Ein Mann wird zum Killer


‘Beaten, Betrayed and Bustin' Loose!’


Originaltitel: Death Force (1978) FSK: ungeprüft
Regie: Cirio H. Santiago Drehbuch: Howard R. Cohen
Darsteller: James Inglehart, Jayne Kennedy, Leon Isaac Kennedy


Ende der Siebziger, irgendwo auf den Phillippinen.
Die drei G.I.s Doug, Harold und Toni haben einen lukrativen Coup ausgehandelt und verlassen das Land mit den Taschen voller Geld in Richtung Heimat. Während sich Doug nach seiner Frau und seinem dreijährigen Sohn sehnt, den er noch nie zu Gesicht bekommen hat, planen die beiden anderen ihren kometenhaften Aufstieg in das organisierte Verbrechen Los Angeles’. Dass mit solchen Geigen nicht zu spaßen ist, bekommt Doug bald am eigenen Leib zu spüren. Auf der Schiffsreise nach Amerika sticht Harold und Toni der Hafer und sie selbst stechen kurzerhand ihren Kollegen ab und schmeißen ihn über Bord.

Gestern waren sie noch Kumpis. So schnell kann's gehn...

Doch Doug überlebt die heimtückische Attacke und wird schwerverletzt auf eine Pazifik-Insel geschwemmt, auf der noch zwei alte Japaner aus dem zweiten WK ihrer Rettung harren. Die Männer peppeln Doug wieder auf und lehren ihn - wo er schon mal da ist - den Weg des Samurai. Währenddessen meucheln sich Harold und Toni mithilfe ihres Geldes wie geplant in L.A. durch die Unterwelt bis an die Spitze und tronen bald als unantastbare Bosse über allen Gangstern der Stadt. Doch sie haben die Rechnung ohne den, mittlerweile zur perfekten Kampfmaschine ausgebildeten, Doug gemacht. Als amerikanische Truppen die Insel erkunden, gibt er sich zu erkennen und bekommt die Gelegenheit, zurück nach Hause zu reisen, die offene Rechnung mit seinen Peinigern zu begleichen und seine Familie wiederzufinden…

Blaxploitation-Samurai-Castaway-Survival in a Nutshell

Ciria H. Santiago, der sich im Laufe der Achtziger Jahre vor allem als Regisseur unzähliger Endzeit-Streifen nach Muster C (ich sach nur ’Stryker’, ’Dune Warriors’ und ’Die Solo-Kampfmaschine’) einen zweifelhaften Namen machte, überraschte mich mit seiner launigen Action-Mische ’Fighting Mad’ nicht schlecht.
Das hier ist der Stoff aus dem legendäre Trailer geschnitzt werden, die uns einst an Exploitation-Filme heranführten und uns zu Liebhabern selbiger machten.
Da ist ein Bär von einem Mann, mit zwei Katanas im Gürtel und einem fetten Afro auf der Birne, der nach dem Verrat und versuchten Mord seiner Freunde auf einer Insel von einem Samurai unterrichtet wird und schließlich in der alten Hood mit scharfen Klingen aufräumt. Wem diese Essenz zu abgedroschen klingt oder wer bei der Wortkombination ’Afro-Katana-einsame Insel-Samurai-Rache in da Hood’ nicht sofort Lunte riecht, dem muss geholfen werden (oder alle Hilfe ist bereits zu spät).
Natürlich haben wir es hier mit einem philippinischen Low-Budget-Streifen zu tun, der von den Production Values amerikanischer Action-Filme nur träumen kann, doch Santiago setzt Naturkulissen und schmierige Hinterhöfe gewitzt ein und kommt damit zu einem besseren optischen Ergebnis als mancher teure 08/15-Müll.
Die Darsteller über den Klee zu loben ist sicherlich nicht angebracht, doch die Damen und Herren geben eine durchaus solide Vorstellung, bei der selbst echtes Gefühl nicht zu kurz kommt. In Sachen Action und Gewalt hält sich ’Ein Mann wird zum Killer’ nicht zurück. Blutige Ballereien und eine mittels Katana abgetrennte Rübe können da schon einmal ins Bild springen. Musikalisch wird das vom Seventies-Feeling durchtränkte Geschehen, das in seinen besten Momenten an das grandiose ’Söldnerkommando’ erinnert und in einem spannenden Finale mündet, mit passend urigen Disco-Klängen untermalt.

"Need a Lift?"

Es gibt viele Filme dieser Art, die es nicht schaffen, ein vergleichbar spaßiges Resultat hinzubekommen. Hier macht’s der Mix aus knallhartem Gangster-Tobak, einer Prise Robinsonade und dem coolen Hauch der Blaxploitation. ’Fighting Mad’ ist ein Revenge-Actioner, der keine Wünsche offen lasst. Exploitation satt!


Hudson