Duncan Jack und Mr. Boon



Originaltitel: Unmasking the Idol (1986)
Regie: Worth Keeter Drehbuch: Phil Behrens & Robert P. Eaton
Darsteller: Ian Hunter, C.K. Bibby, Hud Browning FSK: 16


Darf ich vorstellen: Duncan Jax & Mr. Boon

Ein Ninja mit Chainmail-Maske dringt in ein Penthouse ein, wird erwischt, zwirbelt einem dicken Afroman einen Shuriken in die Frisur, springt danach aus dem 52. Stockwerk in einen Swimming Pool und kommt mit einem Luftballon wieder heraus geflogen!

Und deswegen liebe ich B-Pictures!
Der Ninja heißt mit bürgerlichem Namen Duncan Jax, ist Geheimagent einer mir nicht näher bekannten Blödel-Organisation und selten allein unterwegs. Er hat nicht etwa eine heiße Mieze oder einen lässigen Sprücheklopfer an der Seite, sondern Boon, einen Pavian im Anzug. Die beiden sind, so sagt es jedenfalls das deutsche VHS-Backcover “… der tödliche Joker der US-Regierung, wenn es beim Kampf gegen das Böse nicht mehr auf faire Regeln ankommt…“.

"Na Puppe, kein Bock
auf Ballermann?"
Sein neuester Auftrag schickt Jax auf die Teufelsinsel, die am besten bewachte Festung der Welt, deren Überwachungssysteme “…sogar Flöhe auf Elefanten entdecken.“ Dort gibt es tonnenweise Gold und bevor irgendwelche Schurkenstaaten das edle Metall in ihre tödlichen Superwaffen investieren können, soll Jax das Zeug bergen und nebenbei noch den finsteren Baron Hugo von Bruger (genannt ’Goldzahn’) eliminieren, der nicht nur mit dem Herrscher der Insel gemeinsame Sache macht, sondern auch zufällig für den Tod von Jax’ Eltern verantwortlich war. Jener Herrscher, der ’Scarlet Leader’ (sieht aus wie ein Ninja in der Robe eines spanischen Inquisitors) ist eine ungemein fiese Type. Das wird uns gleich zu Beginn verdeutlicht, als er ein harmloses Renter-Ehepaar, das auf seiner Insel Schiffbruch erlitten hat, seinen Krokodilen zum Fraß vorwirft.
Damit sich solche Vorfälle nicht häufen, wird Duncan wohl auch diesen Knilch aus dem Weg räumen müssen. Zum Glück hat er zwei Esel die ihm helfen, einen Maulwurf auf der Insel und einen Affen an der Leine....

“Was weißt du über den Ninja?“
“Den was?“
“Den Ninja.“
“Was ist ein Ninja?“

Vorn und hinten Überschuss
Was ein Ninja ist und was so ein Ninja macht, wird spätestens mit dem Einfall von Jax’ Mannen auf die Teufelsinsel klar. Von da an geht die wilde Luzi in Form von einem Actionfeuerwerk im zünftigen B-Movie-Stil los, wie wir es aus den guten alten Achtzigern lieben gelernt haben. Feuergefechte, Sprüche, Schlägereien und Explosionen soweit Ohr und Auge reichen. Mit Platzpatronen und pyrotechnischem Zubehör wurde wirklich nicht gegeizt. Zwar vollzieht der Film ab dieser Stelle eine klare Wende und Konzentriert sich mehr auf explosive Schauwerte, verwandelt sich danach aber nochmal in ein Abenteuer im ’Indy’-Stil. An Abwechslung mangelt es ’Unmasking the Idol’ genauso wenig, wie an ulkigen Nebendarstellern. Nur Ian Hunter kommt in der Rolle des ’Duncan Jax’ für meinen Geschmack ein wenig zu spröde daher. Dafür gibt es wunderbar kitschige Kulissen (Tempel des Bösen!), kostümierte Kung Fu Deppen, einen klassichen ’Secret Agent’-Credit-Song und Blödelein in Gesprächsform:

“Da, ein Affe. Schau mal was der an hat!“
“Ach, der erinnert mich an meinen Staatsanwalt. Der soll bloß abhauen!“

"Plündert die Hanuta-Kammer!"

Fazit: Actionreiche ’James Bond’ Parodie mit Abenteuer-Anleihen und Knuddelfaktor. Knallbunt, irgendwie putzig und scheinbar populär genug, um einen Nachfolger zu rechtfertigen. Her damit!


Hudson