Endstation Planet Erde


‘A very spacey comedy’


Originaltitel: Earthbound (1981)
Regie: James L. Conway Drehbuch: Michael Fisher
Darsteller: Burl Ives, Christopher Connelly, Meredith MacRae FSK: 12


“Landeklappen raus! Mal sehen, was die Erde bringt...“

Aus der Reihe ’Franchise ohne Zukunft’ kommt das klitzekleine Sci-Fi-Filmchen ’Endstation Planet Erde’, dem man schon auf den ersten Blick sein Dasein als Pilot einer nie verwirklichten TV-Serie ansieht.
Zur Sache: Von offizieller Seite wird verlautbart, Aliens seien auf der Erde gelandet! Als die Nachricht ein kleines Kaff erreicht, wedelt der depperte Sheriff gleich mit einem Comic-Heft und schreit etwas von blau-geschuppten Wesen, die Chicago und New York zerstört hätten. Panik bricht aus.

Die Robinsons, Version X
’Erst schießen, dann fragen!’ lautet das Credo.
Ein Opa mit angewinkelter Shotgun und nettem Enkel rennt aufgeschreckt durch den Nachtwald und trifft tatsächlich auf die sogenannten Invasoren. Es sind jedoch keine schleimigen Tentacle-Guys, sondern eine harmlose Alien-Family, menschlich im Erscheinen, übernatürlich in den Fähigkeiten. Sie tragen blaue Anzüge mit Riesengürtel, haben einen grünen Schimpansen dabei und sagen niedliche Sätze auf (“Ich fürchte mein Vater hat zu viele biomagnetische Kräfte zusammengewürfelt.“) Schnell haben sich Opi und Enkel mit der Baggage angefreundet und bieten ihnen Unterschlupf in ihrem Hotel, bis sie den nötigen Treibstoff gefunden haben, um wieder ins All abzudüsen. Es versteht sich von selbst, dass es einige Regierungs-Eumel gibt, die immer noch auf der Suche nach den Eindringlungen sind und auch ein böser Baulöwe macht Ärger: Er will Oppas ’Hotel’ pfänden lassen um dort eine erstklassige *insert random Baulöwen-Lust-Objekt here* zu errichten. Hui…

Dicke werfen
Zwerge hoch!
Grüne Schimpansen, supernatürliche Fähigkeiten a la ’Sechs Millionen Dollar Man’ (mit ulkigen Comic-Sounds), Außerirdische, die auf ihren Planeten zurück wollen, denen aber die Fähigkeit fehlt, Gewalt anzuwenden…
Das klingt sicher vertraut in manchen Ohren. ’Endstation Planet Erde’ ist demzufolge auch wieder nur ein zusammengewürfeltes Häufchen von TiVo-Klischees, wie man sie in anderen Formaten schon dutzendweise verbraten hat. Kein Wunder also, dass 1980 dieser Pilot zum scheitern verurteilt war. Mork vom Ork war gestern, Leute! Hättet ihr mal lieber einen Film über ein sprechendes Auto oder vier coole Militär-Flüchtlinge gemacht. Aber das hier konnte ja nix werden. Ich meine, schaut euch doch mal eure Bösewichter an: Ein Baulöwe? Oh bitte! Regierungstypen mit Sonnenbrille und Hut? Classy stuff, dudes!
Während das Töchterchen fesche Jungs aufgabelt und der Sohnemann beim Kugelstoßen und Basketball auf die Kacke haut, lernen Mom & Dad, wie man sich an Erden-Maßstäbe an(s)passt und helfen dem kleinen Enkel mit dem Verlust seiner Eltern fertig zu werden. Darauf eine ’Grüne Wiese’!

Für den Hut haben sich Dick und Doof schon qualifiziert
Für die Brille müssen sie noch die blaue Familie fangen!

Fazit: Überflüssiger, alberner und lahmer Family-Kitsch ohne Höhen, dafür mit Message und einem grünen Schimpansen. Schaut euch lieber die Bud Spencer-Komödie ’Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen’ an. Da gibt’s nette Aliens, böse Aliens, reichlich Komik und Bud Spencer als Dreingabe.

Hudson