American Fighter


“The Orient created the world's deadliest art.
Now there's an American master!”


Originaltitel: American Ninja (1985) Regie: Sam Firstenberg
Drehbuch: Paul De Mielche & James R. Silke
Darsteller: Michael Dudikoff, Steve James, Judie Aronson FSK: 18


1992, 8. Klasse, Montag, 1. Stunde: „Ey, haste ’American Fighter’ gesehen?“
„Ey nee, der is doch bestimmt total Kacke!“
„Ey Quatsch, Keule, kiek ma. Der fetzt!”
„Och nö, liebers nich!“

"Kannst du nicht einmal,
nur für eine Sekunde...!"
Ich war einfach nicht zu überzeugen. Nicht, dass ich mit 14 schon die cineastische Treibsandgrube war, die ich heute behaupte zu werden, aber dieser Michael Dudikoff mit seiner ollen Tolle und dem stoischen Blick, sagte mir einfach nicht zu. Von all den Klopper-Clowns aus der 2. Reihe, war mir Dudikoff immer der unsympathischste. 13 Jahre später komme ich nun doch endlich in den Genuss seines Durchbruch-Films (wenn man bei Dudi von Durchbruch sprechen kann) und bin überrascht: Der fetzt ja wirklich!


Der Sozius ist für Weicheier!
Okay, ’American Ninja’ (so der Originaltitel, der natürlich viel besser passt) ist nicht ’Stirb Langsam’ und auch nicht ’Lethal Weapon’, er ist noch nicht mal ’Phantom Kommando’, aber er ist verdammt gute Action-Unterhaltung.
Joe (Michael Dudikoff) ist ein schweigsamer GI, der Neuling in der Truppe und weder besonders beliebt, noch daran interessiert es zu sein. Als ein Waffen-Konvoi, bei dem er Fahrer ist, von einer Truppe Schuchen überfallen wird, zeigt der Mann erstmal, was er auf der Handkante hat. Bei dem Zwischenfall rettet er zwar die Tochter des Colonels (Judie Aronson), doch vier Männer seiner Einheit kommen ums Leben, was Kameraden und Stab dem Joe anlasten. Vor allem dem Schleifer Sgt. Rinaldo (John LaMotta, ’Mr. Ochmonek’ aus ’ALF’) ist der Neuling mit der unbekannten Vergangenheit ein Dorn im Auge. Kein Wunder, Rinaldo steckt ja auch mit dem schurkischen Ortega (Don Stewart) unter einem Hut, der die gestohlenen Waffen des Konvois an einen anderen Schurken verkaufen will, um ein besonders reicher Schurke zu sein. Ortega hat sogar eine eigene Ninja-Privatarmee, unter der Führung des besonders gefährlichen 'Black Star Ninja' (Tadashi Yamashita), und er will Joes Tod. Also muss sich dieser nicht nur der Klassenkeile und Killer-Ninjas erwehren, sondern auch noch das Mädchen kriegen und die Rätsel seiner Vergangenheit lösen.

Holzhacken: Auf Ninja Art
Gute Action, eine vernünftige Dosis Spannung und ein charsimatischer Michael Dudikoff lösen meine damaligen Bedenken in Wohlgefallen auf. ’American Fighter’ ist grundsolide Kost, die sich zwar etlicher Klischees bedient, über jene man jedoch großmütig hinweg sehen kann. Die Nebendarsteller, allen voran der großartige Steve James (’Der Exterminator’) als Platzhirsch der Einheit, sind dem Material treu ergeben und die Musik, mit Marsch-Klängen auf dem Stützpunkt und exotischem Tingeling während der Ninja-Übergriffe, passt. Grobe Patzer (wie der dilettantische Schaukampf im Ninja-Camp) sind selten, die Dialoge erträglich und beim actionreichen Finale wird dann noch etwas doll dick aufgetragen ('Black Star Ninjas' Laser Strahl !).

Und Klimmzüge: Auf Ninja Art

’American Fighter’ ist ein zünftiger Actionfilm mit Spaß, Spannung und Spalier. Ein Muss für 80er Komplettisten und gut genug für alle anderen.

Hudson