Fliegende Untertassen greifen an


‘The terrifying truth about flying saucers!’


Originaltitel: Earth vs. the Flying Saucers (1956)
Regie: Fred F. Sears Drehbuch: Donald E. Keyhoe, Curt Siodmak, George Worthing Yates & Bernard Gordon
Darsteller: Hugh Marlowe, Joan Taylor, Donald Curtis FSK: 12


Die Fünfziger Jahre...

... Eine Ära geprägt von Paranoia, Spießertum, wissenschaftlicher Neugier und lustigen Filmen, die daraus resultierten.
Irgendwann wollte man mal etwas Abwechslung von russischer und koreanischer Bedrohung in die Kinos bringen und schuf ein fantastisches Damoklesschwert: Außerirdische, die in fliegenden Untertassen die Erde heimsuchten.

Das Militär-Profil der USA:
So gut wie abgefahren
Nach etlichen Sichtungen unidentifizierbarer Flugobjekte, für die man aber schnell logische Erklärungen findet (Mescalin im Trinkwasser?), wird das amerikanische Wissenschaftlerpärchen Dr. Russel Marvin und Mrs. Dr. Russel Marvin Zeuge von tatsächlich tieffliegenden Untertassen. Nicht lange später wird eine Militärbasis von den Raumfahrern und ihren riesigen Laserkanonen pulverisiert. Den Obrigkeiten fällt es schwer, Russels Geschichte zu glauben, also “forscht“ dieser auf eigene Faust weiter und landet schließlich als Gefangener im Bauch eines UFOs. Dort wird ihm von einer Stimme aus dem Lampenschirm erklärt, warum die Außerirdischen auf die Erde kamen, während ihm auf einem Monitor weitere Angriffe auf Militär-Institutionen vorgeführt werden. Die Außerirdischen sind die letzten Überlebenden eines zusammengebrochenen Sonnensystems nun wollen sie unsere schöne Erde kolonisieren und als neue Regenten über die Erdbewohner herrschen. Deren Anführer bekommen ein paar Tage Zeit, um die Bedingungen auszuhandeln. Sollten sie die Frist nicht einhalten, wird die Zerstörung des blauen Planeten beginnen…

Radio Jerewan sendet auf allen Frequenzen

“Warum Washington? Wenn sie mit der ganzen Welt verhandeln wollen, warum haben sie sich für die Hauptstadt der USA entschieden?“ fragt ein hochdekorierter General während einer Krisensitzung. Wie oft schon habe ich mir die selbe Frage gestellt.
Die richtige Antwort lautet übrigens: “Sie scheinen Realisten zu sein. Und Washington ist eines der Zentren politischer Macht.“
’Earth vs. the flying saucers’ hat eine simple Message: Fremdartigkeit ist böse, innere Stärke ist gut. Und es steht außer Frage, dass sich die Menschheit (sprich: die Amerikaner, denn andere Nationen sieht man nur kurz beim Alien-Funk lauschen) aufrafft, um die Bedrohung mit klugem Kopf und patriotischem Mut zu meistern und den Feinden des Friedens den außerirdischen Drömel verwemst.

Es war nur eine Frage der Zeit,
bis die grausamen Aliens ihre
tödlichste Waffe auspacken:
Die mobile Wurstbrutzelstation
Dass der Film dabei sehr sachlich und bieder abläuft, kann man ihm gar nicht übel nehmen. Das gehört irgendwie dazu, bedenkt man Science Fiction aus den 50ern. Dennoch ist vor allem die nüchterne, beinahe leidenschaftslose Art der Darsteller ein wenig zu viel des Guten (mir persönlich werden auch auch einfach zu wenig schrille Frauenschreie geboten).
Wenn es aber an die ’Flying Saucer’-Action geht, beeindruckt der Film auch 50 Jahre später noch. Leinwand-Magier und Special-FX Legende Ray Harryhausen lässt hier ein Effekt-Feuerwerk auf dem Bildschirm explodieren, das zwar jeglicher Monstren und Drachen entbehrt, aber die kultigste Art von animierten ’Fliegenden Untertassen’ überhaupt zeigt. Diese sind übrigens nicht das einzige, was Tim Burton für das Design von ’Mars Attacks’ übernahm. Die Verdampfungsstrahler der Aliens und einige Szenen (das Umschubsen des Obelisken) waren sichtlich Inspiration für Burtons Invasions-Ulk...

... oder nicht?

Eine Genre-Revolution in der Retrospektive hat man von 'Fliegende Untertassen greifen an' nicht zu erwarten. Der Filme hat 50 Jahre auf dem Buckel und war damals schon ein Nachzügler hinter 'Kampf der Welten' und 'Der Tag, an dem die Erde still stand'. Sehenswert ist er allein schon wegen des effektgeladenen Finales und Genre-Nostalgiker kommen um das Außerirdische Fluggeschirr sowieso nicht drum herum.

Hudson