Fantasy Mission Force


‘The Hard Way - The only way’


Originaltitel: Mai nei dak gung dui (1982)
Regie: Yen-ping Chu Drehbuch: Da Wahn Sinn
Darsteller: Jackie Chan, Brigitte Lin, Yu Wang FSK: 18


’Fantasy Mission Force’ Seid ihr bereit?
Nein, seid ihr nicht!

Jackie und seine Spießgesellen
Als während des zweiten Weltkrieges ein französischer, ein britischer, ein amerikanischer und ein afrikanischer General von den Japanern gefangen genommen werden, stellen ihre Nationen ruck zuck einen Notfall-Plan zusammen, um die hohen Tiere schnellstmöglich wieder rauszuholen.
Da James Bond beschäftigt, Snake Plissken schon tot und Rocky zu den Grünen gewechselt ist (sagt jedenfalls der Film!) schicken die Generäle Thomson und Johnson Captain Don (Wang Yu) ins Feld, um sich die härtesten Kerle selbst aus dem Unterholz zu picken. Da kommt natürlich nur selektierter Schwachsinn bei rum, denn die Leute die er rekrutiert sind entweder betrunken, gierig, unfähig, illoyal, “…zu blöd ’n Loch in den Schnee zu pissen!“ oder Jackie Chan. Bald gerät die ungleiche Mischpoke in große Schwierigkeiten mit fliegenden Amazonen, Hüpf-Geistern, Spukgemäuern, japanischen ’Road Warrior’-Nazis, dem Finanzamt und natürlich sich selbst…

“Wie stehst du denn zu der Tatsache, dass ich dir gleich mal flockig in die Eier treten werden?“
“Was versprichst du dir denn davon?“
“Das wird dir Onkelchen gleich mal zeigen!“

Hong Kong Super Heroes

Schon nach 3 Minuten im Film stellt sich wahrscheinlich jedem halbwegs nüchternen Zuschauer die Frage, die ihn womöglich auch während der restlichen 85 Minuten beschäftigt: WAS ZUM TEUFEL IST DAS BLOSS FÜR EIN FILM?!
Wahrscheinlich dicht gefolgt von der Frage: Ist es überhaupt ein Film?
Und beide Fragen sind äußerst berechtigt, bedenkt man die Episodenhaftigkeit der Handlung, die einfach ein albernes Szenario an das andere reiht und dabei darauf bedacht ist, möglichst viel zu verarschen, was irgendwann in naher Film-Vergangenheit populär war: Vom Leone-Western über ’Indiana Jones’ und ’Mad Mission’, bis hin zu Haunted House-Movies und Kriegsfilmen.

"Wollen wir tauschen?"
Dabei bedient man sich (wie so oft zu jener Zeit im Hong Kong-Kino) beim Slapstick mit Vollkörpereinsatz, grobem Klamauk und in der deutschen Fassung natürlich einer Deppen-Synchro nach Rainer Brandt Muster (“Moment mal, diese Wampe kenn ich doch!“ “Na klar, ich hab ja in dem Streifen hier schließlich ’ne Hauptrolle.“)
Natürlich spielt auch Action eine große Rolle in ’Fantasy Mission Force’. So werden wir Zeuge einiger prächtiger (und beim stürmischen Finale auch blutiger) Schießereien, staubiger Verfolgungsjagden, allerlei Martial Arts-Budenzaubers und Slapstick Fu-Szenen, in denen natürlich vor allem Jackie Chan punkten kann. Letzterer spielte in ’Fantasy Mission Force’ nur mit, weil er dem ehemaligen Shaw Star Wang Yu (’Eine Faust wie ein Hammer’) zu einem Comeback verhelfen wollte. Das gelang den beiden zwar nicht, aber wenn so ein unglaublich verrücktes Stück Film dabei herauskommt, ist es den Versuch wert gewesen.

“Finanzamt, Überprüfung. Wir haben da was läuten hören, dass sie ihre Socken nicht versteuert haben. Das gibt 15 Jahre!“

Hier geht alles!

Fazit: Frei nach dem Motto ’Handlung adé, Schwachsinn juchheh’ wurde hier eine Genre-Trashbombe ohne Ladehemmungen fabriziert, die sich vielleicht Jackie Chan aus der Vita wünscht, Flausköpfe mit einem Faible für Slapstick, Parodien und dumme Sprüche zu Lachkrämpfen animieren wird. Bei aller Kritik… So einen Film gibt’s sicher nur einmal!


Hudson