Es lauert


‘It lurks... It prowls...’


Originaltitel: It Waits (2005) Regie: Steven R. Monroe
Drehbuch: Richard Christian Matheson, Thomas E. Szollosi & Stephen J. Cannell
Darsteller: Cerina Vincent, Dominic Zamprogna, Greg Kean
FSK: keine Jugendfreigabe


"Diese Malereien zeigen ein Wesen, das über der Erde Menschen tötet."

Ranger Rick & Rangette Danny
Alte Höhlen, die seit Ewigkeiten verschüttet sind, sollte man am besten unangerührt lassen. Das muss auch der neugierige Studententrupp einsehen, der zu Beginn von ’Es lauert’ als Monsterhappen und kurzer Teaser fürs Publikum herhalten muss. Irgendetwas ist jetzt draußen in den Wäldern und ja, es lauert.
Ranger-Lady Danny hat eigentlich ganz andere Probleme. Sie ist noch immer nicht über den Unfalltod ihrer besten Freundin hinweg, den Danny selbst durch Alkohol am Steuer verursacht hat. Während sie sich auf der Ranger-Station in den Bergen volllaufen lässt und in Begleitung eines doof quatschenden Papageis versucht, die Außenwelt auszublenden, schleicht das Grauen immer näher an ihre Behausung heran. Nachdem jegliche Verstärkung im Umkreis von ein paar Meilen durch die Pranken des Monsters den Tod findet, bleibt Danny nichts anderes übrig, als sich zusammenzureißen und den Kampf ums Überleben anzugehen…

"Und jetzt sag mir mal, wie dein Elch aufs Dach gekommen ist und die Sirene ausgelöst hat!"
"Ich hab nie gesagt, dass die Elch-Theorie hieb- und stichfest ist!"

Lookin baaaaaack
Oooover my shouuulder
’Es lauert’ unterscheidet sich auf angenehme Art vom üblichen Monster-Geschmadder, das man in den letzten zehn Jahren aus dem DTV-Bereich vorgesetzt bekommen hat, was einigen Konsumenten aus eben jener Ecke möglicherweise gar nicht schmecken wird.
Der Film nimmt sich für ein Creature Feature erstaunlich viel Zeit. Sieht man von der kurzen Attacke zu Beginn ab, wird sich in den ersten 30 Minuten lediglich mit Protagonistin Danny beschäftigt, die Dank der überzeugenden Darstellung von Cerina Vincent (’Cabin Fever’) einen emotionalen Anker fürs Publikum bietet.
Der wird lediglich durch ein paar fehl am Platz wirkende Dialog-Ausrutscher ("Vertrauen blüht am besten im hellen Sonnenlicht."), die allgemeine Vorhersehbarkeit (nachdem Figuren X und Y das Zeitliche gesegnet haben) und ein paar typische ’fake scares’ erleichtert.
Wenn nicht gerade eine schmalzige Popballade während einer Liebesszene gespielt wird, gibt es recht stimmungsvolle Musik mit indianischen Anleihen.
Das Monster, eine halbwegs überzeugende Mischung aus ’Pumpkinhead’ und dem ’Creeper’ spart man sich fürs letzte Drittel auf. Es wird zwar versucht, eine Art Mythos um das Biest zu spinnen, jedoch bleiben seine kruden Methoden (die eher an einen wahnsinnigen Serienkiller erinnern) unergründet. Dennoch wird hier eine spannende Atmosphäre aufgebaut, die durch versierte Kameraarbeit und einige eher unkonventionelle Schnitte getrieben wird.

"Zeus kam in einer Höhle zur Welt und Jesus wurde in einer begraben. Höhlen sind die Verbindung der Sterblichen zu einer spirituellen Welt."

Siehe Titel...

Bei einer Laufzeit von knapp 80 Minuten, kann man nicht behaupten, der Film würde seine Möglichkeiten überstrapazieren. Zwar ist ’Es lauert’ kaum als originelles Werk zu bezeichnen, aber für die ewig gleichen ’Renn-Schrei-Prank’-Formelfilme aus dem Monster-Sektor eine echte Alternative.


Hudson