Evil Spawn


‘Tonight she will love again and kill again.’


Originaltitel: Evil Spawn (1987)
Regie: Kenneth J. Hall, Ted Newsom, Fred Olen Ray
Drehbuch: Kenneth J. Hall & Ted Newsom
Darsteller: Gordon Mitchell, Suzanne Ager, Dawn Wildsmith FSK: unbekannt


Der Weltraum, unendliche Weiten. Ein krudes Raumschiff schwebt die Milchstraße entlang. Es hat nichts, aber auch gar nichts mit dem folgenden Film zu tun, aber das Material lag noch im Archiv. Also her damit.

’Evil Spawn’ ist Flickwerk, hat drei Regisseure in den Credits (Kenneth J. Hall, Ted Newson und Fred Olen Ray), eine handvoll Tittchen, eine Gummimonster-Handpuppe und zur Auflockerung ein paar amüsante Seitenhiebe auf Tinseltown. Zudem kann man John Carradine wortwörtlich beim Sterben zuschauen.

Return of Telegraphenfritze

Ein außerirdischer Mikroorganismus (1), eine herrische Laborantin kurz vor dem ’Mad Scientist’-Diplom (2) und eine kratzbürstige Hollywood-Diva auf dem absteigenden Ast (3) werden hier zusammengewürfelt und als Plot verkauft. Nachdem (1) durch (2) an (3) vermittelt wurde, um den Alterungsprozess zu revidieren und dadurch einmal noch eine gute Rolle (in einem Film namens ’Savage Goddess’ of all things) zu bekommen, eskaliert die Situation. La Diva verwandelt sich bei ansteigender Aggression in ein insektoides Gruselwesen, das unliebsame Mitmenschen ins Jenseits befördert.

Kauleistenalarm!

Man muss den Machern zu Gute halten, dass der Cut&Paste-Charakter bei ’Evil Spawn’ kaum ins Gewicht fällt (zumindest im Vergleich zu "Filmen" von Godfrey Ho & Konsorten). Klar ist der Einschub des Raumschiffs zu Beginn genau so überflüssig wie der Prolog, in dem ein Labor-Assistent, vom Alien-Organismus befallen, einem College-Heini in einer dunklen Gasse den Arm ausreißt. Aber wenn wir dann noch mal genau drüber nachdenken, sind käsige Modellraumschiffe und infizierte Männer, die nervigen Bratzen Körperteile wegprökeln, zumindest in B-Movies nie überflüssig.

Monstrovision: Zu tief ins Glas geschaut.

Peinlich, traurig und beschämend ist allerdings, dass Fred Olen Ray (der den Film Jahre nach dessen Run in den Drive-Ins noch einmal überarbeitete) hier erneut eine Szene mit dem zitternden, kaum der eigenen Sprache und den Körperfunktionen mächtigen John Carradine nachlegte. Den gleichen Scheiß hatte er schon bei seiner Neuauflage von ’Die Todesfarm’ abgezogen und man muss sich wundern, ob Carradines Angehörige/Betreuer davon in Kenntnis gesetzt wurden oder ob Skrupellosigkeit zu den Grundprinzipien jeder Budget-Sparte der Filmindustrie gehört.

"I am your varmint!"

Davon abgesehen dürfte ’Evil Spawn’ dem 'Blood, Beasts & Boobs’-Spartenfan einige Freude bringen. Sicherlich ist der Film objektiv betrachtet großer Müll. Für die Kamera wurde wahrscheinlich sogar ein spezielles ’Müllobjektiv’ entwickelt. Anders lässt sich der billige Griesel-Look, der nur durch den noch beschissener gezimmerten Ton unterboten wird, nicht erklären (obwohl beides womöglich in der Erwartungshaltung echter Schlock-Fans fest integriert ist). Sieht man darüber hinweg, gibt’s hier von Sexszenen aufs Geratewohl, über einen ulkigen Gummimonsteranzug, bis hin zu blutigen Tatsachen alles, was das Exploiter-Herz begehrt. Und die ulkige Geschichte um die, von Bobbie Breese (’Surf Nazis must die’) mit erstaunlichem Engagement gespielte, Hollywood-Uschi im Schönheitswahn bietet zumindest einen Hauch ironischer Abwechslung zur üblichen Einfallslosigkeit solcher Streifen.


Hudson