Driving Force


‘Get ready for one hell of a ride!’


Originaltitel: Driving Force (1989) Regie: Andrew Prowse
Drehbuch: Patrick Edgeworth
Darsteller: Sam J. Jones, Catherine Bach, Don Swayze FSK: 16


Die Nahe Zukunft. Die Welt ist am Rande des Abgrunds. Während Max Rockatansky noch im Dienst der ’Federal Highway Police Unit’ auf der anderen Seite des Erdballs durch das Outback düst, kurvt Witwer Steve (Sam Jones) mit seinem Abschleppwagen durch die Vororte Amerikas und versucht, seine Tochter zu versorgen. Während ihre Großeltern mütterlicherseits mit allen Mitteln versuchen, die Vormundschaft für die Kleine zu bekommen, muss sich Steve auf der Straße mit den Black Knights (Don Swayze, Billy Blanks, Robert Marius) von der Konkurrenz herumschlagen und versucht sich an Daisy Duke ranzumachen…

Fehlen nur noch Brion James, Meg Foster und naja, ihr wisst schon...

Okay, ihr habt das jetzt gelesen. Lasst mich Mäuschen spielen und eure Gedanken deuten:

1. Oha, Fast-Endzeit-Action.
2. Hö, Familiendrama?
3. Achje, Don Swayze…
4. Whoa, Billy Blanks!
5. Daisy Duke? WTF?!

Und ja, so ähnlich ging’s mir auch. Der Film beginnt mit handfester Auto-Action in präapokalyptischem Setting a la ’Mad Max’ (Teil 1) und Brian Trenchard Smiths ’Escalation’. In letzterem wurde ebenfalls mit der Idee um konkurrierende Abschleppunternehmen gespielt, die Unfälle initiieren und gewissenlos die Opfer ausbeuten. Kein schlechter Ansatz für einen Film und von TV-Regisseur Andrew Prowse (’Farscape’) recht heftig in Szene gesetzt. Aber dann geht das Unterhaltsdrama los und Genre-Fans werden blöd aus der Wäsche kucken.

You don't fuck with Sam Jones.
Sam Jones does the fuckin!
Leider gerät die potentiell fetzige Fehde zwischen Steve und den Black Knights derweil in den Hintergrund und das, obgleich sowohl Don Swayze (’W.A.R. – Women against Rape’) als auch Sam Jones (’Flash Gordon’) sich hier wirklich Mühe geben. Von den beiden ist man weitaus Mieseres gewohnt, doch in ihren jeweiligen Rollen als todgeweihter Fiesling und verzweifelter Familienvater machen die beiden im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei ’Driving Force’ echt was her. Billy Blanks Talente kommen hier hingegen kaum zu Einsatz und Catherine ’Daisy Duke’ Bach ist sichtbar in die Jahre gekommen.
Das Familiendrama, womöglich inspiriert von Stallones Armdrück-Armutszeugnis ’Over the Top’, entwickelt leider nie eine überzeugende Dynamik, löst sich später in Wohlgefallen auf, wird aber immerhin durch ein einigermaßen spannendes Action-Finale abgelöst.

“Who were they, Daddy?“
“I dunno. Some weirdos.“
“They didn’t have sweets.“
“What?“
“Weirdos are known to give you sweets.“

Another lovely day in P.A.-Paradise

Eine handvoll interessanter Ansätze machen leider keinen guten Film. ’Driving Force’ krankt an einer unausgewogenen Mischung aus Drama und Action, die viel zu oft im Leerlauf stottert. Dabei gab es hier tatsächlich ein paar dramatische Gelegenheiten, bei denen ich dachte “Au weiha, das machen die jetzt nicht wirklich!“ Das Problem ist: Sie machen es zwar, sagen aber nach spätestens fünf Minuten ’April, April, alles halb so schlimm!’.


Hudson