Godzilla:
Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer



Originaltitel: Gojira, Ebirâ, Mosura: Nankai no daiketto (1966)
Regie: Jun Fukuda Drehbuch: Shinichi Sekizawa
Darsteller: Akira Takarada, Kumi Mizuno, Chotaro Togin FSK: 12


Um seinen auf See verschollenen Bruder Yata zu finden, nimmt der junge Ryota an einem Tanz-Marathon teil, der die Ausdauer der Jugend testen soll (!) und dessen Hauptpreis ein Segelboot ist. Da er versagt, sucht er den hiesigen Hafen mit seinen beiden Freunden ab und findet schnell ein Boot, das die Jungs ’kapern’. Dummerweise hat sich auch ein Bankräuber hier eingenistet, da sich die Herren aber mittlerweile schon auf hoher See befinden, macht das den Kohl auch nicht mehr fett.

Sie tanzten einen Sommer lang!
Tatsächlich dicke kommt es erst, als ein gewaltiger Sturm aufzieht und zudem noch ein riesiger Krebs das Boot angreift und zu Klump schlägt. Die vier Glücksjäger stranden auf einer einsamen Insel, deren Ureinwohner von der bösen Militär-Organisation ’Roter Bambus’ gefangen gehalten werden, um seltsamen gelben Saft zu produzieren, welcher das Seeungeheuer gefügig macht. Nachdem einer Eingeborenen-Dame die Flucht gelingt und sie sich mit den Neuankömmlingen verbündet, entdeckt die Gruppe das schlummernde Ur-Vieh Godzilla in einer Höhle der Insel. Als dann doch einer von ihnen vom ’Roten Bambus’ geschnappt wird und der Rest heraus findet, dass die Schurken Atom-Wffen herstellen, mit denen sie die ganze Welt vernichten können, kommt man zu einer einfachen, wie effektiven Schlussfolgerung: “Let’s wake up Godzilla !“

Im Gegensatz zu den meisten Kaiju-Epen um ’King of the Monsters’ Godzilla, führt uns ’Ebirah: Terror from the Deep’ (so der englische und von mir auch in der englischen Fassung begutachtete Titel) nicht etwa in urbane Territorien, sondern auf eine idyllische Südsee-Insel. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit diesem Film nicht wirklich grün werde. Obwohl wir alles haben, was die ’Godzilla’ Filme so liebens- und sehenswert machen: Witzige Charaktere, Riesenmonster und verrückte Sets (Stichwort: Riesen-Lego-Interieur), fehlt mir hier etwas, um mich in meine übliche ’GOJIRA’ Brüll-Laune zu steigern.

Auch Big G weiß:
Hummer nur lebendig kochen!
Zum einen hielt sich Regisseur Jun Fukuda (der übrigens auch den Nachfolger, meinen persönlichen Godzilla-All-Time-Favourite ’Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn’ inszenierte) bei seinem Einstand in das Genre in Sachen Kaiju-Mayhem leider zurück. Viel Monster-Action gibt es nicht. Das Unterwasser-Duell zwischen Godzilla und Super-Hummer Ebirah ist zwar äußerst sehenswert, doch das war’s dann auch schon fast. Der alberne Riesengeier, der dem Echsen-Giganten mal kurz über den Scheitel brettert ist eine ganz erbärmliche Rodan-Kopie und schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Auch unser aller Lieblings-Monster-Falter Mothra hat einen Gastauftritt (natürlich nicht ohne die beiden niedlich-singenden Zwillinge) macht sich aber ebenfalls recht bald aus dem Staub, ohne wirklich zur Action beigetragen zu haben.
Die Story ist mit viel Witz (der Endurance-Dance-Contest! Ich glaub ich spinne!) und der obligatorischen Botschaft (Atombomben und Sklaverei sind böööse!) versehen. Die Darsteller sind gut, haben aber in der vorliegenden englischen Fasung extrem schrille Synchronstimmen, mit denen sie Godzilla am Ende auch gerade rechtzeitig vor einer Atom-Explosion warnen (“RUN AWAYYY!“).

Wenn Mothra auf der Packung klebt,
sind auch diese beiden Püppchen meist nicht fern.

’Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer’ ist ein kurzweiliger, wenn auch an Monster-Fights armer, Kaiju-Schinken und kann getrost allen Fans ans Herz gelegt werden. Wer allerdings in richtiges Insel-Fieber verfallen will, schaut sich unbedingt den Nachfolger ’Frankensteinsr Monster jagen Godzillas Sohn’ an. Der ist in Sachen Monstermische der genial-bekloppten Art kaum zu überbieten.

Hudson