Dr. Giggles


‘A new prescription for terror.’


Originaltitel: Dr. Giggles (1992) Regie: Manny Coto
Drehbuch: Manny Coto & Graeme Whifler
Darsteller: Larry Drake, Holly Marie Combs, Cliff De Young FSK: 18


“Diese Stadt brachte dich um. Sie ist krank und sie muss geheilt werden.“

Nie ohne einen an der Waffel
unterwegs: Larry Drake
Evan Randall hat noch eine Rechnung offen mit seiner alten Nachbarschaft. Damals steinigten sie seinen Vater, einen verrückten Arzt. Seitdem sitzt der hirnverbrannte Knabe in der Irrenanstalt, hält sich ebenfalls für einen Mediziner und nennt sich Dr. Giggles. Er kichert halt gerne. Und damit er auch in Zukunft etwas zu Lachen hat, bricht Giggles (Larry Drake) aus der Anstalt aus, lässt sich im verlassenen Anwesen seiner Eltern nieder und sucht sich unfreiwillige Patienten, die seiner manischen Medizin-Leidenschaft zum Opfer fallen sollen. Besonderes Interesse hegt er bald für die junge Jennifer (Holly Marie Combs), die mit einem schweren Herzleiden zu kämpfen hat. Das ist Dr. Giggles Fachgebiet und er kann es gar nicht erwarten, der jungen Dame zur Seite zu stehen…

Das einzige, was ’Dr. Giggles’ vom Gros der Slasher (egal welcher Dekade) unterscheidet, ist der Titel und das damit verbundene Attribut der Killers. Es gab vorher noch keinen Film namens Dr. Giggles, in dem der Slasher beim slashen kichert. Das ist die Obergrenze der hier gezeigten Originalität. Alles andere läuft wie gehabt ab. Ein neurotischer/wahnsinniger/untoter Killer/Psychopath/Getränkewart bricht aus dem Gefängnis/der Nervenheilanstalt/einem magischen Baumhaus aus und kehrt in die Heimat zurück, um poppende Teenager/poppende Teenager/was auch immer ihm in die Arme läuft auf vielfältige Art und Weise aus dem Leben zu befördern. Hier sind es keine Gartengeräte/Hackwerkzeuge/Klingenpfoten, sondern medizinisches OP-Besteck. Whoopy fuckin' doo.

Späte Rache für Dr. Westlake!
Larry Drake (’Darkman’), den ich eigentlich für einen recht fähigen Darsteller halte, spielt die Titelfigur als durchgeknallten Laber-Killer, der ununterbrochen medizin-thematische One-Liner zum Besten gibt. Er sägt ein Opfer zu Boden und kichert “Wenn ihnen das nicht gefällt, warten sie erst mal meine Rechnung ab.“ Er sticht den Arzt der jungen Protagonistin ab und sagt zu ihr: “Wenn ich du wäre, würde ich noch eine zweite Meinung einholen.“ Er lässt ein Video spielendes Kind (Game of Choice: Dr. Mario!) mit dem Wort “Unheilbar!” in Ruhe. Alle anderen kommen nicht so glimpflich davon. In der ungeschnittenen Version, also nicht in der offiziellen deutschen Fassung, geht es gore-technisch ziemlich rund. Körperteile werden abgetrennt, Gerätschaften in die unmöglichsten Körperöffnungen eingeführt und der kleine Giggles schneidet sich in einer Rückblende aus dem Körper einer Leiche frei.
Als Jennifer sehen wir übrigens ’Charmed’-Babe Holly Marie Combs, die auch nichts Nennenswertes zum Film beitragen kann. Der Rest der pubertären Belegschaft bleibt unerkannt und ist zu sehr damit beschäftigt, dem Killer zum Opfer zu fallen. Aber dämliche Kids, die versuchen, mit Zahnbürsten Kondome aus dem Klo zu fischen, haben es auch nicht besser verdient.

"Das ist dafür, dass ihr Picket Fences abgesetzt habt!"

Auf die versucht komische Art des Filmes angefixt, schwellt dem einen oder anderen vielleicht die Frage im Gebeiß, ob das olle Kichern mitsamt dem Killer einem nicht irgendwann auf die Nerven geht. Und ob. ’Dr. Giggles’ ist unterdurchschnittlicher Slasher-Stoff, der dem an unterdurchschnittlichen Filmen reichen Sub-Genre nichts Neues, Erwähnenswertes oder auch nur Amüsantes hinzufügen kann.


Hudson