Evil Below


‘From the depths of silence The Evil Below screams its awakening!!!’


Originaltitel: The Evil Below (1989) Regie: Norman J. Warren
Drehbuch: Max Cuff & Quinn Donoghue
Darsteller: Wayne Crawford, June Chadwick, Paul Siebert FSK: 18


"Man sagt, auf dieser Insel wohnt der Teufel!"

Siehe auch "Ein uraltes Geheimnis lauert dort drüben!" aka "Dieser Ort ist verfluuuuuucht!" Haben wir alles schon gehabt. ’Evil Below’ ist die Taucherfilm-Variante dieses Themas, heißt im Original ’El Diablo’ und ist weder besonders spannend, noch besonders unterhaltsam, noch besonders nett anzuschauen, noch besonders gut gespielt, noch in irgendeiner anderen Art besonders.

Och, nich schon wieder ein Film,
der seine Unterwasseraufnahmen
mit christlicher Symbolik überläd!
Neulich in den Achtzigern. San Sebastian, Karibik. 30 Grad im Schatten, aber verfluuuucht. Skipper Max ist kurz davor, sein Boot zu verlieren, da kommt Schatzsucherin Sarah und bietet ihm an, den Kahn zu chartern, um den versunkenen Schatz von El Diablo zu finden. Die spanische Galeone tief unter dem Meer hat schon viele abenteuerlustige Plünderer angelockt. Viele sind dabei ums Leben gekommen. Zwei erst kürzlich im Vorsann von ’Evil Below’. Auch auf San Sebastian interessiert man sich für den Unterwasser-Zaster. Ein Priester faselt von Ketzern und Luzifer, Max’ skrupellose Konkurrenten sind im Goldfieber, ein reicher Weirdo schwadroniert über die Natur des Bösen und die Einheimischen bringen die olle "Verfluuuuucht!"-Nummer. Während Max und Sarah im Riff nach Korallen tauchen, taucht auf San Sebastian eine seltsam vermummte Gestalt auf und bringt Insulaner um. Da stimmt doch was nicht!

Hier stimmt einiges nicht, aber das alles habe ich ja weiter oben schon aufgeführt. Müsste man ’Evil Below’ in eine Genre-Schublade stecken, würde da wahrscheinlich ’Abenteuer-Thriller mit Horrorelementen’ draufstehen. Aber auch nur der Form halber. Denn authentisches Adventure-Flair kommt hier genau so wenig rüber, wie funktionierende Thrills und die Horrorelemente beschränken sich auf den Gastauftritt eines Killer-Thunfischs, das deutsche VHS-Cover und vielleicht noch deren FSK 18-Freigabe, die in Anbetracht des zahmen Streifens keinerlei Berechtigung hat.

Und jetzt auch noch 'ne Taufe...
Bekommt man hier vielleicht auch
mal was unzüchtiges zu sehen?
Hauptdarsteller und Co-Reggisseur Wayne Crawford hat den Charme eines verpeilten Schluckspechts und geht hier mit Filmpartnerin June Chadwick (’Mutant’) einem Geheimnis auf den Grund, dessen Auflösung so uninteressant wie bescheuert ist. Man kennt Crawford übrigens als Protagonist und Regisseur der nicht unähnlichen Tierhorror-Gurke ’Baracuda’, aus dessen Bestand er sich wohl auch die Killerfisch-Atrappe geliehen hat. Den oben erwähnten Unzulänglichkeiten des Filmes, sowie dessen grauenhafter Musik und der Sargnagel-Synchro wird hier durch nichts Paroli geboten. Anzumerken sei vielleicht noch, dass der bärtige Bruder von Fips Asmussen den örtlichen Barkeeper spielt und es eine Überdosis Unterwasser-Aufnahmen zu bestaunen gibt, was in bestimmten Kreisen als Bonus gewertet werden könnte.

"Ich war schon immer fasziniert von dem Bösen. Das Schlechte im Menschen stirbt scheinbar nie aus. […] Ich frage mich zum Beispiel, warum nichts unternommen wurde gegen Leute wie Khomeini, Stalin, Nero, wenn die Welt dann besser wäre. Vielleicht ist das unmöglich. Vielleicht beschützt sie etwas. Naja, jedenfalls ein interessanter Gedanke."

Naja doch!

Möglich, aber dafür bräuchte es auch einen interessanten Film. Und davon ist ’Evil Below’ soweit entfernt, wie San Sebastian von Camp Crystal Lake. Dabei hätte einer genügsamen Seele wie mir hier ’handwerklich sauber’ oder ’spannend erzählt’ oder einfach ’bescheuert unterhaltsam’ vollkommen gereicht.


Hudson