Evil Creatures


‘Undersized. Undead. And angry.’


Originaltitel: The Creeps (1997)
Regie: Charles Band Drehbuch: Benjamin Carr
Darsteller: Rhonda Griffin, Justin Lauer, Bill Moynihan FSK: 16


Was für ein Schwachsinn?!

Äh... Hahaha haha?
Fat-Mad-Scientist Berber tuckert durch die großen Bibliotheken Amerikas und klaut ein Original-Manuskript nach dem anderen. Unter seiner Ausbeute befinden sich allerdings nur Monster-Klassiker wie ’Die Mumie’, ’Frankenstein’, ’Der Wolfsmensch’ und ’Dracula’. Mithilfe der Originalausgaben will er nämlich die Essenzen der Titelmonster zum Leben erwecken, um sich dann als ’Herrscher der Welt’ auszuleben (das gibt Vergünstigungen beim Buchclub!).
Tatsächlich klappt die Chose, doch aus den überdimensionalen Reagenz-Röhren tapsen lediglich die Headknocker-Versionen eben jener Horror-Ikonen. Kurz gesagt: Die Mini-Me’s der Grusel-Elite. Währenddessen ist die Bibliothekarin Anna auf der Suche nach Berber, schließlich braucht sie eines seiner gestohlenen Scripts zurück, um ihren Job zu behalten. Hilfe findet sie ausgerechnet bei David Raleigh, einem Videothekar, der nebenberuflich auch Privatschnüffler ist. Zu zweit nehmen sie den Kampf gegen Berbers Kreaturen auf, die selber schon an ihren eigenen Plänen basteln…

“Wollen sie bis in alle Ewigkeiten mit ’ner Leiter umherlaufen und Leuten in den Hals beißen?“
“Ein recht origineller Aspekt.“

Evil Creatures Testvorführung:
"Sieh genau hin!" "Neeeeiiiin!"
Ja, dieser Spruch ist dann aber auch die Speerspitze der Originalität von ’Evil Creatures’, Charles Bands misslungenem Versuch, eine Horor-Komödie ohne Horror zu machen.
Sagte ich eingangs Schwachsinn?
Ich meinte Schwachsinn. Aber nicht den Schwachsinn der netten, prustenden, schenkelklopfenden Art, sondern den augenrollenden, ’Häh?’-meinenden, gähnenden Schwachsinn. Die Art von Schwachsinn, die 1 Meter große Liliput-Monster bedrohlich wirken lassen will und eine blonde Porno-Lesbe mit der Originalausgabe von ’Jane Eyre’ onanieren lässt. Also schön… DAS war irgendwie witzig. Ansonsten geht’s hier so lahm zur Sache, dass nicht einmal Phil Fondacaro (’Willow’, ’Troll’, ’Ghoulies 2’), der sich wirklich alle Mühe gibt, den 5-Zoll-Dracula mit einer Prise Erhabenheit darzustellen, es schafft, meine Aufmerksamkeit zu bannen. Schließlich haben sich seine Co-Stars dazu entschlossen, mir mit ihrem verwaschenen Comedy-Acting die Suppe zu versalzen.

“Für mich sind sie so ’ne bizarre Figur aus ’nem Fellini-Film!“

Wie nennt man diese Art von sexueller Vorliebe?

Fazit: Hilfe! Dieser Film ist so absurd, wie der Stempel auf dem Cover, der besagt: “Charles Band: King of Fantastic Movies“. Aber eben nicht die Art von absurd, die… naja, ihr habt mich schon verstanden. Einfach lächerlich!


Hudson