Endgame


‘For An "Endgame" Champion In The Year 2025, There's Only One Way To Live. Dangerously.’


Originaltitel: Endgame - Bronx lotta finale (1983) Regie: Joe D'Amato
Drehbuch: Joe D'Amato & Aldo Florio
Darsteller: Al Cliver, Laura Gemser, George Eastman FSK: ungeprüft


Und *Schnipps* sind wir schon wieder in der Endzeit. Waren wir jemals weg?
Ich weiß nicht wie es euch geht, Freunde, aber mich verbindet eine Hassliebe zu diesem Subgenre. So viel Potential, so wenig Geld. So viele italienische Kiesgruben, so wenig Originalität.

Und so viel Gesocks!

Auch bei ’Endgame’ fiel vor langer Zeit die große Bombe. Wahrscheinlich waren es sogar mehrere. Da sich solche Filme aber immer auf einem recht übersichtlichen Gelände abspielen, kann man die tatsächlichen Ausmaße nur erahnen oder sich vom Voice Over im Vorspann und diversem AAA (Atombomben-Abwurf-Archivmaterial) belügen lassen.
Die zerstörte Welt wird von einem Aufsichtsrat niederträchtiger Diktatoren mit eiserner Faust beherrscht. Die eiserne Faust ist ein Brutaltrupp in SS-Tracht, der sich die meiste Zeit damit vertreibt, hilflose Mutanten in den Katakomben der Ödnis niederzumähen.
Nach Feierabend sitzt man in gammeligen Kammern vor der Glotze und schaut ’Endgame’, eine populäre Survival-Show, in der gewissenlose Recken sich gegenseitig die Frisur zurechtprügeln. Bis zum Tod, versteht sich. Favorit der Show ist Shannon, der nicht nur einen weibischen Namen hat...

...sondern sich auch gerne schminkt.

Shannon (dessen Vater wohl ein großer Fan von Johnny Cashs ’A boy named Sue’ war) ist nicht nur ein harter Knochen, sondern auch ein Medium, das telepathische Botschaften empfangen kann. Genau auf diesem Weg kontaktiert ihn eines Tages Lilith, eine holde Telepathen-Maid mit Kontakten zum Mutanten-Untergrund. Sie bittet Shannon, einen Haufen mutierter Genossen in die Freiheit zu eskortieren und bietet ihm dafür Unmengen Gold an. Zögernd willigt Shannon ein und gemeinsam trommeln die beiden einen kleinen Haufen harter Hunde (ein Ninja, ein Barbar, ein Typ mit Augenklappe) zusammen. Als sie sich auf den Weg in die gefahrvolle Ödnis machen, sind ihnen die Regierungs-Schergen bald auf den Fersen...

Stars der Endzeit:
Eastmans Schorsch, sein Weib Maid Laura und Hal, auch bekannt als Al!

Nachdem mich Joe D’Amato mit seinem grotesk grottigen Endzeit-Schlonzer ’2020 - Texas Gladiators’ schon mächtig enttäuscht hatte, war ich vorsichtig mit meinen Erwartungen im Bezug auf die Unterhaltungsqualität von ’Endgame’.
Doch siehe da: Ich wurde positiv überrascht. Nicht nur, dass hier eine italienische Allstar-Cast und Anarcho-Action satt serviert werden, es gibt auch noch eine frühe Version von Arnies Action-Knaller ’Running Man’ zu bestaunen.
Die Besetzungsliste liest sich wie das Who-is-Who des italienischen B-Films: Al Cliver (‘Woodoo’), Laura Gemser (’Black Emanuelle’), George Eastman (’Fireflash’), Hal Yamanouchi (’Sinbad – Herr der Sieben Meere’), Bobby Rhodes (’Dämonen’) und Gordon Mitchell (’Rush’), das sind Namen, bei deren Erwähnung alteingesessene Genre-Fans der Achtziger Jahre die Pumpe quillt.
Und so geben Jungs und Mädels ihrem Stamm-Publikum genau das, was es von ihnen erwartet: Al Cliver murmelt finster aus blondem Vollbarte, Yamanouchi tritt gekonnt Ärsche, Bobby Rhodes lässt den coolen Mack raushängen, George Eastman fieselt sich durch’s Bild und Laura Gemser blank zieht. So weit, so anspruchslos, aber unterhaltsam.

Kommt immer gut: Affen auf Rädern

Fazit: Eifrige Stars, knallige Kostüme, tierisches Make Up, schepprige Action, Musik, die aus einem Yakuza-Streifen stammen könnte und jede Menge Staub, Kies und Schotter. Wer gerne die gute alte, will sagen preiswerte, käsige ’Kiesgruben-Setting meets Vehikel-Action’-Keule schwingt, der knüppelt hier genau richtig.


Hudson