Easy Flyer


‘Der Himmel ist sein Schlachtfeld
Die Hölle sein Zuhause’


Originaltitel: Dance of the Dwarfs (1984) Regie: Gus Trikonis
Drehbuch: Geoffrey Household, Larry K. Johnson, G.W. King & Michael Viner
Darsteller: Deborah Raffin, Peter Fonda, John Amos FSK: unbekannt


Urige Abenteuerfilme hatten nach dem Erfolg der ’Indiana Jones’-Filme in den Achtzigern Hochkonjunktur. Die Formel wurde nach aller Art der Kunst ausgeschlachtet, variiert und zu Tode geritten. ’Easy Flyer’ mischt das Prinzip mit romantischen Anleihen und Monsterhorror und landet damit ziemlich auf der Nase.

Dance of the Doofis
Die Story handelt von der amerikanischen Anthropologin Dr. Howard, die in den Dschungel der Philippinen reist, wo sie einem Kollegen assistieren will. Um dorthin zu gelangen benötigt sie die Dienste des ständig alkoholisierten Helikopterpiloten Bediker (natürlich Vietnam-Veteran), der ihr nichts als Ärger und bald schon eine Bruchlandung einbringt. Nach mühseligem Marsch durch den Dschungel, geraten sie an allerlei seltsame Gesellschaft, u.a. in die von primitiven Urwaldmonstern.
Für die Hauptrolle konnte ’Easy Rider’-Star Peter Fonda gewonnen werden, was der deutsche Verleih gleich als Entschuldigung nutzte, einmal mehr dem Titelwahnsinn zu frönen (’Easy Flyer’, get it?). Im Gegensatz zu vielen anderen Streifen dieses Schlages, versucht ’Dance of the Dwarfs’ (Originaltitel, but wouldn’t that be ’dwarves’?) sich auf die Charaktere zu konzentrieren.

Schießbudenfiguren - The Movie
Nach einem Monster-Teaser zu Beginn, in dem ein flüchtendes Red Shirt das halbe Gesicht weggeprankt bekommt, folgt der langatmige Einstieg, in dem Fonda und Raffin sich kennen lernen, ununterbrochen streiten, sich näher kommen, sich wieder streiten etc etc. Die erzählerische Schwerfälligkeit zieht sich weit übers erste Drittel hinaus. Selbst dem ungleich charmanterem Paar Michael Douglas und Kathleen Turner, das ein Jahr später ’Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten’ war, passierte ununterbrochen etwas auf ihrer Reise durch den Dschungel. Hier gibt’s nur Geplänkel, vereinzelte Gags und eine handvoll ’Fake Scares’ ohne echte Spannung zwischen den Protagonisten oder in deren unmittelbarem Umfeld. They’re going through the motions. Wenn die (lächerlichen) Monster zum Finale schließlich auftauchen, hat man als Zuschauer schon fast wieder vergessen, dass einen etwas Derartiges hier überhaupt noch erwartet. Mitschuld trägt auch der völlig misslungene Schnitt, der zuweilen bemüht amüsante Szenen (angeheitert betrunkene Funkkonversation) mit gewollt hektischem Terror (brutal endende Monsterhatz) mischt, ohne dabei je ein Gefühl für den richtigen Ton zu beweisen (siehe auch: Die letzte Szene dieses Films).

“They don’t make cojones like they used to.“

Es gibt auch richtige Monster hier, aber um euch davor zu bewahren,
den Quatsch wegen der Viecher anzuschauen, gibt's nur die beiden Pics.

’African Queen’ meets ’Beast Creatures’ klingt auf dem Papier wie ein Traum in Khaki, aber die an Ereignislosigkeit grenzende Behäbigkeit der ersten zwei Drittel des Filmes ist ein einziges Ärgernis. Weder Fans von romantischen Abenteuerfilmen, noch Monster-Freaks werden hier finden, was sie suchen.


Hudson