Dune Warriors - Blut gegen Wasser



Originaltitel: Dune Warriors (1990)
Regie: Cirio H. Santiago Drehbuch: Thomas McKelvey Cleaver
Darsteller: David Carradine, Rick Hill, Luke Askew FSK: 18


Neu Kalifornien im Jahre 2040.
Die Menschen leben in Bruchbuden irgendwo in der Wüste. Wälder gibt es nicht mehr, Wiesen, Felder und Städte auch nicht. Braun ist die Farbe der Landschaft. ’Verstrahlt’ ist das Thema der Party. Endzeit nennt sich das in Fachkreisen.

Leute, die 80er sind vorbei...
In solchen Zeiten treiben sich auch immer fiese Typen in heißen Rostlauben rum. Sie nennen sich ’Warlords’, ’Jäger der Postapokalypse’ oder ’Sons of Stryker’. Sie tragen wallendes Haar und lederne Klamotten, meist ergänzt durch Schulterpolster und tödliche Schusswaffen. So auch in ’Dune Warriors’, einem Film in dem wir die Genre-Legenden Rick ’Todesjäger’ Hill und David ’Finsterer’ Carradine gemeinsam gegen das Böse streiten sehen. Als helfende Hoschis einer ’Glorreiche Sieben’-Gedächtnis-Bande (sind aber nur 5), unterstützen sie ein kleines Dorf gegen eine Horde oben genannter Bastarde. Es gibt viel Geballer, noch mehr Explosionen und dementsprechend reichlichen Bedarf an Plastesäcken. Ende.

“Wie wurdest du zur Kriegerin?“
“Ich war draußen und suchte Beeren.“

’Road Warrior’-Nachklapp Nummer 219.

...habt ihr echt nix besseres?
Alles beim Alten in der Endzeit. Die Wüste der Ideenlosigkeit schluckt Story, Spaß und Sinn für Spannung. Mal wieder gibt es Bösewichter mit schlechten Zähnen und Tropenhelmen, wackere Helden mit Muskeln und kantiger Visage und einen seltsam tuckigen David Carradine mit Bademantel und Stirnkordel. Ist aber auch egal, denn keine dieser Figuren ist auch nur halb so viel wert, wie die zerschlissene Garderobe, in der sie stecken.
In Anbetracht des hohen Body-Counts und den 5000 Schuss pro Minute, könnte man zumindest meinen, die Action sei ein Grund, sich den Film anzutun. Weit gefehlt.
Dass Masse nichts mit Klasse zu tun hat, beweist ’Dune Warriors’ wie kein zweiter Endzeit-Schrott.
Dazu leiert ’Music by The Score Warriors’. Netter Name und mit brummenden, hupenden Synthesizern kämpfen sie standhaft gegen Wohlklang und Stilsicherheit an. Einige Kulissen wurden augenscheinlich direkt aus einem Barbaren-Schinken gesägt und Carradine trägt zum Finale sogar sein altes ’Finsterer’-Kostüm aus ’Die Hexe und der Zauberer’ auf. Das geübte Auge merkt sofort, dass Roger Corman hier als Produzent tätig war. Der Gutste hat ja mit ’Sador’ die ’Sieben Samurai’ schon ins Weltall geschickt, warum also nicht auch noch einmal in die Endzeit?

Nein, ich meine BESSER, wie in ORIGINELL!

Ganz einfach! Weil man gute Konzepte mit unfähigem Kreativ-Team nur versauen kann. Aber sowas hat Corman noch nie davon abgehalten, einen Film zu machen. Manchmal geht’s gut, manchmal geht’s in die Hose. So wie bei ’Dune Warriors’. Unspannend! Unbrauchbar! Unterhaltsam? Nein! Und tschüß.


Hudson