome’ von Tobe Hooper.
Hooper hatte sich in den 70er und 80er Jahren mit einigen Klassikern des Horror-Genres (’Blutgericht in Texas’, ’Poltergeist’) und ein paar kurzweiligen Science Fiction Vehikeln (’Lifeforce’, ’Invasion vom Mars’) einen Namen gemacht. Gegen Ende des neonleuchtenden Föhnwellen-Jahrzehntes begann ein kreativer Abstieg, der mit ’Fire Syndrome’ einsetzte und sich bis in die späten Neunziger (u.a. über die grottige King-Verfilmung ’The Mangler’) fortsetzte.

OP ruft Dr. Brutzel
’Fire Syndrome’ beginnt in den 50er Jahren, als Brian und Peggy Bell sich für die Firma ’Samson’ als Testobjekte für einen Impfstoff gegen radioaktive Strahlung zur Verfügung stellen. Da im Bunker Langeweile herrscht, zeugen die beiden ein Kind, und kommen kurz nach dessen Geburt durch spontane Selbstverbrennung um.
34 Jahre später entdeckt Sam (Brad Dourif), der Sproß der atomaren Liebschaft, an sich plötzlich ungeahnte Fähigkeiten. Er kann während Emotionsschüben Dinge in Brand setzen, erst unkontrollierbar, später gezielt. Als er seiner Vergangenheit auf den Zahn fühlt, einem Komplott von ’Samson’ auf die Spur kommt und feststellt, dass er sein Leben lang belogen wurde, werden aus ’Dingen’ ’Menschen’. Das feurige Schicksal nimmt seinen Lauf…

Was immer sie sehen,
es ist spannender als
das Fernsehprogramm!
’Fire Syndrome’ vermittelt irgendwie das Gefühl, Tobe Hooper hatte sich unsterblich in David Cronenbergs ’Die Fliege’ verliebt und wollte etwas ähnliches machen, nur mit Napalm. Dabei fing der Film tatsächlich vielversprechend an. Die Art und Weise wie die 50er Jahre zu Beginn dargestellt werden, ist charmant und überzeugend zugleich. Das trifft leider nicht auf die beiden restlichen Drittel des Filmes zu. Kurz nachdem wir Brad Dourifs Charakter, seinen aufkeimenden Fähigkeiten und einer fast unüberschaubaren Anzahl von Nebenfiguren vorgestellt werden, sackt das Geschehen ins Ungereimte und Zähflüssige. Nun mag Dourif (der für sein Debüt in ’Einer flog über’s Kuckucksnest’ zu Recht für einem Oscar nominiert wurde) zwar ein exzellenter Charakter-Darsteller sein, tragen kann sein hibbelig nervöses Spiel diesen Film nicht. Seine fast ausschließlich unbegabten Co-Stars (ganz peinlich: Ein Cameo von John Landis!) sind ihm da keine Hilfe. Die feurigen Effekte (auch mal in schicke optische Gebilde gepresst) und die aus ihnen resultierenden ’Körperschäden’ sind echte Hinkucker (Hooper selbst und Effekt-Genie John Dykstra waren hier am Werk), jedoch ist die Geräuschkulisse mit ihrem Fauchen und ewigem Geschrei (vor allem gegen Ende des Filmes) nur schwer zu ertragen.

"Wie jetzt, du rufst mich an?"

Fazit: Absurdes Horror-Spektakel mit knalligen Pyro-Effekten, die jedoch keinesfalls das Fehlen überzeugender Darsteller und die unbefriedigend hanebüchene Story kompensieren können. ’Fire Syndrome’ und ’Burnout Syndrome’ liegen näher beieinander, als es dieser abgeschmackte Spruch vermuten lässt.


Hudson