The Executor - Der Vollstrecker


‘Planet Earth: 3000 AD. A thousand ways to die.
One way to survive.’


Originaltitel: Leviatán (1984) Regie: Giuliano Carnimeo
Drehbuch: Elisa Briganti, Dardano Sacchetti & José Truchado
Darsteller: Robert Iannucci, Alicia Moro, Luciano Pigozzi FSK: 16


Postapokalyptische Achtziger-Action aus Italien. Manchmal wundere ich mich wirklich, dass FilmFlausen mittlerweile nicht alle Titel, dieser Abteilung schon abgearbeitet haben. Ich meine, das müssen doch jetzt schon 315 gewesen sein?! Aber bitte, warum nicht?

Is klar, 'ne?
’Executor’ also, der Vollstrecker. Aha, soso. Und ihr werdet’s kaum erraten, nicht nur vom (Unter)Titel her ein peinlich-reißerischer ’Road Warrior’-Abklatsch, sondern auch von Look, Stil und Story.
Will sagen: Brutale P.A.-Barbaren, bekleidet mit Leder-Dessous, Fell-Ponchos und Football-Geschirr bedrohen in aufgetunten Wüstenvehikeln eine kleine Siedlung, die auf der Suche nach Wasser einen bemannten Tankwagen in die Wüste schickt. Als der Truck von der Bande des gemeinen Crazy Bull gestoppt wird, kann nur der kleine Siedlerjunge Tommy fliehen, der sich gemeinsam mit dem sprücheklopfenden Aushilfs-’Mad Max’ Tiger auf die Suche nach dem Wasser begibt…

“Ey Alter, das ist doch mein Wagen!“
“Die Karre gehört dir?“
“Das ist keine Karre, das ist der Exterminator!“

’Sartana - Noch warm und schon Sand drauf’-Regisseur Giuliano Carnimeo schickt hier noch zu Beginn der postapokalyptischen Filmschwemme Schulterpolster-tragende Endzeit-Brongos wie Fernando Bilbao (’Hundra’) durch die üblichen Steinbrüche und Wüsten, wie wir sie schon etliche Male in ähnlich preiswert gefertigten ’Mad Max 2’-Kopien gesichtet haben.

Attack of the Grapsch-Groupies
Doch halt! Ich täte dem ollen Executor Unrecht, wenn ich ihn ohne Zwischenbemerkung ins Abklatsch-Archiv einheften würde. Glücklicherweise driftet der Film ab dem zweiten Drittel nämlich in die eher albernen Gefilde des Sub-Genres ab. Da gibt es Begegnungen mit Mutanten-Ninjas mit Flammenwerfern und Eimerhelmen, einen Sechs-Millionen-Dollar-Boy, dessen bionischer Wurfarm (aus dem Transistor eines Trucks!) einen blanken Kieselstein zum tödlichen Geschoss machen kann, explodierende Miniatur-Sets und hey, der alte ’Am ende regnet’s!’-Gag ist doch auch immer für ’nen Lacher gut, gelle?
Zudem gibt’s hier die niedliche Alicia Moro (’Slugs’) als Endzeit-Braut ’Trash’ und den ’italienischen Peter Lorre’ Luciano Pigozzi (’Einer gegen das Imperium’, ’Roboman’, ’Geheimcode: Wildgänse’) in einer Nebenrolle als Mechaniker ’Peperroni’ (Tiger, Trash, Crazy Bull, Peperroni, in der Endzeit gibt’s offensichtlich keine Standesbeamten!).
Was mich allerdings wirklich viel mehr interessiert ist Folgendes: Warum werben Tapes und Credits solcher europäischen Billigproduktionen immer mit englischen Namen (“Mit James Clayton, Robert Warner, Regie: Jules Harrison“), wenn doch lediglich italienische Knallköppe hier ihre Finger im Spiel hatten? Schämten sie sich ihrer Herkunft wegen? War es auf dem internationalen Markt tatsächlich einträglicher, wenn man einen falschen englischen Namen angab? Was für Zeiten waren das bloß? Ach ja, die Achtziger. Guuut, halt ich’s Maul.

Hier ist überhaupt jeder am Grapschen!

Fazit: Alles in allem ein recht unterhaltsames Stückchen Genre-Schrott, das man im Gegensatz zur Verwandtschaft gerne auch mal freudigen Filmkumpanen als Rausschmeißer anbieten darf. Und das ist gar nicht so böse gemeint, wie es klingen mag.


Hudson