Eyes of the Serpent



Originaltitel: Eyes of the Serpent (1994) Regie: Ricardo Jacques Gale
Drehbuch: Stewart Chapin, Mark Seldis & Tracy Young
Darsteller: Chuck Mavich, David Michael Sterling, Diana Frank FSK: unbekannt


Im fernen Reich Tag Mur (fern jeder Realität, Architektur und Ausstattung) kämpfen zwei Schwestern um die ’Augen der Schlangen’, zwei Schwerter, die wohl so mächtig sind, dass sie das Schicksal aller bestimmen können.

"Halt, was ist euer Begehr?"
"Macht schon Platz, ich bin
des Landvogtes Coiffeur!"
Während Schwester Corva, eine in SM-Klamotten gekleidete Ursupatorin, gnadenlos den Landstrich von ihrer Burg aus beherrscht (jedenfalls glaube ich, dass es eine Burg sein soll, man sieht tatsächlich immer nur einen großen schwarzen Raum), schleicht Schwester Neema mit ihrem Gefolge wie einst ’Robin Hood & his merry bunch’ durch die Wälder und versucht, ein Heer gegen die olle Schwester aufzubringen. Neema und Corva selbst haben ebenfalls Töchter, Fiona und *Sex-Prinzessin* (der tatsächliche Name ist mir entfallen). Während letztere ihrer niederträchtigen Mutter in Sachen Intrigen und Verrat fleißig nacheifert und mit Corvas Hauptmann Bolt im Verließ lustvolle Spielchen veranstaltet, verliebt sich Fiona in den wandernden Frisur-Barbaren Galen, der bald herausfindet, dass auch Neema nicht nur noble Absichten hat…

Gewalt und Sex! Das ist es doch, was die Leute eigentlich sehen wollen!
Dachten sich jedenfalls die Macher dieses höchst trashigen, gelegentlich sehr amüsanten aber auch reichlich überflüssigen Barbaren-Schinkens der Marke ’Hm, hier hinkt der Plot, lass’ma ’ne Sex-Szene drehen!’.
Die Story ist so Banane, dass man ein ganzes Affenhaus damit sattbekommen würde.

"Tragt ihr Barbarenfilm-Typen eigentlich nie etwas obenrum?"

Prophezeiungen werden im Fünf-Minuten-Takt verlautbart, in abgedunkelten Räumen sitzen Leute, die von finsteren Absichten schwafeln und hin und wieder keucht irgendjemand aus irgendeiner Ecke “I have the Power!“
Von einer Ausstattung zu sprechen, wäre zu viel des Guten. Da war ein Zelt im Wald und zwei Säulen und ein Thron in dem abgedunkelten Raum, der als Burg herhalten musste. That’s it.

"Nunja..."
Ebenso ’gesund’ sieht dann auch die Gesamt-Optik aus. Wer hier gut beleuchtete 35mm erwartet ist selbst schuld. Dafür ist die Musik nicht schlecht geraten und rauscht uns als Mischung zwischen knarrenden Gitarren und epochaler Poser-Wucht-Mucke in die Ohren. Während Hauptdarsteller Tom Schultz mit prächtiger Föhnwelle und schmächtigen Dialogen punktet (“I’m no mythic character. I’m just a humble swordsman.”), ja sogar ein wenig an John Terleskys zweiten ’Todesjäger’ erinnert und dem Film so etwas wie ein heroisch-humorvolles Zentrum gibt, wälzen sich die weiblichen Protagonisten meist nur mit irgendwelchen Laiendarstellern halbnackt im Heu. Desweiteren gibt es lustige Barbaren die im Wald Drachen steigen lassen, Zeichentrick-Blitze die Gliedmaßen abtrennen und die Barbarenbraut-Version von Geruchs-Genie Jean-Baptiste Grenouille, die nichts, aber auch gar nichts mit der eigentlichen “Handlung“ zu tun hat, aber in einer Szene im Riech-Wettkampf gegen einen siamesischen Kräuter-Zwilling antritt und letztlich unspektukulär von einem Schwert-Wrestler mit Stierkopf-Helm umgebracht wird.

“You startled me!”
“A moment later I might’ve amazed you!”

Nur im Falle, dass ihr wissen wollt, wie es zu dem Helm kam...

Was soll ich sagen? Ich mochte diesen Film irgendwie. Er ist albern, trashig und doof. Wer Kautschuck-Extremitäten, riesige Frisuren, immer ins Leere schwingende Pappschwerter, Stier-Eimerköppe, Zeichentrick-Effekte und Barbaren mag, wird hier sicherlich seinen Soll erfüllt bekommen. Alle anderen lassen mal schön die Gummihände und Laseraugen bei sich und bedienen sich besser in den qualitativen Hochebenen der ’Swords & Sorcery’.

Hudson