Einsatzkommando S.T.A.B.


‘Söldner greifen ein’


Originaltitel: S.T.A.B. (1976) Regie: Philip Chalong
Drehbuch: Andre Morgan
Darsteller: Greg Morris, Sombat Metanee, Krung Srivilai FSK: 18


Nachdem ein Flugzeug mit Gold im Werte von 12 Millionen Dollar, das zum Ankauf von Opium bestimmt war, von zwei fahnenflüchtigen Soldaten entführt wird, heuert die Regierung Supersöldner Hill an, um das Edelmetall aus dem Mekong-Delta von den Opium-Fürsten der Region zurückzuerobern.

“Ach du bist das, Hill. Vietnam hat dich wohl nicht geschafft?!“

Another day in Para(trooper)dise
Hill (die deutsche Synchro macht ’Hell’ aus ihm) trommelt vier knallharte Jungs, Chuck, Zak, Johnnie und Santana zusammen, von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat. Einer ist Stuntfahrer und gerade mit der Karre gegen den Baum gerast, ein anderer hat seine Frau beim Fremdgehen abgeknallt, ein dritter bekommt sogar eine komplette Porno-Rückblende mit folgendem Voice Over verpasst:

“Durch die Glastür konnte ich ihren Körper sehen und der war ein Gedicht. Klassen besser als alles, was ich vorher gekannt hatte. Aber in meiner Vorfreude hab ich wohl einen zu viel gekippt und bin eingeschlafen. Als ich aufwachte war sie weg. Ich hab lange nach ihr gesucht, sie aber nie wiedergesehen.“

Gemeinsam machen sich die Kerle auf dem Luftlinien-Weg ins Delta und springen mit folgenden Schlachtrufen aus dem Flugzeug: 1. “Für Volk und Vaterland!“ 2. “Scheisse!“ 3. “Ihr könnt ruhig schon springen, ich komm nach!” 4. “Attacke!“ und 5. “Yippie!“

Wieso muss ich bei diesem Bild gleich
an Rainer Brandt-Synchros denken?!
An dieser Stelle sei vermerkt, dass Nummer 3 auf einem Motorrad sitzt, an dessen Lenker ein Maschinengwehr montiert wurde. Ja, er springt auf dem Motorrad ab. Ja, das Maschinengewehr kommt zum Einsatz. Spätestens, als Kontaktperson und Killermieze Suzie die Herren zur nächstbesten Ansammlung hiesiger Strohhütten führt und es zum ersten Feuergefecht zwischen Hills Männern und den einheimischen Schuchen kommt. Nachdem dieses Hindernis überwunden ist, müssen sich die Damen und Herren durch einen unwegsamen Dschungel voller Todesfallen kämpfen und sehen sich bald von einer Übermacht feindlicher Soldaten umzingelt…

“Hey Chuck, suchst du Pilze?“
“Na klar, Fußpilz!“

Eine satte Scheibe Action, die uns Produzenten-Legende Raymond Chow (’Enter the Dragon’) hier kredenzt. Gnadenlose Söldner, heiße Bräute, schwitzende Schurken, grelle Explosionen, waghalsige Stunts, Hüttenfeuer, Motorrad mit MG auf Lenker, Verräter-Tatoo zwischen Weiberschenkeln; was willste mehr?
Als ’Star’ muss ’Kobra, übernehmen sie’-Bruder Greg Harris herhalten. Macht nichts, der Mann mit dem Afro sieht zwar albern aus, wenn er sich einen thailändischen Armeehelm auf die Matte schraubt, hat ansonsten allerdings genug Machismo und Ausstrahlung im Hemd, um den bunten Haufen krasser Kerle und wilder Hilden durch den Dschungel zu manövrieren und bei sich bietender Gelegenheit den einen oder anderen einen Spruch abzuwerfen.

“Unser Name ist Hase. Wir wissen von nichts.“

Fast schon Kunst, oder?

Fazit: Fetzige Söldner-Rambazamba, die ohne nennenswerte Durststrecken auskommt. Vorsichtige Gemüter halten am besten trotzdem einen Kasten Bier parat. Man kann ja nie wissen. Die eingeschworene B-Action-Fraktion wird das ’Einsatzkommando S.T.A.B.’ mit offenen Armen empfangen.


Hudson