Eraser


“He will erase your past to protect your future.”


Originaltitel: Eraser (1996) Regie: Chuck Russel
Drehhbuch: Tony Puryear & Walon Green
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Vanessa Williams, James Caan FSK: 16


U.S. Marshall John Kruger (Arnold Schwarzenegger) ist Top-Agent der Regierung und der Abteilung für das Zeugen-Schutzprogramms zugeteilt. Natürlich ist er der beste Mann (sonst hätte man kaum Arnie für die Rolle engagiert), wenn es darum geht die Vergangenheit seiner Klienten zu löschen.

Regel Nr. 1: Duck & Cover!
Als er sich um die junge Waffen-Forscherin Lee (Vanessa Williams) kümmern soll, die hinter krumme Machenschaften ihrer Firma gekommen ist, bekommt es Kruger allerdings mit Schurken und Knarren größeren Kalibers zu tun.
Auch eine Riege der Regierung soll in das Komplotts verwickelt sein, in dem es um den Verkauf gefährlicher Waffen an potentielle Terroristen geht und selbst in Krugers Abteilung scheint ein Maulwurf zu sitzen. So schlittert der Marshall bald von einer Hetzjagd in die nächste, springt aus fliegenden Flugzeugen, kämpft im Zoo gegen CGI-Krokos und treibt wie einst ’Stingray’ bei alten Klienten Gefallen ein. Und auch die besagten Superwaffen lassen nicht lange bitten...

Wo sind nur Michael,
Fredo, Tom und Papa
wenn man sie braucht?
’Eraser’ lässt leider (trotz R-Rating) die Härte eines ’Phantom Kommando’ oder ’Red Heat’, sowie den Charme von ’True Lies’ stark vermissen.
Der recht zahme Actionthriller gehört eher zu Arnolds mittelprächtigen Werken und hat weder einen aussergewöhnlichen Regisseur (wie es z.B. James Cameron oder Paul Verhoeven sind), unter dem Arnold zur Höchstform auflaufen kann, noch zieht der Plot das Vehikel voran, sondern plätschert mit einigen (wenig überraschenden) Wendungen, dafür aber mit ordentlichen Actionsets nach Schema F dahin.
Die Schauspieler sind zufriedenstellend. Arnold selbst hält sich erstaunlich zurück und lässt Co-Stars James Caan (’Der Pate’) und Vanessa Williams (’Shaft’) genug Raum, um einen guten Bösewicht abzuliefern (Caan) oder einfach die ’Damsel in Distress’ darzustellen (Williams). In weiteren Rollen sind u.a. James Coburn (’Die glorreichen Sieben’) und Patrick Kilpatrick (’Minority Report’) zu sehen. Ebenso James Cromwell (’Ein Schweinchen namens Babe’), welcher sich erneut von seiner schmierig-finsteren Seite zeigt, und Mark Rolston (’Drake’ aus ’Aliens’) ist einmal mehr in seiner Paraderolle als vernarbter Henchman im Einsatz. Die Dialoge halten sich zumeist über dem Durchschnittsniveau, gleiten aber hier und da schon mal in Richtung Lächerlichkeit („Wer war das denn?“ „Ich könnt’s dir sagen, doch dann müsste ich dich erschiessen!“).

Ja, das ist unser Arnold!

’Eraser’ ist/war der Anfang vom Ende der ’ikonengleichen’ Karriere des Arnold Schwarzenegger. Von da an ging es nur noch bergab. Schade eigentlich. Aber ’Peng Peng’ und Rumgehetze und zwischendurch ein paar spärlich gesäte Sprüche waren schon Mitte der 90er nicht mehr genug.
Viel Lärm um nichts + Arnie = Okay…

Hudson