Evil Toons


‘First they undress you, then they possess you!’


Originaltitel: Evil Toons (1992)
Regie & Drehbuch: Fred Olen Ray
Darsteller: Monique Gabrielle, Dick Miller, David Carradine FSK: 16


Aus unserer Reihe ’Fred Olen Ray zieht in die 90er’ kommt heute ’Evil Toons’, der Film mit dem vielversprechenden Titel und dem filmischen Vakuum dahinter.

"Was hab ich hier nur verloren?"

Story: Vier sexy Hexis bewohnen über’s Wochenende das neue, aber immer noch verlotterte Haus ihres Auftraggebers (Dick Miller), um eine Putzorgie zu starten. Des Nachts taucht ein seltsamer Besucher (David Carradine) auf und übergibt ihnen ein altes, magisches Buch, aus dem prompt rezitiert wird. Hex, Hex und herbei wird ein Zeichentrick-Dämon gezaubert, der den vier Ladies eine höllische Nacht bereitet…

‘Evil Toons’ ist ein böser Film. Er täuscht vor, etwas zu sein, was er nicht ist, unterhält kaum und wirft außerdem einige Fragen auf.


Frage 1: Warum heißt dieser Film ‘Evil Toons’, wo doch nur zwei mal ein (mies gezeichneter) ’Evil Toon’ aufkreuzt und das für 2 Minuten?


Frage 2: Warum hat Fred Olen Ray nicht einfach auf Roger Corman gehört, der ihm sagte, man könne den Film für ein Budget von 400.000 $ nicht realisieren. Warum musste er seinen Kopf durchsetzen und den Stoff für 250.000 selbst finanzieren und somit in den Sand setzen?


Frage 3: Warum lässt Olle Ray 90 Minuten lang talentlose Tittenmäuse durch ein unspukiges Spukhaus latschen, Möpse mal raus, mal rein, während Dick Miller (urig) und David Carradine (peinlich) als witzlose Randfiguren verheizt werden?


Frage 4: Warum nur schafft es Fred Olen Ray immer wieder, mich mit seiner Persönlichkeit zu überzeugen (Zieht euch mal sein ’Nite Owl Theatre’ rein! Der Mann ist der Bruce Campbell unter den Regisseuren.), aber so selten mit seiner Handwerkskunst als Regisseur?


Frage 5: Warum lest ihr euch die vier Fragen nicht einfach nochmal durch? Die Antworten sind leicht zu finden.

Fazit: Ja, warum nur?!? Etikettenfälschung, Langeweile und das große Schulterzucken als Resultat. Nee FOR, so haben wir nicht gewettet. Wenn sogar Sparfuchs Corman wusste, dass dat nix wird, hättest du lieber 3 mal drüber nachgedacht und nicht gleich wieder Pfusch vollbracht.


Hudson





Nein, dieses Review von Hudson kann ich auf keinen Fall so stehen lassen.
Da könnte man ja glatt meinen, dass der Film schlecht wäre! Und das ist mindestens so viel Verfälschung, wie das Toon-Plural im Filmtitel.
Für mich ist ‘Evil Toons’ sogar einer der besten Filme, die Trash-Guru Fred Olen Ray je gemacht hat! Gut, Hudson hat schon Recht: Es gibt nur einen Toon, und der ist nur 20% der Laufzeit zu sehen. Nachdem wir das aber verschmerzt haben, kommen wir zu den Irrtümern, die meinem Kumpel hier unterlaufen sind. Denn wie er zu dem Schluss kommt, der Film sei deshalb nicht unterhaltsam, oder gar “langweilig”, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wer eine trashige Mischung aus ‘Tanz der Teufel’ - Spoof, ‘Slumber Party Massacre’, ’Teenage Exorcist’ und den ’Looney Toons’ oder ’Space Jam’ sehen will, muss hier nämlich einfach zuschlagen...

Die einzige Frage, die ich dem Film stelle ist: Was wird geboten?
Und die Antwort lautet:
- Ein großartiger B-Cast, allen voran Dick Miller in einer seiner vermutlich noch größeren Rollen (hurra!), David Carradine (dem ist nix peinlich - ganz besonders nicht das hier!), Monique Gabrielle (‘Deathstalker II’, ’Der Vampir aus dem All’), und in einem lustigen Cameo sogar Michelle Bauer (ungefähr jeder FOR-Film ist ihr zu Hause...).
- Sehr knuffige Effekte (allen voran der böse Toon), inkl. einem sprechenden Buch, dass sehr stark an das Necronomicon aus der Evil Dead Reihe erinnert (und am Ende in einem Kamin landet, hehe!)
- Einen sexy weiblichen Cast und massig Tits and Asses, die auch bei jeder Gelegenheit zum Einsatz kommen
- Lustige Dialoge und Gags. Meine persönliche Lieblings-Szene zeigt Dick Miller, wie er frustriert vor dem Fernsehr sitzt, sich Roger Corman’s ‘A Bucket of Blood’ (seine bis heute leider einzige Hauptrolle) ansieht und sich fasziniert fragt “How comes this guy never won an Academy Award?!”.

Mein Fazit: Wer diese Art von Entertainment zu schätzen weiss, hat seinen Spaß an dem Film. Ich hatte ihn auf jeden Fall!

Spooner