Das Ende - Assault on Precinct 13


"The only people more dangerous than the hardened criminals... are the cops."


Originaltitel: Assault on Precinct 13 (2005)
Regie: Jean-François Richet Drehhbuch: James DeMonaco
Darsteller: Ethan Hawke, Lawrence Fishburne, Gabriel Byrne FSK: 16


Seitdem Polizist Jake Roenick (Ethan Hawke) zwei Partner während eines Einsatzes verloren hat, ist er nicht mehr der selbe. Sein Tag beginnt mit Aufputschmitteln und ein Job, der ihm Verantwortung abverlangt, kommt schon gar nicht mehr für ihn in Frage.

Kuckt finster, ist also böse!
Das Revier, auf dem er seither Wache schiebt, soll in der Neujahrsnacht geschlossen werden. Durch einen schweren Schneesturm ist ein Gefangenen-Transport jedoch dazu gezwungen, eben jedes Revier 13 als Zwischenstation auf dem Weg zum Staatsgefängnis zu nutzen. Unter den Kriminellen befindet sich auch der Cop-Killer Marion Bishop (Lawrence Fishburne), der ein wichtiger Zeuge in einem Korruptions-Prozess ist und ein Dorn im Auge seines ehemaligen Geschäftspartners Marcus Duvall (Gabriel Byrne). Dummerweise ist Duvall selbst ein Polizist und muss unter allen Umständen verhindern, dass Bishop vor Gericht auspackt und somit ihn, und seine Einheit hinter schwedische Gardinen schickt.
Also verübt der korrupte Gesetzeshüter, mit Hilfe seiner ausgebildeten Killer-Ops, bei Nacht und Nebel, einen Anschlag auf das abgelegene Revier. In ihrer Not müssen sich Polizisten und Gefangene im belagerten Gebäude zusammenraufen, um der Bedrohung Widerstand zu leisten.

"Ja, spielt ihr hier ruhig 'Mexican Standoff',
ich geh mir Kippen und 'ne Fanta ziehen."
’Assault on Precinct 13’ war 1976 John Carpenters zweiter Spielfim nach ’Dark Star’ und ein Beispiel an atmosphärisch, klaustrophobischem Schauer-Thrill.
Leider kann man das vom 04’er Remake des französischen Regisseurs Jean-François Richet nur unter Vorbehalt behaupten. Schon 2002 versuchte ein Franzose (Florent Emilio Siri, ’Hostage’), dem ’Assault’ Original mit ’Das tödliche Wespennest’ eine Art Remake zu verpassen. Genau wie Carpenter schaffte Siri, der Situation eine unheimliche Ungewissheit und Ausweglosigkeit zu verpassen. Das vorliegende ’Assault on Precinct 13’ fällt um einiges schwächer aus, als diese beiden Vorgänger, selbst wenn mit Lawrence Fishburne (’Matrix’), Ethan Hawke (’Before Sunrise’), John Leguizamo (’Spun’) und Gabriel Byrne (’Excalibur’) namhafte und charismatischen Schauspieler zur Verfügung standen.
Ein Grund dafür ist, dass Richet dem Zuschauer die Gedanken der Bösewichter in Dialogen und Szenen offenbahrt, etwas das Carpenter unterliess. So wirkt die Gefahr durch die korrupten Polizisten weit weniger bedrohlich, als durch die Gang im Original, oder die ost-europäischen Killer-Kommandos aus dem ’Wespennest’. Da helfen auch die finsteren Monturen, inklusive High-Tech Equipment und Super-Waffen (ein fast direkter Rip-Off aus ’Wespennest’) nicht.
Der Soundtrack fällt nich weiter auf, die Schiessereien sind schön in Szene gesetzt und die Spannungen zwischen den Gefangenen und ihren, zu Waffenbrüdern gewordenen, Wächtern sind ebenfalls überzeugend.

'Before Sunrise 3: Hellfire'

’Das Ende – Assault on Precinct 13’ ist ein eher zahmes Re-Make eines Thriller-Klassikers, mit guten Darstellern und netter Action. Kein schlechter Film, aber ein gutes Beispiel dafür, dass Re-Makes von großartigen Filmen meist so überflüssig sind, wie ein Nackfoto von Kermit dem Frosch.

Hudson