Evilspeak - Der Teufelsschrei


‘Data incomplete... Human blood required.
Thus spake the computer.’


Originaltitel: Evilspeak (1981)
Regie: Eric Weston Drehbuch: Joseph Garofalo & Eric Weston
Darsteller: Clint Howard, R.G. Armstrong, Joseph Cortese FSK: 18


Stanley Coopersmith (Clint Howard, ’C2 - Killerinsect’) ist ein Unglücksknabe, wie er im Buche steht. Nachdem seine Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen, wurde er in die Obhut einer Militärakademie gepfercht. Da Stanley auch weder besonders hübsch, noch sportlich, also bei den Kameraden unbeliebt ist, hat er den Außenseiter-Status quasi gepachtet. Als wären die Sticheleien und bösen Scherze der Mitgesellen nicht schon Ärger genug, bekommt er auch regelmäßig von seinen Vorgesetzten eine Strafe nach der anderen aufgebrummt.

Mathe Nerds must die!
Als er eines Tages die Katakomben des anliegenden Gotteshaus säubern muss, findet er einen geheimen (und zufälligerweise mit hundert Kerzen ausgeleuchteten) Raum, aus welchem er ein geheimnisvolles Beschwörungsbuch mopst. Als er einige der Formeln in seinen Heimcomputer (ja, die gab es tatsächlich schon ’81 und was der nicht alles kann) eingibt, erwacht die Seele des vor hunderten von Jahren verfluchten und verbannten Satansjünger ’Esteban’ zu neuem Leben. Fasziniert arbeitet Stanley weiter an den Beschwörungsformeln, bis seine Kameraden ihre üblen Scherze eines Nachts zu weit treiben.
Jetzt nutzt der Verstoßene sein Wissen, um Esteban zu beschwören und ihn seine blutige Rache ausführen zu lassen…

Höre ich ein ’Carrie’? ’Ein Carrie!’
Höre ich zwei ’Carrie’? ’Zwei Carrie!?
Höre ich hundert Carrie, hundert Carrie meine Damen und Herren? …

Lord Schweinchen
Wo Brian De Palma und Stephen King mit Terror, Suspense und einer tragischen Geschichte punkten konnten, kommt Eric Weston mit übelsten Loser-Klischees, verzapftem Satanisten/Cyber-Grusel und der ulkigsten Schweinemaske, seit dem Todesjäger daher.
Zudem gibt es herrlich trashige Effekte, wie zum Beispiel als dem Hausmeister durch die ’Unheimliche Macht’ angeblich der Kopp tödlich umgedreht wird, man aber klipp und klar erkennen kann, dass man dem Guten einen falschen Arsch und zwei zusätzliche Schuhtrappen an die Beine gepappt hat. Köstlich!
Die Rolle des isolierten Sündenbocks ist Ron Howards kleinem Bruder Clint wie auf den Leib geschneidert. Und Howard, den ich persönlich für einen der amüsantesten Nebendarsteller weit und breit halte, macht die Sache, trotz einiger arg überzogener Szenen, sehr, sehr gut. Der Film ist ganz klar seine Show und das bekommen auch die Nebendarsteller im Finale zu spüren, in dem dann auch sowohl musikalisch (gewaltige Chöre singen ’Minimus Corpus’ oder ähnlicher Schmus), als auch bestialisch (Schweine-Terror!!!) nochmal richtig Gas gegeben wird.

Schlag mich tot; das ist doch die Frisur aus 'Eraserhead'!

’Evilspeak’ gehört eindeutig in die (meinerseits recht beliebte) Sparte des Trash-Horrors. Die Fans solcher Streifen werden hier bestens bedient. Alle anderen sollten es sich zweimal überlegen. Ernst nehmen kann man einen Film mit dem Cover sowieso nicht.

Hudson