Electrocutor 1



Originaltitel: The 13th Floor (1988)
Regie: Chris Roache Drehbuch: Louis Chavance, Henri-Georges Clouzot
& Chris Roache Darsteller: Lisa Hensley, Miranda Otto, Jeff Truman FSK: 18


Achtung! Backcover-Text-Alarm:
“Auf den ersten Blick ist dieses Haus ein Bürogebäude wie andere auch - doch unter den Mauern, in den Kabeln dieses Blocks lauert eine blutgierige Bestie auf alles, was sich bewegt. Zwölf Jahre nach einem grauenvollen Doppelmord im Rohbau des Wolkenkratzers erwacht eine furchtbare Macht aus ihrem Schlaf. Im elektrikschen System des Hauses steckt plötzlich die Lust auf Menschenblut. Keiner ist sicher in diesem Horror-Hochhaus - bis die Rache des Mordopfers erfüllt ist…“

Hat*bullshit*schie!

"Ich will nicht!" "Du musst aber!" "Nein, bitte nicht!" ...

Was wirklich passiert:
Die kleine Göre Heather erwischt ihren Verbrecher-Daddy beim Mordaufträge verteilen direkt vor Ort. Dabei wird einem Mann die Kehle aufgeschlitzt und sein Sohn durch elektrischen Strom getötet (später “wichtig“). Jahre später hat sich Heather von ihrem Vater losgesagt, ist allerdings im Besitz wertvoller Dokumente, die ihren alten Herren ans Messer liefern könnten. Dieser setzt einen skrupellosen Schnüffler auf Heather an, die mittlerweile mit zwei Freunden in den verlassenen 13. Stock eines Wolkenkratzers gezogen ist, wo sie labern und labern und labern. Im Gebäude freundet sie sich mit einem Mitarbeiter des Sozialamtes an, der als Freundschaftsdienst ihre Identität ändert und große Schwierigkeiten bekommt. Denn Daddy hetzt bald seine Bluthunde auf das Gebäude und diese eliminieren jedes Lebewesen, das ihnen in die Quere kommt…

... "Doch! ... NEPTUNFEST!"

Dass irgendwo dazwischen ein manipulierter Fahrstuhl den Schnüffler tötet, hin und wieder elektrisches Leuchten durch Ritzen glüht und ein, zwei ominiöse Visionen auftauchen, ist auch schon die einzige Rechtfertigung für besagten Klappentext. Bis zum Finale kommt das übernatürliche Element also beinahe gar nicht zum Einsatz. Stattdessen bekommen wir grauenhafte Dialoge unsympathischer Vollfrisuren und eine junge Miranda ’Eowyn’ Otto als Drogenopfer, die kein bisschen sympathischer und leider auch nicht sonderlich talentiert daher kommt. “Blugierige Bestie“? “Keiner ist sicher“? “Lust auf Menschenblut“? Das mag auf die Henchmen von Daddy Crime zutreffen, aber keinesfalls auf die elektrische Anomalie aka der Geist des zu Unrecht geschmorten Kindes von anno dazumal.
Bis zum letzten Drittel gibt sich ’Electrocutor 1’ (Wie jetzt? Hat der deutsche Verleih wirklich gedacht, dass da noch ein zweiter kommt?) so lahm wie eine uralte Schnecke auf Valium… in Zeitlupe. Was folgt ist kaum besser, aber immerhin ein Tick flotter und ereignisreicher.
Trotzdem bleibt das hier Etikettenfälschung mit miesen Darstellern, ideenlosem Plot und altbackener Büroraum-Optik. Das braucht kein Mensch!


Hudson