Der Exterminator 2


‘Robert Ginty is the Exterminator... and he's back. This time he just can't fight them, he must destroy them!’


Originaltitel: Exterminator 2 (1984) Regie: Mark Buntzman
Drehbuch: Mark Buntzman, William Sachs, James Glickenhaus
Darsteller: Robert Ginty, Mario Van Peebles, Deborah Geffner FSK: 18


Sodom & Gomorrha fusioniert zu New York City

Der ‘Exterminator’ ist wieder da und er macht nicht lang Federlesen. Als der kleine Liquor Store von Ma und Pa Kent (nicht wirklich) von einer grausamen Straßengang überfallen und die beiden alten Leutchen gnadenlos über den Haufen geschossen werden, steht olle Ex seelenruhig in der Gasse neben dem Seiteneingang des Ladens und wartet auf das Erscheinen der Übeltäter, um sie mit dem Flammenwerfer anzukokeln.
Mal im Ernst, Herr Exterminator. Worum geht es ihnen eigentlich? Hätten sie nicht in den Laden stürmen, Oma und Opa vor dem Tod und somit den Tag retten können?
Nein, John Eastland, Vietnam Veteran und Vigilante, ist nicht unser Freund und Helfer. Es sei denn jemand braucht einen Grillanzünder
Als er in einem seiner nächtlichen Streifzüge den Bruder von Gang-Chefe X (Mario van Peebles) vom Baum brutzelt, ist X auf Rache aus. Er mobilisiert seine Gang und plant, New York ins Chaos zu stürzen. Mit Hilfe von Drogen, Gewalt und lächerlichen Gang-Outfits versucht er seinen Plan in die Tat umzusetzen. Als es dabei auch Johns Freundin Caroline erwischt und die Frau im Rollstuhl landet, streift der Exterminator erneut die schusssichere Kutte über, dreht den Gashahn auf und macht ’ne Stadtrundfahrt durch die Ghettos…

X marks the Spot(t)

“Wir werden die Straßen in Brand setzen!“
“JA!“
“Ich will, dass alles brennt!“
“JAA!“
“Dann bau’n wir alles wieder auf.“
“JAAA!“
“Und wir werden alles kontrollieren!“

Ja…
Sequel? Remake? Oder einfach nur Aufguss? Egal, ’Exterminator 2’ ist schundige Exploitation übelster Machart. Genau wie in Teil Eins herrscht hier die grobe, manipulative Ghetto-Themenpark-Kelle. Genau wie in Teil Eins hat Eastland einen schwarzen Sidekick. Genau wie Teil Eins appelliert auch ’Exterminator 2’ an die niedrigsten Instinkte. Gewalt wird von jeder Seite genüsslich zelebriert. Opfer schreien, Knarren ballern, Feuer brennt, die Kamera hält drauf… Leider wird auch nicht abgeblendet, wenn der Film sich in tranigen Dialogen oder kitschigen Montagen verliert und dem Zuschauer eine der trashigsten Sex-Szenen der Filmgeschichte (Cheese-Pop meets Mäusefäuste) zumutet. Das Universum hat so manchen Kontrast zu bieten. Es gibt schwarz und weiß, gut und böse, Materie und Antimaterie, charismatische Darsteller und Robert Ginty. Wer auch immer Ginty ins Filmgeschäft gebracht hat, ich hoffe er hat eine anständige Entschuldigung dafür parat. Der Mann ist ein wandelndes Talent-Vakuum und wird von Frankie Faison (Hannibal Lecters Wächter-Kumpi) locker an die Wand gespielt, auch wenn letzterer kaum ein würdiger Ersatz für Steve James ist. Der einzige, der sich hier wirklich ins Zeug legt, ist Mario “Ich bin die Straße!“ Van Peebles, dessen Figur X direkt aus ’The Warriors’ entsprungen zu sein scheint.

Komm, mach die Klappe wieder dicht, Ginty.

“Ich hab gedacht, ich hab das alles hinter mir.“

Dacht ich auch, aber dann mussten Golan/Globus ja diese reaktionäre Revenge-Qualle auf den Markt schmeißen. ’Exterminator 2’ gehört überall hin, aber nicht auf euren Schirm, Freunde. Dann doch lieber noch ’ne Runde mit Paul Kersey im Ghetto drehen.


Hudson