Escape 2001



Originaltitel: Quarantine (1989)
Regie & Drehbuch: Charles Wilkinson
Darsteller: Beatrice Boepple, Garwin Sanford, Jerry Wasserman FSK: 18


“Wir alle sind Flüchtlinge. Wir flüchten vor der Infektion.“ Murmelt das völlig unpassende Voice-Over mit der Stimme einer Frau, die kurz vor dem Tod durch eine Valium-Überdosis zu stehen scheint.Vielleicht auch ein Symptom der Seuche, die seit geraumer Zeit die Weltbevölkerung dezimiert.
Auf einem Fließband werden die Leute an einem Komitee vorbeigeschleust, welches entscheidet, ob sie in die Quarantäne müssen oder eine Hoffnung auf Freiheit haben. Am Ende des Fließbands wartet ein Loch, das direkt in einen Container führt, welcher die infizierten oder infiziert geglaubten Personen in abgeschottete Zonen karrt. What a brave new world.

Schlimmer geht's immer
Schnell wird klar, dass es sich bei diesen Aktionen (die in bester Distopie-Manier von schwarz uniformierten Militär-Hoschies ausgeführt werden) um eine verschleierte Art der Entledigung unliebsamer Regimekritiker und ähnlich ugewollter Subjekte handelt. Eigentlich gibt es nur noch Brürokraten, Administratoren und Exekutive auf der einen Seite und den ganzen dreckigen Rest auf der anderen, auf der per Video-Botschaften regelmäßig öffentliche Aufforderungen bekanntgegeben werden, alle Infizierten zu melden.
Bis hierhin eigentlich keine schlechte Idee, wenn Autor und Regisseur Charles Wilkinson doch nur etwas daraus machen würde. Stattdessen stellt er uns blasse Charaktere auf beiden Seiten vor und lässt sie reden, diskutieren und labern, bis die Kauleiste qualmt.
Jeder, der sich von dem reißerischen Cover mit dem ’Snake Plissken’-Lookalike irritieren lässt, hat bei ’Escape 2001’ schon verloren. Nicht, dass die Story kein Potential für einen knalligen Actionfilm mit gesellschaftskritischem Ansatz hätte. Auf dem Papier sind alle Voraussetzungen gegeben. Doch stattdessen wird noch eine Runde vor einem Ausschuss debattiert, beim Frühstück schwadroniert und nebenbei telefoniert.
Egal ob wütende Revoluzzerin, gutherziger Bürokrat, skrupelloser Senator, besorgter Arzt oder kaltschnäuziger Obersturmbannführer, hier reden alle. Die wenigen Aktionen dazwischen sind zäh, das Schauspiel uninspiriert und die Ausstattung nicht vorhanden, was aber zum tristen Grundton des Filmes passt. Dass zu keinem Zeitpunkt die Auwirkungen der Seuche gezeigt werden, stört halb so viel wie das erbärmliche Ende, zu dem sich der Zuschauer wahrlich hinkämpfen musste und das den niemals endenden Kreisverkehr der post-apokalyptischen Bürokratie von neuem beschreitet.

Siehste?

Fazit des Films: Faschismus ist schlecht. Aber irgendwas ist ja immer.
Fazit des Gutachters: ’Escape 2001’ ist schlecht, hatte aber die Voraussetzungen, besser zu werden als das Gros der Ausschussware dieses Genres. “Wo ist das Gute?“ schreit ein Protagonist in einer Szene nackt im Regen. Dem ist absolut nichts hinzuzufügen.


Nool