Gladiator Eroticvs: The Lesbian Warriors


‘The Games - The Glory - The Girls’


Originaltitel: Gladiator Eroticvs: The Lesbian Warriors (2001) Regie: John Bacchus Drehbuch: John Bacchus & Joe Ned
Darsteller: Darian Caine, Misty Mundae, Jade Duboir FSK: 16


Nur damit ihr wisst, auf was ihr euch hier einlasst!

“Wer hat schon Zeit, anzuhalten und zu kotzen, wenn er auf der Durchreise ist?”
“Das ist Poesie in Bewegung!”

Willkommen in der Welt von Seduction Cinema - der debilen Filmschmiede, spezialisiert auf erotische Spoofs aktueller Kino-Blockbuster, die uns bereits Meisterwerke wie 'Lord of the G-Strings - The Femaleship of the String', 'Playmate of the Apes', 'Spider-Babe' oder 'Kinky Kong' präsentiert hat. Dem geneigten Trash/Drive-In Fan könnten einige dieser Titel feucht-fröhliche Erinnerungen ins Gedächtnis rufen, was auch an der häufigen Anwesenheit der niedlichen Misty Mundea und ihren oftmals nackigen Gespielinnen liegt. Diesmal wird, man mag es dem Titel schon entnehmen, der Ridley Scott Streifen 'Gladiator' einer interessanten Neu-Interpretation unterzogen.


Egal was man über die Filme (ich benutze den Begriff 'Film' hier übrigens eher großzügig) von Seduction Cinema denkt, eines muss man ihnen lassen: Der Spaß steht hier immer an erster Stelle. Und ob dieser nun durch (lesbische) Sex-Szenen, Fart Jokes oder auch die im wahrsten Sinne des Wortes barbarische Ausstattung zu Stande kommt, merkt man doch, dass zumindest die Macher stets eine gute Zeit hatten. Dass sich ein Film dieses Kalibers nicht ganz so ernst nimmt, muss ich an dieser Stelle wohl keinem mehr erklären. Die fürchterliche technische Qualität gehört zwar zum guten Ton, aber der kaputte Humor und verrückte Stil halten den Zuschauer dann doch bei Laune, oder besser gesagt, bei der Stange. Kurios ist wohl, dass die Sex-Szenen - die eigentlich im Vordergrund zu stehen scheinen - eher die witzigeren Momente unterbrechen. Ab dem dritten Anlauf ist die lesbische Leck-Action eben nicht mehr ganz so anregend, obwohl einige der Damen hier tatsächlich ihren Reiz haben. Vor allem in der ersten Szene, in der unsere Heldin Eroticus (Darian Cane) mit einer dick-brüstigen Blondine rummacht, konnte ich mir Zwischenrufe wie "Gute Brüste! ... Guter Arsch! ... Gute Nippelleck-Szene!" nicht verkneifen.

Aber meine Damen!

Wer nun denkt, dass ich zu früh vieles vorwegnehme, und gerne ein paar Worte zum Plot hätte, dem sei gesagt: Dieser richtet sich im Wesentlichen nach der Ridley Scott-Vorlage, nur dass eben alles lustig und lesbisch ist. Die Kriegerin Eroticus ("Am meisten wünsche ich mir, dass ich in mein Heimatland Lesbius zurückkehren kann, um da den süßen Klängen von Average zu lauschen...") wird von Roms Imperator Gluteus Maximus als seine Nachfolgerin auserkoren, da sie in einer Schlacht gegen die Barbaren (the Mushroom Keeper and Friends) Rom zum Sieg geführt hat. Bevor diese Entscheidung aber offiziell wird, stirbt der Imperator und sein Sohn Dickus Minimus ("Geliebte, flechte mir in meine Brusthaare Zöpfe!") kommt an die Macht. Dickus hat in erster Linie eine Zuneigung zu seiner süßen Schwester Clitoris (Misty Mundea!) und wird zum machthungrigen Tyrannen. Zur gleichen Zeit wird Eroticus von der Sklavenherrin Felatio (Debbie Rochon!) zum Gladiator für 'die lesbischen Spiele' ausgebildet. Jetzt hab ich doch mehr gesagt, als ich vorhatte, denn im Ernst: Ich glaube meine Sleaze Reihe ist nicht der richtige Zeitpunkt, die langen Inhaltsangaben auszupacken.

Dieser kranke Streifen macht
selbst vor Sodomie nicht halt.
(Wir können uns nur entschuldigen.)
Regisseur und Autor John Bacchus ('The Erotic Witch Project', 'The Erotic Time Machine') hat auf dem Gebiet des B-Movies bereits ein bisschen Erfahrung (u. a. durfte er als Komparse in Tromas 'Terror Firmer' mitmachen) und lässt den Film gleichermaßen routiniert wie amateurhaft wirken (klingt komisch, ist aber so!). Die Darsteller sind fast alle auf Grund ihres Aussehens gewählt worden. Falls sie Softcore-Szenen zu spielen haben, sollten sie sexy aussehen und falls sie Blödel-Szenen haben, sollten sie entsprechend doof gucken und Grimassen schneiden können. In dieser Hinsicht überzeugen die meisten. Zwar sehen die Brüste hier und da arg künstlich aus, aber wer guckt da schon so genau hin (hust)? Natürlich könnte ich die Lesben Szenen nun im Detail beschreiben, aber ich lasse mich lieber noch weiter über die humoristischen Einlagen aus. Diese bieten geschmackloses Durcheinander ohne Ende und sind albern bis völlig kaputt - also genau das richtige für die Flausen-Leserschaft. Es gibt Witze, die halbwegs clever sind und dann auch zünden. Wenn Dickus Minimus z.B. durch den Garten läuft und "Ich bin Imperator! Ich bin Imperator!" brüllt, bis Clitoris (I'm just gonna go with it at this point...) sagt "Jetzt renn' aber nicht gleich los und lass T-Shirts drucken", worauf er mit einem "Zu spät!" ein 'Yep... I'm the Emperor'- Shirt hochhält, regt das zum Schmunzeln an. Ebenso dämlich-lustig ist die Trainings-Montage (Und jetzt alle: *Even ‘Gladiator Eroticus’ has a mooontage!*), in der Eroticus mit einem Schwert gegen den aufgeschnallten Strap-On Dildo ihrer Lehrmeisterin kämpfen muss. Der Teil der Story, in dem sich die bärtigen alten Senatoren im 'Vomitorium' minutenlang gegenseitig vollkotzen, ist vielleicht ein weniger anspruchsvoller Moment des Films. Ebenso anspruchsvoll sind übrigens deren Rollennamen, Senator Titus Leckus und Senator Crackus.

Die Römer: Spocht war ihr Leben.

Fazit: Eine Ausstattung, die es fertig bringt, fünf mal die gleiche abgetrennte Gummihand innerhalb von zwei Minuten, die gleichen Bärte und Plastikbarbaren-Helme aus 'Trash Monster from Outer Space' und sogar Löwen- und Gorilla Kostüme zu benutzen, Akteure die Sprüche wie "Verdammt sollst du sein, Eroticus... ich kriege dich noch und deinen kleinen Hund auch!" bringen und regelmäßig ihr Talent bei Kotz- oder Furz-Witzen unter Beweis stellen… Ihr wisst, wo ihr hier gelandet seid. Wem diese Art von Trash Spaß macht, der wird sich auch hier wohl fühlen. Wer noch einen Funken gesunden Menschenverstand besitzt, hat den Titel des Reviews gelesen und die Seite daraufhin verlassen.



PS: Dickus Minumus’ Regeln als Imperator:

I) Orgien sind von jetzt an unser nationaler Zeitvertreib!

II) Alle Rohrsysteme werden von den gefährlichen Kupferrohren befreit und gegen sichere und saubere Bleileitungen ausgetauscht.

III) Gelb wird nicht länger eine Farbe sein. Es wird eine Zahl zwischen 316 und 317 sein.

... CDXXIV) Unser neuer Slogan lautet: Willkommen im sonnigen, dekadenten, kriegsführenden Rom.


Spooner