Firestar



Originaltitel: Firestar: First Contact (1991)
Regie: David Kent-Watson Drehbuch: Cliff Twemlow
Darsteller: Cliff Twemlow, Oliver Tobias, Charles Gray FSK: 18


“Erzählst du uns die Geschichte? Ach bitte erzähl sie uns!“ quäken die Blagen dem netten poastapokalyptischen Onkel in die Lauschlappen. Bereitwillig hievt dieser sich einen der Nutella-Fratzen auf den Schoss und fängt, gen Himmel zeigend an, zu schwadronieren:
“Jenseits der Erde durch Zeit und Raum,
auf der Suche nach Gitte, dem ewigen Traum
mussten wir dem Teufel in die Augen schaun.“

Bewerbungsvideo für die NRA

Es ist Rückblenden-Zeit und wir wechseln von schrottig verfälschter Wüsten-Optik zu schrottig direkter Space-Optik, gebannt auf diesem Wunderwerk modernen Filmmaterials namens Video. Hier im luft- und ideenlosen Raum entdeckt das Patrouillen-Schiff ’Firestar’ ein Alien-Vehikel, das sie prompt mit ulkigen Farbstrahlen beschießt. ’First Contact’, Baby, ganz recht und weil die ’Firestar’ zurückballert gibt’s vom Oberkommando erstmal einen Rüffel und der Captain wird ausgetauscht. Bevor einer fragen kann, was der Blödsinn eigentlich soll, sind wir schon wieder im All und werden Zeuge seltsamer Ereignisse, die zum x-ten ’Alien’-RipOff-Plot, und ca. eine Stunde später zum erlösenden Abspann führen…

“Ich hatte noch nie einen Tripper, Sir. Meine Instrumente sind sauber.“

Sieht aber gar nicht sauber aus.

Nee, an dieser Stelle hört’s echt auf: ’Firestar’ ist der größte Sondermüll, der je vor eine laufende Kamera geraten ist. Selbst deutsche Amateur-Schrottereien der frühen 90er haben mehr Stil und Verve, als dieses völlig verhunzte Machwerk von David Kent-Watson und Cliff Temlow, dem Kreativ-Team hinter solchen Genre-Perlen wie ’Lethal Impact’, ’Der unheimliche Mannequin Killer’ und ’GBH’ (was wahrscheinlich für ’Großer Beschiss Hier’ steht). War der finale Auftritt des grünen Spacemonsters mit zahnbewehrtem Mund in der Handfläche das Warten wert? NEIN!
90 Minuten lang hat man die Qual der Wahl, zu entscheiden, was peinlicher ist: Die frappant unterbelichtete Wackelkamera, die Schlaganfall-provozierenden Soundeffekte, die sinnlose Einstreuung willkürlicher Sex-Szenen oder die Teilnahme von Charles Gray, der einst tatsächlich Bondbösewicht ’Blofeld’ spielen durfte und Sätze wie “Ich brauche Leute wie sie, die das Gleiche wollen, wie ich!“ ausgurgelt.

Was gibt's da zu Lachen? Der Typ hat offensichtlich Probleme!

“Dies soll uns eine Warnung sein!“ labert Endzeit-Opa gegen Ende nochmal aus dem Off und genau das war’s auch. ’Firestar’ ist Schweinescheiße auf Video gebannt, technisch unter aller Sau und nur echt mit vor sich hin ferkelnden Schauspielern. Wäre es wenigstens unterhaltsam, würd ich ja die Fresse halten. Wenn aber ein pixeliger Computer-Bildschirm, der Sex-Geräusche macht, das Beste an einem Film ist… reimt euch den Rest dieses Satzes einfach selber zusammen, aber mit möglichst vielen Schimpfwörtern drin! Ich hab erstmal die Schnauze voll hier.


Hudson