Prinz Eisenherz


"He who holds the sword, rules the world."


Originaltitel: Prince Valiant (1997) Regie: Anthony Hickox
Drehhbuch: Michael Frost Beckner & Anthony Hickox
Darsteller: Stephen Moyer, Katherine Heigl, Thomas Kretschmann FSK: 12


Es ist die Zeit König Arthurs.
Dessen böse Schwester Morgan LeFey und ein paar grantige Wikinger sind auf der Suche nach den mächtigsten Waffen der Welt und finden in der recht stimmigen Anfangssequenz das Buch Merlins.

Ein cm tiefer und Willow
stünde auf der Klinge!
Woher sie und wir wissen, dass es Merlins Buch ist? Ganz einfach, es steckt in den Händen eines toten alten, robetragenden Mannes, der in einem Sarg an der Küste Britanniens vergraben ist...ausserdem steht in großen Lettern das Wort ’MERLIN’ auf dem Einband! Nun brauchen die Finsterlinge nur noch Excalibur und so schickt man den Killer-Eumel Thagnar (Thomas Kretschmann, ’Resident Evil: Apocalypse’) los, das magische Schwert Arthurs zu stehlen. Da kommt es ihm natürlich gelegen, dass es im kaum bewachten Thronsaal ganz leger an den Sessel gelehnt ist.
Derweil findet am Hofe ein großes Ritterturnier statt, bei dem wir auch unseren Helden Eisenherz (Stephen Moyer) kennenlernen. Der ist aber noch Knappe bei Sir Gawain (Regisseur Anthony Hickox), für den er eben mal kurz einspringt und auch gleich das Turnier gewinnt.
Als man an der Leiche einer der Thronsaal-Wachen ein Stückchen Kilt findet, geben die ollen Engländer natürlich geich den Schotten die Schuld. Die Tafelrunde wird kurz mal zum Model-Schlachtfeld umfunktioniert und Arthur schickt seine Ritter und deren Vasallen in den Krieg nach Schottland. Währenddessen schippern die wahren Täter schon übers Meer, zu ihrem König Sligon (Udo Kier, ’Die Einsteiger’), der dummerweise das magische Schwert nicht aus der Fassung kriegt und seine Mannen zurück nach Britannien schickt. Dort soll der einzige Mann auf Erden leben, der (laut Weissagnug Morgans) das Schwert befreien kann…natürlich Eisenherz. Dieser ist jedoch gerade damit beschäftigt, die junge Prinzessin Ilene (Katherine Heigl) nach Wales zu begleiten und sich in sie zu verknallen...

Ron 'Der Don' Perlman
’Prinz Eisenherz’ ist mehr oder weniger das filmische Äqivalent zu einer deftigen Soljanka. Regiesseur Anthony Hickox (’Waxwork’) und Produzent Bernd Eichinger (’Resident Evil’) haben wirklich alles in den Kessel geschmissen, was schonmal irgendwo dabei war: Barbaren, Schwertkämpfe, Herzschmerz, Eifersucht, Verrat, Verwechslung, eine Prise Humor, den ’Jabberwocky’, ’Zwerg vom Dienst’ Warwick Davis (’Ewoks’) und dessen ’Willow’ Co-Star Gavan O’ Herlihy, sogar unser aller Lieblings-Monchichi Ron Perlman und eine Augenklappe sind dabei. Cameos von Markus Schenkenberg und der 90er Schnulzenbratze Chesney Hawkes tragen ebenso zur trashigen Stimmung des Films bei, wie ein Udo Kier als Wikinger König, oder Pappmaché-Krokodile auf Rollen. Fehlt eigentlich nur noch Ralle Möller, der in das Setting gepasst hätte, wie der Finger in die Nase.
Dabei ist in punkto Ausstattung das Wort ’Trash’ wirklich fehl am Platze. Sowohl Kostüme als auch Kulissen sind genauso gut geraten, wie die erstaunlich schöne Musik. Die Unfreiwilligkeit des Humors hält sich größteneils in Grenzen, auch wenn es ab und an Szenen gibt, bei dem sich die Macher wohl eine andere Reaktion vom Zuschauer erwartet haben (Gut zu wissen, dass einem beim Trinken von heißem Wachs eine Kerze im Hals wächst. Faszinierend!) Lediglich der Eisenherz Darsteller wirkt zuweilen etwas farblos und Thomas Kretschmann sollte vielleicht einen professionellen Synchronsprecher in Erwägung ziehen und sich besser nicht mehr selbst vertonen. Als nordischer Schurken-Skinhead weiß er aber allemal zu gefallen, genau wie der Rest der Cast.

'Krokodile in der Kanalisation?'

’Prinz Eisenherz’ ist für Fantays-Fans die ihre ’Prinzessin Fantaghiro Sammlung’ schon zu oft durchgekaut haben und Leute, die nicht unbedingt anspruchsvolle Unterhaltung benötigen. Spassig isser allemal!

Hudson