Empire of Ash


‘The war is over... But the fight has just begun!’


Originaltitel: Empire of Ash II (1988) Regie: Michael Mazo, Lloyd A. Simandl Drehbuch: Michael Mazo, Lloyd A. Simandl, John Ogis & Saul Urbonas
Darsteller: Melanie Kilgour, Thom Schioler, Frank Wilson FSK: 18


“Allmächtiger! Ich bin dein Hirte und ich danke dir, dass du den großen Virus auf diese Welt niedergesandt hast und uns, deine wahren Gläubigen, vor diesem Armageddon verschont hast. Lasse dein geheiligtes Licht auf uns, deine Krieger und unser Land New Idaho herniederscheinen. Hilf uns, die gesunden Weiber um uns zu versammeln, auf dass sie die neuen Mütter werden, indem sie mit den Samen unserer Krieger Kinder zeugen für unser gelobtes Land. Schütze uns vor dem großen Virus und quäle diejenigen die es verdient haben, für ihre Sünden zu sterben. Zeige kein Erbarmen für die Lards, diese Parasiten, die das Blut derer stehlen, die du vor der Infektion bewahrt hast. Ja, oh Herr, sie injezieren sich unser Blut in die Adern, um die Seuche die du über diese Frevler gebracht hast zu überwinden und handeln damit entgegen deinem Willen. Ich habe sie gesehen, mit ihren verdeckten Gesichtern. Ja Herr, sie haben Angst deine Luft zu atmen, denn sie ist Gift für sie. Sie bedecken ihre Augen vor deinem warmen strahlenden Licht. Sie sind schwach, oh Herr. Aus dem Hinterhalt schleichen sie sich an diejenigen heran, die aus deinem gelobten Land New Idaho fliehen wollen. Zu trügerischen Zufluchtsstätten irgendwo im Norden. Wir werden die Abtrünnigen bestrafen. Jedoch diejenigen bewahren und beschützen, durch deren Schoß unser gelobtens Land New Idaho auf ewig bestehen wird.“

Bei Endzeitkarren: Schleudersitz serienmäßig

Was sich wie die Werbe-Broschüre einer x-beliebigen Wahnfried-Sekte liest, ist tatsächlich das Vorspann-Voice-Over eines abgedroschenen Endzeit-Schlock-o-Ramas mit Namen ’Empire of Ash’. Und manchmal sagen schlecht aufgesagte Expositionen ja bekanntlich mehr als jede wohl formulierte Inhaltsangabe.

Dass dieser Film rein optisch (sprich beleuchtungs- und kameratechnisch) zum grottigsten gehört, was meine Augen je auf einem Bildschirm erblickt haben, ist noch nicht mal das schlimmste (kann hingegen manchmal richtig witzig sein). Dass aber auch anno ’88, also ganze 9 Jahre nach Genre-Primus ’Mad Max’, die Endzeitscheine auf dem niedrigsten Inspirations-Niveau entlanggeschlittert wird, darf einfach nicht wahr sein.
Zu rödelnden Rock-Gitarren fahren lächerlich gekleidete Halbstarke in abgewrackten Militär-Vehikeln durch die Landstraße einer Gegend, die stark an den Spreewald erinnert. Links und rechts vom Wegesrand werden ein paar vermummte Mutanten abgeknallt, die ihrerseits des Nachts durch die Wälder streifen, um frisches Hämoglobin zu tanken. Zwischendrin labert ein postapokalyptischer Propaganda-DJ aus dem Auto-Radio hirnrissige Sätze, dass selbst die Protagonisten “Jetzt ist aber Schluss mit der Scheiße!“ rufen.

The future is fucked!
Steinbruch-Shootouts, nackte Haut, wahnsinnige Prediger und wallende Frisuren dürfen hier genauso wenig fehlen, wie eine Befehle bellende Blondine in Bondage-Kluft.
Die Soundkulisse ist dabei so schlecht, dass sie mir beinahe Angst machte (kann man ruhig als Pluspunkt werten). Bei den Darstellern hat man ausnahmslos das Gefühl, sie wussten gar nicht, daß sie gerade in einem Film mitspielen. Vielleicht wurde hier ja auch eine ’Shooting Range-Butterfahrt’ der Einwohner des größten Inzest-Nestes Nordamerikas gefilmt. Dann wiederum wäre ’Empire of Asses’ eine schockierend-realitische, unkommentierte Dokumentation, vor der ich den Hut ziehe.

“Ich hoffe, du bist so cool, wie du aussiehst, sonst bist du im Arsch!“

Genau, ’Im Arsch’! Treffender könnt ich’s auch nicht ausdrücken.
’Empire of Ash’: Ein Film, so spritzig wie eine Tütensuppe (noch in der Tüte), so amüsant wie eine schorfige Flechte und so hinreißend wie eine toter Hirsch. Um hier durchzuhalten, muss sich der Zuschauer seiner eigenen Schmerzgrenze stellen. *zapp*

Hudson